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Lidl scannt Kunden-Gesichter: Lustige Aktion mit Hintergedanken?

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Von: Katja Becher

Lidl: Im Rahmen der neuen Werbe-Aktion „Omüse“ scannt der Discounter die Gesichter seiner Kunden. Davon sind allerdings nicht alle begeistert. Warum der Werbe-Gag nach hinten losgehen könnte:

Neckarsulm - Lidl ist dafür bekannt, sich für Werbung ganz besondere Aktionen einfallen zu lassen. Der neueste Werbe-Gag für die Kunden des Discounters aus Baden-Württemberg* heißt „Omüse“ – eine vermeintlich auf Künstlicher Intelligenz basierende Anwendung, durch die Kunden von Lidl auf witzige Weise herausfinden können, welches Obst und Gemüse zum eigenen Gesicht passt. Viele Kunden zeigen sich von dem Werbe-Gag begeistert – doch nicht jedem schmeckt die neue „Omüse“-Aktion. Wie HEIDELBERG24* berichtet, sprechen nun auch Experten eine vorsichtige Warnung aus. Steckt hinter der Werbe-Aktion von Lidl ein ernster Hintergedanke?

DiscounterLidl
Gründung1973
Anzahl der Beschäftigten315.000
SitzNeckarsulm

Lidl: Neue Werbe-Aktion „Omüse“ scannt Gesichter der Kunden

Wer über den Link der Lidl-Aktion mit seinem Smartphone sein Gesicht scannen lässt, könnte am Ende der „Analyse“ angezeigt bekommen, dass „Papricujaree“ (Paprika, Maracuja, Porree) , am besten zu einem passt. Mit „Omüse“ finden die Kunden nicht nur heraus, welchem Obst und Gemüse sie ähneln. „Hast du gewusst, dass dein Gesicht dir deinen persönlichen Vitamin-Mix verrät?“, schreibt Lidl auf seiner Facebook-Seite. Das sollte man natürlich nicht zu ernst nehmen. Was der Discounter im Rahmen seiner Werbe-Aktion aber tatsächlich liefert, sind Tipps zur gesunden Ernährung. Wer zum Beispiel eine „Tomangoccoli“ (Tomate, Mango, Brokolli) als Ergebnis hat, erfährt direkt auch noch dass das Vitamin-B in Tomaten die Konzentration fördern – oder die Folsäure in einer Mango einen Anti-Aging-Effekt haben kann.

Ein Instagram-Post von Lidl zur „Omüse“-Aktion (Fotomontage)
Ein Instagram-Post von Lidl zur „Omüse“-Aktion (Fotomontage) © Jens Kalaene/dpa

Lidl: Gesichtsscanner „Omüse“ – lustiger Werbegag schmeckt nicht jedem

Während viele Lidl-Kunden sich im Netz über Ergebnisse wie „Rubarotte“ (Rucola, Banane, Karotte) amüsieren, zeigen sich andere eher misstrauisch – und vermuten hinter der Werbe-Aktion einen Hintergedanken, wie auch ruhr24.de* berichtet. „Klar ich lass mein Gesicht bei Lidl scannen. Das ist dann etwas zu viel des Guten“, ärgert sich zum Beispiel ein Facebook-Nutzer. Eine andere Kundin hakt nach: „Hat das schon jemand ausprobiert? Oder sammelt Lidl wieder Daten von uns?“ Zuletzt hatte der Discounter auch mit einer anderen Werbung Aufsehen erregt: Ein Rap-Werbespot in dem Lidl die Konkurrenz disste*, löste einen Mega-Hype im Netz aus.

Lidl: Discounter scannt bei Werbe-Aktion Gesichter der Kunden – Experten sprechen Warnung aus

Tatsächlich vermuten Experten der Lebensmittel-Zeitung, dass Lidl mit der Aktion noch ein weiteres Ziel haben könnte, wie merkur.de* berichtet. Demnach könne der Discounter durch „Omüse“ verfolgen, wie viele Nutzer über die Social-Media-Seiten von Lidl auf die Plattform der Aktion gelangen. Dort müssen sie mit zwei Klicks bestätigen, ob sie die Datenschutzhinweise gelesen haben und der Verarbeitung ihrer persönlichen Daten zustimmen.

Auch wenn die „Omüse“-Aktion nach Angaben von Lidl einfach dafür gedacht sein soll, den Kunden zu auf unterhaltsame Weise zu vermitteln „in welcher Obst- und Gemüsekombination dein perfekter Vitaminmix steckt“ – der Discounter könnte dadurch auch wertvolle Informationen erhalten, wie seine Kunden zum Thema Datenschutz eingestellt sind. Letztendlich ist es aber natürlich jedem selbst überlassen, ob er einer Verarbeitung von persönlichen Daten zustimmt – oder eben nicht erfährt, welches „Omüse“ am besten zu einem passt. (kab) *HEIDELBERG24, ruhr24.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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