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Lippenstift im Test: Schock-Ergebnis – Warnung vor diesen Inhaltsstoffen

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Von: Tobias Becker

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Stiftung Warentest - Lippenstifte sind bei den meisten Frauen fester Bestandteil im Kosmetikbeutel. Gerade die rot-bräunlichen Farbtöne sind in Mode. Aber wie gut sind sie wirklich?

„Rote Lippen soll man küssen“, sang Cliff Richards schon vor vielen Jahren. Inzwischen müsste man(n) eher sagen, Rosenholz-Lippen sind die begehrenswerten, denn die rot-bräunliche Töne sind schlichtweg in Mode, was in diesem Herbst auch in Heidelberg, Mannheim* und anderen Orten in Baden-Württemberg* oft zu sehen ist. Es sieht gepflegt aus, nicht übertrieben unnatürlich. Der Farbton kommt bei beide Geschlechtern gut an. Männer finden ihn anziehend, Frauen fühlen sich damit wohl - und schminken sich mit Lippenstift in diesen rot-bräunlichen Tönen. Aber: Sind die Kosmetik-Produkte auch wirklich gesund? Die Antwort ist ernüchternd, laut Testergebnissen von Stiftung Warentest. (Weitere Testberichte bei HEIDELBERG24*.) 

Lippenstift im Test: So lief die Untersuchung ab

Im Test wurden 17 Lippenstifte von knapp vier Euro bis rund 38 Euro mit dem genannten Farbton untersucht. Dabei ging es um kosmetische Eigenschaften, wie Haltbarkeit, Konturenfestigkeit, Deckkraft und Abfärben. Aber auch Anwendung, Wärme- und Kältebeständigkeit oder die Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung waren Teil des Testergebnisses. Ebenso ging es um die Deklaration der Werbung und natürlich um kritische Stoffe, wie Mosh (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) sowie mosh-ähnliche synthetische Kohlen­wasser­stoffe. 

Allerdings gab es auch ein Kriterium, dass einen Lippenstift direkt in der ersten Prüfung durchfallen ließ. Produkte, die beispielsweise dem Test auf kritische Mineralölbestandteile nicht standhielten, wurden auch nicht weitergetestet. Und das Ergebnis: Erschreckend!

Lippenstift im Test: Achtung vor diesen drei Stoffen

Frauen, die diese rot-bräunlichen Lippenstifte des Tests von Stiftung Warentest nutzen, sollten vor allem auf drei Stoffe achten, die besonders kritisch sind. Dazu zählen Mosh, Titandioxid und Mosh-ähnliche synthetische Kohlenwasserstoffe. Die Gründe sind naheliegend: Sie schaden wohl der Gesundheit. Dennoch fiel auf, dass vor allem Titandioxid in jedem Produkt vorhanden ist - sogar in Naturkosmetik!

NameEuropäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa)
HauptsitzParma, Italien
GründungFebruar 2002

Wie oft passiert es, dass ein bisschen Lippenstift doch in den Mund gelangt und eventuell verschluckt wird? Das Problem bei Titandioxid im Lippenstift? Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Wirkung das Erbgut beschädigt. Heißt: Es kann krebserregend sein. Dabei war Titandioxid lange nicht als gesundheitsschädigend auf dem Radar. Nun hat jedoch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) im Mai diesen Jahres das weißende Farbpigment neu bewertet.

Lippenstift im Test: Das Problem mit Mineralölbestandteilen vom Typ Mosh

Doch Titandioxid ist nicht der einzige Inhaltsstoff, der Sorgen bereitet. Auch Mineralölbestandteile vom Typ Mosh können sich belastend für die Gesundheit auswirken. Wer Lippenstift mit Mosh benutzt, kann diese Substanz auch aufnehmen. Vor rund 10 Jahren wurde die Menge, die Menschen an Mosh aufnehmen, bereits als „potenziell besorgniserregend“ ausgerufen. Damals ging es um Lebensmittel.

Escort-Dame
Viele Frauen benutzen Lippenstift, aber es gibt auch Gefahren. © Lukas Schulze

Aber was macht Mosh eigentlich? Die Folgen sind noch unklar, aber es kann passieren, dass sich die Substanz in Organen und Geweben anlagern. Immerhin scheint Naturkosmetik, wenn sie zertifiziert ist, ohne die Mineralölbestände auszukommen, während Hersteller anderer Kosmetik wohl bewusst auf diese Substanzen setzt.

Lippenstift im Test: Das Schock-Ergebnis - zweimal sogar „mangelhaft“

Anders als im Testergebnis von Hafermilch, ist das Resultat bei Lippenstiften schockieren. Stiftung Warentest hat von 17 getesteten Produkten 15-mal die Note befriedigend (3) verteilt, was nicht unbedingt empfehlenswert ist. Die verbleibenden zwei Lippenstifte kassierten sogar die Bewertung „mangelhaft“ - und sind damit die großen Verlierer des Tests.

Überraschenderweise gilt nicht nur der preisgünstigste, getestete Lippenstift der „Full Satin Lipstick 030 Full of Passion“ von Catrice dazu, sondern auch der „Rouge Coco Ultra Hydrating Lip Colour 428 Légende“ von Chanel, welcher der teuerste Lippenstift war. Beide Produkte fielen durch die Eingangsprüfung auf kritische Stoffe durch. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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