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Kaufland: Kunden wegen Produkt völlig entsetzt – „Wer zur Hölle...“

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Von: Fabienne Schimbeno

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Der Gang in einer Kaufland-Filiale
Die Supermarkt-Kette „Kaufland“ erntet gerade ganz schön viel Kritik für ein Produkt (Symbolfoto). © Andreas Gebert/dpa

Umweltbewusstsein war noch nie so wichtig wie in diesem Zeitalter. Das sollten auch Supermärkte wissen. Ein Produkt der Supermarkt-Kette „Kaufland“ sorgt jetzt für Empörung auf Twitter:

Ein Rührei zuzubereiten ist an sich gar nicht so schwer: Zwei bis drei Eier aufschlagen, mit Milch verquirlen, je nach Belieben mit Gewürzen verfeinern, die Flüssigkeit in die Pfanne geben und rühren. Für alle, denen es aber doch nicht schnell und einfach genug gehen kann, hat die Supermarkt-Kette Kaufland jetzt ein neues Produkt in ihren Regalen, nämlich Rührei im Tetra Pak. Das Fertigprodukt kommt bei einer Kundin aber überhaupt nicht gut an.

Skandal im Regal: „#Greenwashing statt #ZeroWaste“? Eine Kaufland-Kundin ärgert sich

„Ich frage mich wie ein Unternehmen, dass sich angeblich ernsthaft der nachhaltigen Sortimentsgestaltung verschrieben hat, so einem unnützen Produkt Platz in seinen Regalen einräumen kann? Plastikmüll statt Naturware? Das ist #Greenwashing statt #ZeroWaste“, schimpft die Betroffene auf Twitter. In der Tat wirbt Kaufland auf seiner Webseite für eine „nachhaltige Gestaltung seines Sortiments“: „Als Einzelhandelsunternehmen tragen wir Verantwortung für unsere Umwelt – gerade im Hinblick auf Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verlust der Artenvielfalt ist das wichtiger denn je!“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Kaufland hat in der vergangenen Zeit immer mal wieder für den ein oder anderen Skandal gesorgt: Man erinnere sich zum Beispiel nur an den Ekel-Fund in einer Erbsendose vor einigen Tagen. Jetzt löst der Discounter auch noch eine Umwelt-Debatte auf Social Media aus.

Auch andere Twitter-User stimmen der verärgerten Kundin hinsichtlich des Fertigprodukts zu: „OMG das wird ein Flop des Jahres. Wer zur Hölle kauft ein Rührei wo man nur warm machen muss? Ich meine, jeder kann ein Rührei machen, wenn man den Herd anzünden kann und ne Pfanne hat“, schreibt ein Nutzer. „Alles nur kein Ei“, kommentiert eine weitere Userin.

Die Online-Plattform „Utopia.de“, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt, kritisiert zudem: „Eigentlich hat sich Kaufland vorgenommen, unnötiges Verpackungsmaterial einzusparen: Bis 2025 will der Discounter seine Plastikverpackungen um 20 Prozent reduzieren (...) Zugleich verkauft Kaufland weiterhin Lebensmittel mit unsinnigen Plastikverpackungen – wie etwa das Rührei im Karton“. „Noch absurder“ sei aber die Müllmenge, die die Verpackungen erzeugen. Von außen sei nur der Pappkarton sichtbar, wie das Onlinemagazin erklärt, im Inneren stecke aber eine Haftschicht aus Kunststoff sowie eine Aluminiumfolie. „Die Förderung von Aluminium ist extrem umweltschädlich und Kunststoff nicht biologisch abbaubar“, wird weiterhin bemängelt.

Ei im Tetra Pak von Kaufland: Fluch und Segen zugleich - so reagiert das Netz

Wo klimabewusste Verbraucher einen Skandal sehen, da sehen andere Konsumenten wiederum eine Chance: Ein User auf Twitter schreibt zum Beispiel, dass gerade für Menschen mit Handicap das Fertig-Rührei „eine echte Erleichterung“ sei. Ein anderer Nutzer erklärt: „In Restaurantküchen seit Jahrzehnten benutzt und alle Gäste haben es gegessen“. Ein weiterer bestätigt diese Aussage, indem er schreibt: „Was glauben die lieben Kunden eigentlich, was sie schon seit Jahren in der Gastronomie aufgetischt bekommen???!!!“. „Nicht jeder ist in der Lage sich ein Rührei zu machen, egal ob Handicap, Depression oder ähnliches. Für diese Personenkreis ist das ein Segen (...)“, äußert sich eine Twitter-Userin weiterhin.

Die Meinungen zum Rührei im Tetra Pak scheinen also stark auseinanderzugehen. Wie so oft, wenn‘s ums Klima und die Umwelt geht. Aber auch andere Supermarkt-Ketten setzen auf das schnelle Produkt: Beispielsweise führt Edeka das abgepackte Rührei laut einem Artikel von „t-online“ in seinen Filialen und wirbt ebenfalls auf seiner Homepage für „umweltfreundliche Verpackungen“. Darüber hinaus seien Rühreier aus dem Tetra Pak in der Gastronomie „schon länger im Einsatz“, wie „t-online“ behauptet. 

Wie viele Kunden auf die Eierspeise aus dem Tetra Pak zurückgreifen oder ob das proteinhaltige Gericht auf die altmodische Art und Weise zubereitet wird, bleibt offen. (fas)

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