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Salmonellen-Ausbruch: Ferrero weitet Rückruf international aus – immer mehr Länder betroffen

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Von: Marten Kopf

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Kurz vor Ostern vermelden mehrere Länder Salmonellen-Infektionen nach dem Verzehr von Überraschungseiern. Ferrero startet einen umfangreichen Rückruf:

Update vom 7. April: Die Liste der vom Rückruf betroffenen „kinder“-Produkte wurde in Deutschland noch einmal ausgeweitet. Auch international sind immer mehr Länder betroffen. Der Ferrero-Rückruf beschränkt sich mittlerweile nicht mehr auf Europa, sondern wurde laut Deutscher Presse-Agentur mittlerweile auch auf Australien ausgeweitet. Auch in Israel ruft Ferrero als strenge Vorsichtsmaßnahme ebenfalls mehrere Kinder-Produkte zurück.

Update vom 6. April: Ferrero hat aufgrund einer möglichen Verbindung zu einem größeren Salmonellen-Ausbruch nun auch in Deutschland einen Rückruf gestartet. Betroffen sind den Ang aben zufolge nicht nur Überraschungseier, sondern auch weitere Kinder-Schokoprodukte wie Schokobons. HEIDELBERG24 gibt einen Überblick über die vom Rückruf betroffenen Kinder-Produkte von Ferrero.

UnternehmenFerrero
HauptsitzAlba (Italien)
Jahresumsatz12,3 Milliarden Euro (2020)

Salmonellen-Gefahr bei Überraschungseiern – europaweit bereits mehrere Fälle

Erstmeldung vom 5. April: Wegen mehr als 60 Fällen von Salmonellen-Erkrankungen in Großbritannien ruft Ferrero knapp zwei Wochen vor Ostern einige Chargen an Kinder-Überraschungseiern zurück. Die dortige Lebensmittelsicherheitsbehörde teilte mit, der Rückruf habe „eine mögliche Verbindung zu einem Salmonellen-Ausbruch“. Kunden in Deutschland sind von dem Rückruf bislang nicht betroffen.

Eine Warnung der anderen Art verbreitet aktuell Schoko-Konkurrent Milka über seine Internetseite: Aktuell kursiert ein vermeintliches Oster-Gewinnspiel von Milka, bei dem es sich um einen gefährlichen Fake handelt.

Überraschungseier-Rückruf: 63 Salmonellen-Infektionen in Großbritannien

Etwa 63 Menschen in Großbritannien, vor allem kleine Kinder, waren an einer Salmonellen-Infektion erkrankt, wie die Nachrichtenagentur PA am Montag meldete. Auch in Deutschland, Frankreich, Schweden und anderen europäischen Ländern soll es einige Infektionen gegeben haben. In Frankreich gab es ebenfalls einen Rückruf von Ferrero-Produkten nach 21 Infektionsfällen, wie die Gesundheitsbehörden in Paris mitteilten.

Von dem Rückruf in Großbritannien sind Chargen mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen dem 11. Juli und dem 7. Oktober 2022 betroffen, die alle in der gleichen Fabrik hergestellt wurden. Den offiziellen Angaben zufolge bezieht sich das auf 20 Gramm schwere Eier beziehungsweise Dreierpacks in dieser Größe. Kunden wird empfohlen, Überraschungseier mit diesen Merkmalen nicht zu essen.

Salmonellen im Ü-Ei: Gesundheitsbehörden untersuchen Auswirkungen

Andere Ferrero-Produkte sollen jedoch nicht betroffen sein. Die britischen Gesundheitsbehörden untersuchen die Auswirkungen. Wie die französischen Gesundheitsbehörden mitteilten, handele es sich genetisch um dieselben Salmonellen, die für einen Ausbruch von Salmonellen-Erkrankungen in Großbritannien und Irland verantwortlich sind. 

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Hergestellt werden die betroffenen Kinder-Schokoprodukte alle demnach in einer Fabrik im belgischen Arlon. Nach französischen Angaben laufen diesbezüglich Untersuchungen der belgischen Lebensmittelbehörden. Erst kürzlich waren in Deutschland auch Produkte anderer Süßigkeitenhersteller von Salmonellen betroffen*, wie Ruhr24 berichtet.

Was sind Salmonellen und welche Erkrankungen rufen sie hervor?

Salmonellen sind bewegliche, stäbchenförmige Bakterien, die unterschiedliche Krankheiten hervorrufen können. Dazu zählen Typhus, Paratyphus und eine Darmentzündung (Enteritis). Bei einer Salmonellen-Enteritis setzen sich die Bakterien im Darm fest und verursachen Brechdurchfall. Sie kommt vor allem bei Kleinkindern und im Sommer vor.

In der Regel heilt eine Salmonellenvergiftung innerhalb weniger Tage aus. Gefährlich ist der Flüssigkeitsverlust infolge des Brechdurchfalls. Andere Salmonellen-Unterarten rufen Typhus oder Paratyphus hervor. Weltweit erkranken nach Schätzungen jährlich rund elf bis 21 Millionen Menschen an Typhus abdominalis.

Salmonellen-Vergiftung: Welche Symptome treten auf und wie wird sie behandelt?

Bei Enteritis treten nach fünf bis 72 Stunden die ersten Symptome einer Salmonellenvergiftung auf: akuter Brechdurchfall, Bauchkrämpfe, Fieber, Kopfschmerzen. Bei Typhus entwickelt sich die Vergiftung meist schleichend, drei bis 60 Tage nach Infektion. Typisch sind Fieber, grau belegte Zunge, geschwollene Milz und Hautausschlag. Paratyphus-Erkrankungen fallen in der Regel milder aus.

Während Enteritis-Symptome sich vorwiegend nach wenigen Tagen ohne Behandlung bessern, wird eine typhösen Erkrankung in der Regel sofort mit Antibiotika behandelt. Da Salmonellen ansteckend sind, besteht bei jedem Verdacht einer Salmonellen-Erkrankung Meldepflicht. Salmonellen können in Stuhlproben und im Blut nachgewiesen werden. (mko/rmx/dpa) *HEIDELBERG24 und Ruhr24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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