Discounter muss reagieren

Lidl: Skandal um Vegan-Alternative – Kunden drohen mit Konsequenzen für Discounter

Lidl: Weil sich der Discounter einen kleinen, aber gravierenden Fehler geleistet hat, bahnt sich ein Shitstorm an. Im Netz häufen sich die wütenden Kunden-Kommentare – aus diesem Grund:

Neckarsulm - Noch im Frühjahr kündigte Lidl an, seinen Kunden künftig mehr vegane Alternativen im Sortiment anbieten zu wollen – jetzt erhält der Discounter aus Baden-Württemberg* ausgerechnet wegen eines (vermeintlich) veganen Produkts einen ausgewachsenen Shitstorm im Netz. Grund ist ein kleiner, aber gravierende Fehler, durch den Lidl nun vor allem die Wut von Veganern auf sich zieht. Auslöser des Netz-Skandals sind ausgerechnet die beliebten Mini-Donuts, die es in der Selbstbedienungs-Abteilung von Lidl für knapp 20 Cent zu kaufen sind. Eine Besonderheit bei den Donuts: sie sind vegan – oder waren es zumindest bis vor kurzem. Denn nach einer Veränderung der Rezeptur der Donuts verpasste es Lidl offenbar, seine Kunden darüber zu informieren, dass darin nun Molke enthalten ist. Darüber berichet auch hna*.

UnternehmenLidl
Gründung1973
HauptsitzNeckarsulm
Beschäftigte315.000

Lidl: Skandal um vegane Donuts – Discounter verwendete tierisches Produkt

Wie HEIDELBERG24* berichtet, kam es nach der Änderung der Mixtur der vermeintlich veganen Donuts also dazu, dass vegan lebende Kunden unwissend ein tierisches Produkt in Form von Milch zu sich nahmen. Der Discounter räumte den Fehler schließlich auf seinen Social-Media-Kanälen ein. „Wir möchten uns aufrichtig für die falsche Kennzeichnung der Bake Off Mini Donuts entschuldigen“, schrieb Lidl am 18. Februar zum Beispiel in einer Stellungnahme auf der Facebook-Seite. „Uns ist dieser Fehler durch einen Rezepturwechsel passiert, welcher nicht transparent kommuniziert wurde, was den Vorfall jedoch nicht rechtfertigt.“

Das Statement von Lidl zum Donut-Skandal (Fotomontage)

Lidl erklärte weiter, dass der Rezepturwechsel bei den vermeintlich veganen Donuts kurzfristig leider nicht mehr zurückgenommen werden könne. „Wir können wirklich gut nachvollziehen, dass ihr verärgert seid und ihr das uns entgegengebrachte Vertrauen in Frage stellt“, heißt es weiter. Der Discounter versprach jedoch, weitere Schritte in die Wege leiten zu wollen. Die Filialen seien darüber informiert, dass die vegane Auszeichnung an den Donuts auszutauschen seien. Das änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass etliche vegane Kunden bereits von den Mini-Donuts gegessen hatten*, wie auch merkur.de berichtet. Schnell breitete sich eine Welle der Empörung im Netz aus.

Lidl: Shitstorm wegen vermeintlich veganen Donuts – Shitstorm gegen Discounter im Netz

Die Entschuldigung von Lidl konnte die Welle der Empörung nicht mehr stoppen, die sich nach Bekanntwerden des Donut-Skandals im Netz ausbreitete. Viele Kunden drohen nun sogar damit, ihrem Stamm-Discounter den Rücken zu kehren. „Ich habe sehr gerne bei Lidl eingekauft. Aber so eine Panne geht gar nicht“, lautet einer von vielen Kommentaren bei Facebook. „Vertrauen ist keines mehr da und kann auch nicht zurückerobert werden“, lautet eine weitere Reaktion auf den Lidl-Fehler.

Selbst unter einem Instagram-Beitrag des Discounters, in dem es eigentlich um eine neue Werbe-Aktion geht, bei der der Lidl die Gesichter der Kunden scannt,* häufen sich die wütenden Kommentare zum Donut-Skandal. „Den Verbraucher (vor allem den mit Allergien) so unnötig zu täuschen, ist fahrlässig! Werde erstmal einen großen Bogen um ihre Filialen machen“, schreibt eine Kundin.

Während andere Kunden sich etwas versöhnlicher zeigen und Lidl auch dafür loben, den Fehler mit den veganen Donuts transparent aufgeklärt zu haben, hofft der Discounter offenbar, mit seiner kommenden Aktion das Vertrauen der veganen Kunden zurückgewinnen zu können. „Ab April findet ihr Käse- und Milchalternativen deutschlandweit fest im Sortiment. Wir hoffen, ihr freut euch darüber und schenkt uns auch weiterhin euer Vertrauen.“ Ob das für die wütenden Veganer tatsächlich ausreicht, bleibt abzuwarten.

Lidl: Nicht der erste Donut-Skandal beim Discounter

Vor rund einem Jahr sorgte Lidl bereits einmal für einen kleinen Skandal um sein Backwaren-Angebot. Eine Werbung für Donuts und Bagels versah der Discounter Anfang 2019 mit dem Spruch „Loch ist Loch“ – doch die Anspielung auf die kreisrunde Öffnung der Backwaren schmeckte nicht jedem Kunden. Viele Menschen warfen Lidl vor, dass der Spruch sexistisch sei und wehrten sich gegen die Facebook-Werbung. Wenige Tage später wurde der Facebook-Post von Lidl wieder gelöscht – und der Discounter entschuldigte sich für den Spruch. (kab) *HEIDELBERG24, hna und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/Alma Alfiri/dpa

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