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Lidl mit Hanf-Handel: Discounter verkauft „Cannabis-Cookies“ – Verfahren eingeleitet

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Lidl will eigentlich ein ganz besonderes Sortiment auf den Markt bringen, doch nun steht erst einmal ein Prüfverfahren an. Der Grund: Es handelt sich um Hanf-Produkte.

Deutschland - Es sollte wohl eher ein witziges und auffälliges Sortiment werden, allerdings muss sich Lidl jetzt mit einem Verfahren herumschlagen. Der Grund: Der Discounter verkauft 21 Hanf-Produkte und das weckt natürlich sofort das Interesse der Justiz. Auch wenn alle Cannabis-Produkte absolut ungefährlich seien, muss das natürlich auch sichergestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn übernimmt derweil die Ermittlungen. Das berichtet HEIDELBERG24*.

DiscounterLidl
Gründung1973
SitzNeckarsulm

Lidl schließt wenige Wochen zuvor mit dem Start-up „The Green Dealers“ einen Millionen-Deal ab. Laut Lebensmittelzeitung agiert die Firma als Vertriebsdienstleister für Cannabis-Produkte, bei denen die berauschende Wirkung fehle. Hergestellt werden die Produkte von einem Unternehmen aus Tschechien. 21 dieser Waren hat sich Lidl für ein Aktionssortiment gesichert – unter anderem „Cannabis-Cookies“, „Hash-Brownies“ und „Cannabis-Energy-Drinks“. Alle seien frei von Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD). Lidl erhofft sich aber einen Umsatz aufgrund des besonderen Geschmacks und der besonderen Aufmachung.

Lidl: Discounter will Hanf-Sortiment verkaufen – Produkte beschlagnahmt

Wie Chip berichtet, werden jedoch immer wieder Hanf-Produkte beschlagnahmt – so auch die von Lidl. In einer bayrischen Filiale werden die Cannabis-Waren einbehalten. Diese werden nun auf verbotene Inhaltsstoffe untersucht. Der Discounter teilt am Freitag (13. August) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass er mittlerweile alle Hanfprodukte seines Aktionssortiments aus dem Verkauf genommen habe, weil einige davon derzeit von den Behörden unter die Lupe genommen werden. Man arbeite eng mit den Behörden zusammen, so Lidl. Weitere Angaben könne man wegen des laufenden Verfahrens nicht machen. Über das Prüfverfahren bei Lidl berichtet auch echo24*.

Lidl: Discounter will Hanf-Produkte verkaufen – Prüfverfahren läuft

Es geht laut den Ermittlern um einen möglichen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heilbronn sagt weiter, es werde untersucht, „ob die Produkte, die dort angeboten werden, THC oder CBD enthalten“. Es handle sich aber lediglich um einen Prüfvorgang, nicht um ein Ermittlungsverfahren. Mit Ergebnissen der Untersuchungen ist nach Angaben der Heilbronner Staatsanwaltschaft frühestens Ende kommender Woche zu rechnen.

Für Produkte mit Cannabidiol (CBD) ist nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz eine Zulassung nötig. Der Handel mit Artikeln mit einem höheren Gehalt an berauschendem Tetrahydrocannabinol (THC) ist in Deutschland verboten. (dpa/jol) *HEIDELBERG24 und echo24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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