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Corona-Impfung: Schutz gegen Mutationen – welcher Impfstoff wirkt am besten?

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In Deutschland gibt es vier Corona-Mutationen. Wer sich impfen lässt, erhält einen unterschiedlich starken Schutz je nach Vakzin. Erste Einschätzungen:

Vier Impfstoffe gegen Corona stehen derzeit den Bürgern in Deutschland zur Verfügung: AstraZeneca, BioNTech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson. Genauso viele Coronavirus*-Mutationen gibt es derzeit im Bundesland. Trotzdem stellt sich die Frage: Welcher Impfstoff wirkt am besten gegen die jeweiligen Varianten von Covid-19? Und: Können Misch-Impfungen eine bessere Wirksamkeit gegen Mutationen verzeichnen als eine „normale“ Impfreihenfolge? HEIDELBERG24* hat die Antworten.

Corona-Mutationen: Diese Varianten gibt es in Deutschland

Zunächst einmal muss die Frage geklärt werden, welche Corona-Mutationen es überhaupt gibt. Über die letzten Monate der Pandemie haben es vier Varianten geschafft, nach Deutschland zu gelangen.

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ergeben bei untersuchten Proben 91 Prozent Rückschlüsse auf die britische Variante, 0,6 Prozent auf die südafrikanische, 0,2 die indische und 0,1 Prozent auf die brasilianische Mutation. Das bedeutet, dass die meisten Neuinfektionen auf die britische Mutation zurückzuführen ist.

Corona-Mutationen: Welcher Impfstoff schützt wie? Erste Einschätzungen

„Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen jedoch sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7 und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten“, so das RKI. So gebe es keine Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe. Wie echo24* berichtet, bestehen dennoch kleine aber feine Unterschiede. So beeinträchtigt die britische Mutation die Wirksamkeit des BioNTech-Impfstoffes nicht sonderlich, hingegen AstraZeneca weniger effektiv ist. Bei der südafrikanischen Variante gilt ähnliches: Bei AstraZeneca und Johnson & Johnson könnte laut Studien und der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA die Wirksamkeit geringer sein. Eine „signifikant verminderte“ Wirksamkeit können wiederum BioNTech und Moderna bei der brasilianischen Variante haben. Der Impfstoff von CureVac soll übrigens ebenfalls vor Mutationen schützen. Noch im Juni soll er zugelassen werden.

Wichtig bei allen Erkenntnissen: Umfangreiche Studien können bislang aufgrund der kurzen Zeit noch nicht durchgeführt werden. Es handelt sich hierbei um erste Einschätzungen und Ergebnisse.

Corona: Mischimpfungen mit AstraZeneca und BioNTech – Besser als getrennt?

Die Lösung für einen sicheren Schutz vor Corona-Mutationen könnten Misch-Impfungen sein. Aufgrund der STIKO-Empfehlung werden aktuell nur Menschen über 60 Jahren mit AstraZeneca geimpft. Jüngere können sich aber nach ärztlichen Rat ebenfalls mit dem Vakzin impfen lassen. Die rund 2,2 Millionen AstraZeneca-Geimpften in Deutschland und unter 60-Jährigen erhalten deshalb bei ihrer Zweitimpfung den Wirkstoff BioNTech oder Moderna gespritzt. Mischimpfungen gibt es bereits gegen andere Krankheiten, allerdings handelt es sich hierbei um verschiedene Grundbausteine. So ist AstraZeneca ein vektorbasierter Impfstoff und BioNTech sowie Moderna ein mRNA-Impfstoff. Probleme soll es dennoch nicht geben, immerhin haben alle Vakzine das Ziel Antikörper gegen Corona im Körper zu bilden. „Sowohl die mRNA aus dem mRNA-Impfstoff als auch der Vektor aus dem Vektor-Impfstoff sind nach wenigen Tagen aus dem Organismus völlig verschwunden. Was übrig bleibt, ist die Immunantwort“, so Stiko-Chef Thomas Mertens. Darüber berichtet auch Focus online.

Corona: Mischimpfungen mit AstraZeneca und BioNTech – Besserer Schutz vor Mutationen?

Eine Studie aus Spanien zeigt, dass eine Mischimpfung aus AstraZeneca und BioNTech sehr wirksam und sicher ist. So haben Probanden eine 30 bis 40 Mal höhere Antikörper-Konzentration, wenn sie eine Mischimpfung statt nur AstraZeneca erhalten haben. „Die Impfstudie in Spanien und vergleichbare Untersuchungen auch an deutschen Universitäten haben nun gezeigt, dass eine heterologe Covid-19-Impfung auch beim Menschen eine starke Immunantwort auslöst. Ob eine heterologe Impfung auch klinisch zu einem verbesserten Schutz führt (zum Beispiel auch gegen neue Virusvarianten), ist gegenwärtig noch nicht bekannt“, so der Erlanger Impfexperte Bogdan auf Nachfrage von Focus Online. Zu den Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeines Unwohlsein. 1,7 Prozent der Probanden leiden an diesen Symptomen.

Bei einer Studie von der Universität Oxford werden die Impfstoffe von BioNTech und AstraZeneca sowie Mischimpfungen in verschiedener Reihenfolge miteinander verglichen. Die Nebenwirkungen sind bei beiden gemischten Impfungen stärker als bei den Immunisierungen mit dem gleichen Impfstoff, ins Krankenhaus muss aber von der 830 Teilnehmern niemand. Die Symptome verschwinden nach zwei Tagen wieder. Das Studienergebnis:

Wie die Mischimpfungen gegen Corona-Mutationen helfen können, ist noch nicht geklärt. In Österreich läuft derzeit eine Studie. Der Immunologe Carsten Watzl sagt gegenüber Fokus: „Generell kann man sagen, dass höhere Antikörperspiegel sicher auch einen besseren Schutz vor den kursierenden Mutanten geben werden.“ Er kann sich vorstellen, dass die kombinierte Impfung „auch etwas für Personen über 60 sein könnte, um ihnen einen noch besseren Immunschutz zu geben.“ (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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