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Aus für Luca-App: Baden-Württemberg verlängert Vertrag nicht

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Von: Florian Römer

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Baden-Württemberg wird bei der Kontaktnachverfolgung in der Corona-Pandemie künftig nicht mehr auf die Luca-App setzen. Einen entsprechender Vertrag wird nicht mehr verlängert:

Bye-bye Luca-App! Baden-Württemberg* wird künftig nicht mehr auf die Luca-App setzen, um Kontakte von Corona*-Fällen nachzuverfolgen. Das hat Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Mittwoch (26. Januar) bekannt gegeben. Die endgültige Entscheidung sei im Anschluss an ein öffentliches Experten-Hearing gefallen, heißt es aus Stuttgart. Die Anhörung hatte das Gesundheitsministerium Anfang der Woche veranstaltet. Dort war herausgekommen, dass viele Gesundheitsämter die Luca-App*
für überflüssig und zu ungenau halten.

„Wir werden nun in einem geordneten Verfahren aus der Nutzung der Luca-App aussteigen. Der Vertrag mit dem Anbieter culture4life läuft Ende März aus und wird nicht verlängert werden“, sagte Lucha. Bis dahin kann die App aber weiterverwendet werden, berichtet HEIDELBERG24*. Eine Übergangsphase soll den Nutzern und Anwendern nun die Möglichkeit bieten, sich auf die neue Situation einzustellen.

BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl11.103.043 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche35.751,46 km²
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann
LandeshauptstadtStuttgart

Baden-Württemberg: Aus für Luca-App im Südwesten

In der aktuellen Phase der Pandemie sei eine individuelle Kontaktpersonennachverfolgung nicht zwingend erforderlich und faktisch auch nicht leistbar. Die richtige Strategie sei derzeit eine bevölkerungsbezogene Kontaktpersonennachverfolgung. Die Strategie baut auf eigenverantwortliches, umsichtiges Handeln der Bürger. Unterstützen könne auch die kostenfreie Corona-Warn-App des Bundes. „Wir mussten eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen und haben unsere Entscheidung genau abgewogen. Letztlich sind wir zu dem Schluss gekommen, die Luca-App nicht weiter zu nutzen“, so der Gesundheitsminister.

Luca-App
Baden-Württemberg setzt ab März nicht mehr auf die Luca-App. © Christoph Soeder/dpa

Wie und in welcher Form die individuelle Kontaktnachverfolgung künftig umgesetzt wird, ist derweil noch unklar. Bis zu einer Änderung der weiterhin gültigen Regelungen zur Datenerfassung, beispielsweise in der Gastronomie, wird Luca allerdings weiter genutzt werden können. Viele Restaurantbesitzer und Veranstalter hatten im vergangenen Jahr mit Hilfe der Luca-App die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte ihrer Besucher ohne Zettelwirtschaft erledigt.

Immer stärkere Skepsis über Luca-App

Die Luca-App war vor gut einem Jahr mit großen Erwartungen gestartet worden. An dem System entzündete sich aber immer wieder heftige Kritik. Luca-Skeptiker stören sich vor allem am Konzept einer zentralen Datenspeicherung. Außerdem bezweifeln sie, dass das Luca-System die Gesundheitsämter tatsächlich wirkungsvoll unterstützen kann. Die Verträge mit 13 Bundesländern (alle außer Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen) hatten bislang ein Jahresvolumen von 20 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer. Schleswig-Holstein hat schon gekündigt.

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Zuletzt wurde auch Kritik laut, weil die Polizei bei Ermittlungen auf Kontaktdaten aus der Luca-App zugegriffen hat. Auch in Baden-Württemberg gab es entsprechende Anfragen der Polizei an die Luca-Betreiber*. (rmx) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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