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Impfstatus mit Ablaufdatum? Wie früh man wieder als „ungeimpft“ gilt

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Von: Josefine Lenz

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Gilt man schon bald trotz Impfung als ungeimpft? Fast-Kanzler Olaf Scholz fordert nun den Impfstatus nach einer gewissen Zeit wieder zu löschen:

Die Zahlen in Deutschland schießen in die Höhe, die Lage verschärft sich von Tag zu Tag und eine neue Corona-Variante bereitet Sorgen. Deutschland steckt derzeit mitten in der vierten Welle und sucht verzweifelt nach einem sicheren Hafen. Viele klammern sich deshalb an eine allgemeine Impfpflicht, die scheinbar die einzige Rettung vor dem Ertrinken ist. Doch auch eine Booster-Impfung soll Deutschland über Wasser halten, weshalb sich bereits jetzt viele Menschen die dritte Corona-Spritze verpassen lassen.

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird eine Auffrischungs-Impfung mit Moderna und BioNTech nach sechs Monaten nach der Grundimmunisierung empfohlen. Grund: Nach einem halben Jahr würde der Impfschutz gegen das Coronavirus deutlich nachlassen. Bald-Kanzler Olaf Scholz (SPD) fordert deshalb, dass der Impfstatus für alle ab einem halben Jahr gelöscht wird.

Endet der Impfstatus nach 6 Monaten? Olaf Scholz mit krasser Forderung

Wie die Rheinische Post berichtet, heißt es in einem Sechs-Punkte-Vorschlag der SPD, dass der Impfstatus künftig nur noch sechs Monate als vollständiger Impfschutz anerkannt werden soll. Olaf Scholz meint im ZDF-heute journal: „Wir diskutieren über die Frage, wann es so ist, dass die alte Impfung nicht mehr den vollständigen Impfschutz gewährleistet.“ Wissenschaftler würden derzeit die Auffassung vertreten, dass es nach sechs Monaten „dringend erforderlich“ sei, eine neue Impfung zu bekommen. In der Europäischen Union würde darüber diskutiert, dass nach neun Monaten kein vollständiger Impfschutz mehr gegeben sei. „Ich glaube, das ist etwas, wo wir uns einklinken sollten.“ Scholz spricht sich außerdem für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland aus. Ob die Auffrischungsimpfung dann auch verpflichtend wird, ist noch unklar. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Anfang November das Auslaufen des Impfstatus nach neun Monaten gefordert.

Booster-Impfung: So lange schützen die Impfstoffe vor Corona

Während über ein befristeter Impfstatus diskutiert wird, haben sich Wissenschaftler der schwedischen Universität Umea bereits mit der Schutzwirkung der einzelnen Corona-Impfstoffe beschäftigt. Dabei kamen die Forscher auf spannende Ergebnisse: Denn während die einen Vakzine bereits recht schnell ihre Wirkung verlieren, gibt es ein Impfstoff, der selbst nach 180 Tagen einen guten Schutz vor einer Corona-Erkrankung bietet. Konkret sind die Wissenschaftler auf diese Ergebnisse gekommen:

ImpfstoffSchutz nach 2 MonatenSchutz nach 6 Monaten
Moderna93 Prozent71 Prozent
BioNTech89 Prozent47 Prozent
AstraZeneca68 Prozent0 Prozent

Booster-Impfung: STIKO empfiehlt Auffrischungsimpfung für alle

Laut der STIKO können sich alle Geimpften ab 18 Jahren ein halbes Jahr nach der Grundimmunisierung impfen lassen. Es ist auch möglich sich bereits nach fünf Monaten boostern zu lassen, dies sollte aber vorher ärztlich abgeklärt werden. „Ziel ist es weiterhin, möglichst viele schwere Verläufe von COVID-19 (Hospitalisierung, Tod) zu verhindern. Neben der Schutzwirkung vor schweren Krankheitsverläufen führen Auffrischungsimpfungen gleichzeitig zu einer niedrigeren Virenlast und damit zu einer geringeren Infektiosität. So kann die Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2 insbesondere in der Umgebung vulnerabler Personen verringert werden“, heißt es auf der Webseite „Wir zusammen gegen Corona“. Bislang sind keine schweren Nebenwirkungen bei einer Booster-Impfung bekannt.

Übrigens: Bislang ist ein Impfzertifikat im digitalen Impfpass ein Jahr gültig. „Das digitale Impfzertifikat hat vorerst eine Gültigkeitsdauer von 12 Monaten. Je nach beobachteter Wirkungsdauer der Impfstoffe soll dieser Zeitraum angepasst, beziehungsweise eine Auffrischimpfung angeboten werden“, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Der gelbe Impfpass soll schon bald nicht mehr gültig sein und von der digitalen Version komplett ersetzt werden. (jol)

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