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Skurriler Brauch: Zwischen den Jahren keine Wäsche waschen – aber warum?

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Von: Teresa Knoll

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Zwölf Tage lang keine Wäsche waschen. Für manche normal, andere halten sich nur zwischen Weihnachten und Silvester daran. Was steckt hinter diesem Brauch?

Ein kurioses Verbot: Zwischen den Jahren bis zum 6. Januar darf man keine Wäsche waschen. Wer diesen Brauch praktiziert, ist nicht faul – es hat vielmehr mit den Geistern zu tun, die am Jahresende draußen herumspuken sollen. Zugegeben, rational denkende Menschen können hier nur den Kopf schütteln. Aber spannend ist die Erklärung zu dem Brauch trotzdem. Was hinter dem Mythos steckt und was er mit Silvester zu tun hat:

Geister und Dämonen: Warum man zwischen den Jahren keine Wäsche waschen sollte

Die Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar sind die sogenannten „Raunächte“. Nach heidnischem Glauben wird die Zeit vom Thomastag an, also ab der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember, mit einberechnet, manchmal ist es der Zeitraum vom Thomastag bis Neujahr. Es sind also je nach Region bis zu 12 Nächte, in denen keine Wäsche gewaschen und auch auf keinen Fall aufgehängt werden darf.

Der Grund sind die Geister, die in dieser Zeit draußen herumstreichen. Der Begriff des Wortes Raunacht oder auch Rauchnacht kommt nämlich entweder vom Weihrauch, mit dem die Priester die Ställe der Bauern ausräucherten, um böse Geister zu vertreiben. Es könnte aber auch mit der Rauchware, also Pelzware zusammenhängen – demnach treiben in den Nächten mit Pelz bekleidete Dämonen ihr Unwesen.

„Wilde Jagd“: Bettlaken verärgern umherstreifende Geister

Diese Dämonen will man nun auf keinen Fall verärgern. Hängt aber draußen Wäsche, könnten sich die Geister darin verfangen und wütend werden. Wer in dieser Zeit Betttücher aufhängt, lebt besonders gefährlich: Die Geister nehmen laut Legende dann eines der Laken mit und nutzen es im Laufe des Jahres als Leichentuch für einen der Hausbewohner – ein Tod ist in den nächsten Monaten dann unausweichlich. Wer also abergläubisch ist, sollte diesen Brauch auf jeden Fall pflegen – wenn er noch genug saubere Wäsche im Schrank hat.

Besonders ausgelassen geht es nach dem Mythos an Silvester zu: Dann findet nämlich die „Wilde Jagd“ statt, an der die Seelen der Verstorbenen und die Geister Ausgang haben. Vielleicht sollte einfach mal jemand versuchen, sie auf ein Glas einzuladen: Bei Öko-Test kann man nachlesen, welcher alkoholfreie Sekt sich dafür am besten eignet.

Brauch zu Silvester: Rote Unterwäsche zieht das Glück an

Die bunten Raketen und die Böllerei zu Silvester haben übrigens einen ähnlichen Grund: Mit dem Krach sollen die Dämonen vertrieben werden. Das kann man auch im übertragenen Sinne sehen: Zum Jahreswechsel fassen viele Menschen gute Vorsätze für das neue Jahr. Man kann also sagen, dass die Laster, die „inneren bösen Geister“ vertrieben werden sollen. Damit es mit den guten Vorsätzen auch wirklich klappt, gibt es hier einige Tipps.

Übrigens: Wer im neuen Jahr besonders viel Glück haben will, sollte unbedingt darauf achten, dass an Silvester rote Unterwäsche bereitliegt. Allerdings sollte man das Dessous von jemandem geschenkt bekommen haben und an Neujahr muss man es sofort wegwerfen, sonst wirkt der Zauber nicht. Also besser nichts zu Teures auswählen. (resa)

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