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Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Darum ist das Vakzin so einzigartig

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Von: Sina Koch

Corona - Ein weiterer Impfstoff gegen das Coronavirus ist nun in Deutschland zugelassen. Das Präparat von Johnson & Johnson könnte das Impfverfahren erheblich beschleunigen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den US-amerikanischen Impfstoff gegen das Coronavirus von Johnson & Johnson am 11. März zugelassen. Deutschland steht also schon bald ein weiterer Impfstoff neben denen von Biontech, AstraZeneca und Moderna zur Verfügung. Der Impfstoff hat einige Besonderheiten, die ihn von den anderen Präparaten unterscheidet.

NameJohnson & Johnson
Gründung1886
CEOAlex Gorsky
ChairmanWilliam C. Weldon
SitzNew Brunswick, New Jersey, Vereinigte Staaten
BranchePharmazeutische Produkte und Medizinprodukte

Johnson & Johnson Impfstoff: Das macht ihn so einzigartig

Der Corona-Impfstoff ist ein Vektorimpfstoff. Er bildet die Grundlage - ein sogenanntes Trägervirus, welches Informationen in den Körper schleust. Der genetische Bauplan eines Teils des Coronavirus wird also in einen abgeschwächten Trägervirus verpackt. Bei der Impfung werden dann mithilfe des Trägervirus Teile des Erbmaterials des SARS-CoV-2 in die menschliche Zelle übertragen und nachgebaut. Das Immunsystem reagiert darauf und bildet Antikörper gegen COVID-19.

Der Vektorimpfstoff unterscheidet sich vor allem in den Trägerviren. Bei Johnson & Johnson ist es ein unschädlich gemachtes menschliches Schnupfenvirus, welches das Trägervirus bildet. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Die Körperzellen des Geimpften bilden mithilfe der Bauanleitung das Protein, der Körper entwickelt eine Immunantwort. Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson hat einen entscheidenden Vorteil: Der Impfstoff muss nur einmal verabreicht werden.

Der Schutz beginnt etwa 14 Tage nach der Impfung. Die Dauer des Impfschutzes ist noch nicht bekannt, da sie noch im Rahmen laufender klinischer Studien untersucht wird. Gelagert wird der ungeöffnete Impfstoff im dunklen Kühlschrank bei etwa 2 Grad bis 8 Grad.

Johnson & Johnson Corona-Impfstoff: Vorsichtsmaßnahmen und Anwendung

Das Vakzin von Johnson & Johnson (Ad26.COV2-S) hat eine farblose bis gelbliche Farbgebung und wird in den Oberarm gespritzt. Personen im Alter von 18 Jahren und älter können mit 0,5 ml des Präparats geimpft werden. Die Impfung soll bei Personen, die eine akute, schwere, fieberhafte Erkrankung oder eine akute Infektion haben, verschoben werden. Jedoch soll beim Vorliegen einer leichten Infektion und/oder leichtem Fieber die Impfung nicht verzögert werden.

Im Falle einer Schwangerschaft haben die tierexperimentellen Studien mit dem Johnson & Johnson Impfstoff keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen in Bezug auf die Schwangerschaft ergeben. Zudem ist bisher nicht bekannt ob das Vakzine in die Muttermilch übergeht. Aus diesem Grund soll eine Impfung während der Schwangerschaft nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen alle potentiellen Risiken für Mutter und das heranwachsende Kind überwiegt.

Johnson & Johnson Vakzin: Wie wirksam ist der Impfstoff?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson bietet laut US-Arzneimittelbehörde (FDA) einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19-Verläufen - gemessen 28 Tage nach Verabreichung einer Impfdosis. Vor schweren bis lebensbedrohlichen Erkrankungen ist der Geimpfte laut FDA nach demselben Zeitraum mit 85 Prozent geschützt.

Zwei Verpackungen des Corona-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson
Zwei Verpackungen des Corona-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson © David Zalubowski/dpa

Johnson & Johnson Präparat: Diese Nebenwirkungen sind möglich

Die beobachteten Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson sind vor allem:

Der Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers ist unter „besonderer Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wird neue Informationen zu diesem Vakzin bewerten und, falls erforderlich, die weiteren Erkenntnisse aktualisieren. Mit steigenden Impfzahlen werden auch immer mehr Erkenntnisse zu möglichen Nebenwirkungen der verschiedenen Corona-Impfstoffe gewonnen. (sik)

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