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Impf-Termin in Baden-Württemberg: Mit diesem Tipp klappt‘s schneller

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Baden-Württemberg - Unübersichtlich und kompliziert – die Suche nach einem Termin ist frustrierend. „Impfterminradar“ bietet dagegen eine Übersicht zu freien Terminen in den Impfzentren an.

Seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus* sorgt die Vergabe von Terminen für Frust und Ärger. Nach mehreren Monaten läuft auch noch im April der Impfmotor alles andere als rund. Schuld an der Misere soll der Mangel an Impfstoff sein: „Sobald genügend Impfstoff und die entsprechenden Kapazitäten vorhanden sind, werden die Impfzentren weitere Termine einstellen“, heißt es auf impfterminservice.de – hier können Impfberechtigte einen Termin buchen. Doch nicht nur die geringe Verfügbarkeit der lebensrettenden Vakzine stellt ein Problem dar, auch die offizielle Terminservice-Seite hat ihre Tücken. So lasse die Bedienerfreundlichkeit nach Ansicht von Matthias Nösner zu wünschen übrig.

Wie HEIDELBERGER24* berichtet, hat daher der Software-Entwickler aus Stuttgart mit „Impfterminradar“ ein eigenes Portal programmiert. Dieses erfreut sich gegenwärtig großer Beliebtheit bei Impfinteressierten.

Impfterminradar: Programmierer entwickeln eigene Suchportale für Impftermine

Beim Besuch des offiziellen Portals impfterminservice.de der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), müssen Nutzer*innen stets ein bestimmtes Impfzentrum auswählen. Ein Überblick über mehrere Impfzentren und damit verbundenen freien Termine in der Nähe ist nicht möglich.

Zuletzt haben mehrere Portale versucht diese Lücke zu schließen und eigene Lösungen zur Terminübersicht online gestellt. Dort werden die Suchenden über freie Termine in den jeweiligen Bundesländern informiert und dann mit einem Link direkt zur Buchung beim Impfzentrum weitergeleitet.

Impfterminradar: Baden-Württemberg schiebt privaten Terminsuch-Portalen einen Riegel vor

Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) stößt dieses Online-Angebot ausgerechnet beim Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg* auf wenig Gegenliebe. Die Aussagekraft dieser Portale sei bisher nur eingeschränkt gegeben, teilt Sprecher Pascal Murmann mit. Zudem entsprächen die Ergebnisse nicht immer der tatsächlichen Situation, da etwa Terminpaare nicht korrekt erkannt würden.

Auch aus Sicht von KV-Digital, das die offizielle Webseite für die KBV betreut, sind die zusätzlichen Impfterminportale keine Alternative, sondern am ehesten eine Ergänzung, wie Sprecher Florian Fuhrmann mitteilt. Diese könnten bei der Suche nach Impfterminen durchaus helfen. Es sei aber zu befürchten, dass deren Ergebnisse nicht immer korrekt seien.

Inzwischen hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung den Zugang zu Daten der Impfzentren gekappt. Dass private Drittanbieter ausgesperrt werden, begründet Fuhrmann mit der Abwehr von Hackerangriffen. Solchen Attacken können demnach auch Dienstleister für Impfterminportale zum Opfer fallen.

Corona-Impfung: „Terminradar“-Betreiber umgeht Sperre

Die Seiten der Drittanbieter liegen brach – lediglich dem Betreiber von „Impfterminradar“ gelingt es die Sperre zu umgehen und somit das Angebot aufrecht zu erhalten. Matthias Nösner versichert gegenüber der dpa, dass sein Weg um die Sperre herum das System nicht „übermäßig belastet“.

Ihm zufolge suchen im Schnitt zwischen 100 und 200 Menschen pro Sekunde auf seiner Seite nach einem Impftermin. Wie BW24* berichtet, geben Nutzer dort ganz einfach ihre Postleitzahl oder den Namen ihres Wohnorts an und erhalten auf einen Schlag eine Übersicht über alle Impfzentren in ihrer Nähe. Ein einfacher Farbcodex in Grün oder Rot zeigt an, ob aktuell Termine in einem Impfzentrum verfügbar sind. 

Die Kosten für den Betrieb und die Entwicklung von „Impfterminradar“ trägt er laut eigenen Angaben selbst, daher ist er auf Spenden angewiesen. Viele Nutzer schreiben ihm Mails und zeigen sich dankbar für die Übersicht, sagt der Programmierer. Unter „impfterminradar.de/donate“ können die Impflinge ihrer Dankbarkeit monetär Ausdruck verleihen.

Impfterminradar: Baden-Württemberg will offizielles Terminportal verbessern

Das letzte Wort im Termin-Dschungel ist allerdings noch nicht gesprochen, denn bald könnten die privaten Anbieter Konkurrenz vom Original bekommen: Das Land Baden-Württemberg habe sich beim Bundesgesundheitsministerium dafür eingesetzt, auf dem offiziellen Portal ebenfalls eine bessere Übersicht über Impfzentren und verfügbare Termine zu bieten, heißt es vom Gesundheitsministerium.

Auch von KV-Digital heißt es, die Darstellung sei technisch kein Problem, bislang seien aber andere Entwicklungen priorisiert worden. Ein weiterer Grund für die mangelhafte Übersicht: Einige Verantwortliche in den Ländern hätten Sorge vor Impftourismus zwischen den Regionen, so Sprecher Fuhrmann. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von Ippen.Media. (esk mit dpa)

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