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Veganer Joghurt: Vorsicht vor diesen Schadstoffen

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Von: Tobias Becker

Edeka Düsseldorf
Joghurt gibt es in allerlei Sorten - auch als vegane Variante! © Rolf Vennenbernd

Viele Ernährungsprodukte gibt es inzwischen auch in veganer Variante - so auch für Joghurts. Aber: Ist Joghurt ohne Milch eine gute Alternative?

Ein Joghurt schmeckt den meisten, aber: Was ist, wenn ich vegan leben möchte? Das machen immer mehr Menschen in Baden-Württemberg und Deutschland. Joghurts bestehen schließlich immer aus Milch - oder doch nicht? Ob man nun vegan lebt oder einfach weniger Milchprodukte zu sich nehmen möchte, es gibt eine Vielzahl an Alternativen, denn Joghurt muss nicht immer mit Milch hergestellt werden. Es geht auch mit Soja, Mandel, Kokos, Hafer und anderen Grundlagen. Aber schmecken diese alternativen Joghurts auch? Und sind sie alle einwandfrei?

Vegane Joghurt-Alternative: So schmecken die milchfreien Produkte

Zuerst sollte gesagt sein, dass Joghurts, die mit Milch produziert werden, meist einen leicht säuerlichen Geschmack haben. Der Grund dafür, sind Kulturen aus Milchsäurebakterien, die die Lactose in Lactat umwandeln - also den Milchzucker in Milchsäure. Aber: Dazu braucht es keine Milch. Denn die sogenannte Fermentation ist auch mit veganen Alternativen im Prinzip möglich, nur dass dann eben nicht Lactose, sondern die pflanzliche Hauptzutat - wie beispielsweise Saccharose - verzehrt wird. Wirklich vegan ist es allerdings nur dann, wenn die Kulturen zuvor auf veganem Nährboden wuchsen.

Und wie ist es mit dem Geschmack? Die meisten veganen Joghurts haben den üblichen, leicht säuerlichen Geschmack, aber eben auch einen leichten Beigeschmack, der den Basiszutaten wie Kokos oder Mandeln zugrunde liegt. Wie Öko-Test in einem Test berichtet, hatten Geschmacksexperten (geschulte Sensoriker) „kaum etwas zu kritisieren“ an 22 getesteten Produkten.

Chapeau, denn tatsächlich ist es nicht so einfach, einen veganen Joghurt herzustellen, da Joghurt normal recht cremig ist, was durch die Bindung von Eiweiß passiert. Mit Ausnahme von Soja haben pflanzliche Grundstoffe, wie Hafer oder Kokos jedoch weniger Eiweiß. Die Lösung der Hersteller: Verdickende Zutaten! Stärke dient da zum Beispiel als Alternative. Hier kann es bei manchen Produkten dazu kommen, dass der Stärke-Geschmack rauskommt.

Vegane Joghurt-Alternative: Aufpassen auf schädliche Stoffe

Nur weil es ein veganes Joghurt ist, ist es aber nicht gleich auch gesünder. Aufpassen sollten Käufer*innen bei Soja-Joghurts, denn hier kam es in den Untersuchungen von Öko-Test vor, dass das „krebsverdächtige Spritzmittel Glyphosat“ entdeckt wurde. Bei anderen Grundzutaten gab es keine Pestizid-Funde. Auch die Zugabe von diversen Aromen ist möglich. So kann eine leichte Vanille-Note durchkommen, aber mal ehrlich: Warum? Denn die Joghurts schmecken meist auch ohne solche Zusätze.

Eiweiß-Werbung: Was hinter dem Hinweis «proteinreich» steckt
Joghurt gibt es auch in veganen Alternativen. © Zacharie Scheurer

Auch Phosphate können in veganem Joghurt vorkommen. So soll beispielsweise Calciumphosphat enthalten sein, da es daran bei veganer Ernährung fehlen könnte. An sich also kein Problem, oder doch? Calciumzusatz sicherlich nicht, aber: Wenn es als Phosphatsalz vorkommt, kann es für ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle sorgen, da es den Phosphatspiegel im Blut steigert.

Vegane Joghurts haben ein Namensproblem!

Vegane Joghurts sind durchaus eine gute Alternative, haben aber noch ein Problem: Der Name! Vegane Joghurts dürfen nicht als Joghurt bezeichnet werden auf der Verpackung. Der Grund: Der EU-Gerichtshof hat 2017 entschieden, dass rein pflanzliche Produkte nicht unter Bezeichnungen wie Milch, Käse oder Joghurt vermarktet werden dürfen. Wer also ein veganes Joghurt probieren möchte, muss nach Produkte wie „Lughurt“ oder „Sojaghurt“ und Co. Ausschau halten.

NameEuropäischer Gerichtshof
HauptsitzKirchberg-Plateau, Luxemburg
Gründung1952

Zusammenfassend kann man sagen, dass auf Grundlage der Öko-Test-Untersuchung vegane Joghurts keine schlechte Alternative sind. Die minimalen Beigeschmäcker durch die Basis aus Hafer, Kokos und Co. sind durchaus verschmerzbar. (tobi)

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