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Feuerwerk-Verkauf bei Lidl: Discounter startet eine Silvester-Revolution

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Von: Ann-Kathrin Metzger

Feuerwerk-Verkauf bei Lidl: Bund und Länder haben sich geeinigt, dass es kein generelles Verbot für Silvester-Feuerwerk geben soll. Lidl hat jedoch eine entscheidende Neuheit beschlossen.

Böller und Raketen gehören zum Jahreswechsel dazu. Auch im Corona-Jahr 2020 soll darauf nicht verzichtet werden. Bund und Länder wollen den Bürger*innen zwar empfehlen, zum Jahreswechsel auf ein Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Grundsätzlich soll Böllern aber auch 2020 erlaubt sein. In einigen Gebieten, wie öffentlichen und belebten Plätzen, soll es jedoch trotzdem ein Feuerwerksverbot geben. Details sollen die Kommunen bestimmen. Während erste Baumärkte bereits angekündigt haben, auf den Verkauf von Böllern und Feuerwerk für Silvester zu verzichten, bereiten Supermärkte und Discounter wie Lidl, Aldi oder Penny sich auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern vor. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Allein Kaufland will in diesem Jahr 80 Produkte verkaufen, wie die Pressestelle chip.de verriet. Auch Aldi Süd und Aldi Nord planen ein breites Aktionsangebot mit Raketen. „Wir richten unser Angebot nach den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden aus. Die Erfahrung zeigt, dass das Interesse unserer Kunden an Feuerwerk zu Silvester seit Jahren sehr groß ist“, sagt die Pressestelle des Discounters. Lidl hat sogar in einem Livestream bei Facebook seine Feuerwerks-Angebote in diesem Jahr vorgestellt.

NameLidl
SitzNeckarsulm, Deutschland
Gründung1973

Silvester-Feuerwerk bei Lidl: Neue App revolutioniert den Einkauf

Lidl geht dieses Jahr beim Verkauf von Raketen und Böllern einen komplett neuen Weg. Ab 7. Dezember können Kund*innen per App Feuerwerk beim Discounter reservieren und das Wunschprodukt dann ab 30. Dezember in der Filiale abholen. Das Sortiment umfasst Böller und Raketen in verschiedenen Preisklassen. So zum Beispiel das Set „Fire Fantasy“ für 7,53 Euro oder die Batterie „Casino Royal“ für 19,39 Euro. Hersteller ist der Marktführer WECO, der einen Großteil des deutschen Handels mit Feuerwerk beliefert.

Um Feuerwerk reservieren zu können, müssen Lidl-Kunden die neue App „Lidl Plus“ herunterladen und auf dem Smartphone installieren. Nach der Anmeldung wird die Option zur Reservierung von Feuerwerk in den nächsten Tagen angezeigt. Lidl testet damit auch indirekt „Click & Collect“. Eine Funktion, mit der Kund*innen ihre Einkäufe online vorbestellen und in Märkten abholen können. Andere Händler wie dm, Rewe oder Netto Marken-Discount bieten so eine Option bereits in ausgewählten Filialen an.

Ein Einkaufswagen voller Feuerwerk im Supermarkt (Symbolfoto)
Feuerwerk aus dem Supermarkt (Symbolfoto) © Tobias Hase/dpa

Silvester-Feuerwerk bei Lidl: Was, wenn Feuerwerk doch noch verboten wird?

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen, ist noch nicht abschließend zu sagen, welche Corona-Regeln in den verschiedenen Städten und Landkreisen für Silvester gelten werden. In der Landesverordnung von Baden-Württemberg heißt es dazu im Moment: „Da sich bei Feuerwerk auf beliebten Plätzen schnell große Gruppen bilden, ist Silvesterfeuerwerk in bestimmten Bereichen nicht erlaubt. Wo genau diese Verbotszonen liegen, legen die Städte und Gemeinden fest.“ Was also, wenn am Ende gar keine Feuerwerk an meinen Wohnort möglich ist?

Sofern Verbraucher*innen bereits gekauftes Feuerwerk in ihrem Wohnort nicht zünden dürfen, gilt: Geschäfte nehmen Feuerwerkskörper in Kulanzfällen zurück. Händler sind sogar verpflichtet, Feuerwerk entgegenzunehmen, wenn dieses entsorgt werden soll.

Ein Verfallsdatum haben gängige Feuerwerksprodukte übrigens nicht. Verbraucher*innen sollten Böller und Raketen allerdings in kleinen Mengen, kühl und trocken aufbewahren, am besten im Keller. Kinder sollten die Produkte nur schwer erreichen können und zudem sollten die Raketen und Böller nicht in der Nähe von Gasflaschen, Gift und Farben aufbewahrt werden.

Silvester-Feuerwerk: Bei einem Verstoß drohen hohe Geldstrafen

Wer Feuerwerkskörper bei Lidl, Aldi und Co. erwirbt und durch ein Verbot von den örtlichen Behörden überrumpelt wird, sollte beachten: Bei einem Verstoß kann ein erhebliches Bußgeld verhängt werden. Im schlimmsten Fall sind es 25.000 Euro, wenn beispielsweise durch das Böllern das Infektionsschutzgesetz missachtet wird und Personen sich dadurch mit dem Coronavirus infizieren.

Silvester-Feuerwerk: Welche Alternativen gibt es?

Verbote für Böller und Raketen gibt es in Baden-Württemberg nicht erst seit Corona. 2019 haben Städte wie Stuttgart oder Karlsruhe auf großes Feuerwerk verzichtet. Die schmutzige Luft in den Städten soll durch das Feuerwerk nicht noch zusätzlich belastet werden. Welche Alternativen gibt es also, wenn nicht geböllert werden darf? Wie wäre es in diesem Jahr zum Beispiel mit Wunderkerzen oder Konfetti-Kanonen, um im kleinen Kreis das neue Jahr zu begrüßen? Für den Außenbereich bieten sich auch Fackeln oder ein Lagerfeuer an, um mit Licht und Wärme ins neue Jahr zu starten. Die dunkle Silvesternacht erhellen können auch Laternen oder Lampions. Besonders Kinder dürften sich darüber freuen. (akm) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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