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Lidl-Rückruf wegen THC in Lebensmitteln: Onlinemagazin startet kuriosen Aufruf

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Rückruf bei Lidl: Sechs Produkte enthalten den berauschenden Wirkstoff THC und werden zurückgerufen. Will sich nun ein Onlinemagazin etwas von der Ware abzwacken?

Update vom 27. August: Derzeit ruft Lidl mehrere Cannabisprodukte zurück. Obgleich der Discounterriese zuvor damit geworben hat, dass in den Nahrungsmitteln kein berauschendes THC enthalten ist, konnte in sechs der 21 Hanf-Produkte das Rauschmittel in erhöhten Mengen nachgewiesen werden. In Bayern greift schließlich die Polizei ein und beschlagnahmt die Produkte. Als Reaktion auf das Eingreifen der Behörden bietet Lidl seinen Kunden an, die Hanf-Produkte auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückgegeben zu können.

Nun meldet sich ein Medienhaus aus Franken zu Wort: „Was jedoch nur wenige Verbraucher wissen: Alternativ kann man sie auch an die Postillon-Redaktion in Fürth schicken. Als eines der ältesten Medienhäuser Deutschlands verfügt der Postillon über großes Fachwissen in vielen Bereichen – auch im Umgang mit Wirkstoffen aller Art. Wer die vom Rückruf betroffenen Hanfprodukte einschickt, kann sich darauf verlassen, dass sie sachgerecht vernichtet werden. Der Service ist kostenlos – nur den Versand müssen Sie selbst zahlen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Postillon.

Rückruf bei Lidl: Berauschendes THC in Lebensmittel – Polizei schreitet ein

Erstmeldung vom 25. August: Vor einigen Wochen hat der Discounter Lidl einen Millionendeal mit dem Start-Up „the Green Dealers“ abgeschlossen. Damit sicherte sich der Discounter 21 Hanf-Waren für ein Aktionssortiment. Darunter sind „Cannabis-Cookies“, „Hash-Brownies“ und „Cannabis-Energy-Drinks“. Alle Produkte seien frei von Tetrahydrocannabinol (THC) oder Cannabidiol (CBD) versichert der Discounter. „Für den typischen Hanfgeschmack werden in den Rezepturen nur Hanfsamen verwendet“, sagte ein Lidl-Sprecher gegenüber t-online.

Aufgrund der Aufmachung und des besonderen Geschmacks versprach sich Lidl einen starken Umsatz. Bereits in der Angebots-Woche sorgte dieses Sortiment jedoch anderweitig für Furore. In einer bayrischen Filiale wurden die Cannabis-Waren von der Polizei beschlagnahmt und auf verbotene Inhaltsstoffe untersucht*. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat die Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen.

Für Produkte mit Cannabidiol (CBD) ist nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz eine Zulassung nötig. Der Handel mit Artikeln mit einem höheren Gehalt an berauschendem Tetrahydrocannabinol (THC) ist in Deutschland verboten. Am 13. August teilt der Discounter auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, dass er alle Hanfprodukte seines Aktionssortiments aus dem Verkauf genommen hat. Man arbeite eng mit den Behörden zusammen, könne sich zum laufenden Verfahren aber nicht äußern.

Rückruf bei Lidl: Sechs Cannabis-Produkte erhalten zu viel THC

Wie sich jetzt herausstellt, ist in einigen Lidl-Produkten tatsächlich ein erhöhter THC-Gehalt festgestellt worden. Sechs der 21 Hanf-Produkte sind aktuell von einem Rückruf* betroffen. Das berichtet HEIDELBERG24*. Zurückgerufen werden unter anderem die Artikel des tschechischen Herstellers Euphoria Trades Trade s.r.o. und der slowenischen Marke Mogota d.o.o.:

Lidl-Rückruf wegen erhöhten THC-Werten: Was passiert bei Verzehr?

In allen genannten hanfhaltigen Lebensmitteln ist ein erhöhter Wert von Tetrahydrocannabinol (THC) festgestellt worden. Wer die genannten Produkte bereits verzehrt hat, könnten unerwünschte körperliche Reaktionen wie Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen erwarten. Lidl bittet seine Kunden darum, den Rückruf zu beachten und die Produkte nicht weiterzuverwenden. Andere bei Lidl in Deutschland verkaufte Lebensmittel der Hersteller sind von diesem Rückruf nicht betroffen.

Lidl ruft Cannabis-Produkte zurück: Auch Eigenmarke betroffen

Auch Lidl-Eigenmarken Solevita und Vita D’or sind von dem Mega-Rückruf betroffen. Bei ihnen soll ebenfalls ein erhöhter THC-Wert festgestellt worden sein. Um diese Produkte handelt es sich konkret:

Aus Gründen des konsequenten Verbraucherschutzes hat Lidl Deutschland sofort reagiert und alle Produkte aus dem Verkauf genommen. Die Produkte können in allen Lidl-Filialen zurückgegeben werden.

Lidl: Diese Cannabis-Produkte enthalten zu viel THC und werden deshalb zurückgerufen.
Lidl: Diese Cannabis-Produkte enthalten zu viel THC und werden deshalb zurückgerufen. © Lidl Deutschland (Fotomonatge HEIDELBERG24)

Auch ohne Vorlage des Kassenbons wird der Kaufpreis zurückerstattet. Lidl Deutschland entschuldigt sich bei allen Betroffenen für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Erst vor Kurzem hat Lidl ein Werkzeug zurückgerufen, das im Rahmen einer Aktionswoche verkauft worden ist*. Kunden droht dadurch Verbrühungsgefahr. (kp) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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