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Luca-App: Nachverfolgung per QR-Code – bald auch in Baden-Württemberg?

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Von: Sina Koch

Seit dem 28. Februar ist die Luca-App mit prominentem Mitinitiator in aller Munde. Schafft es Deutschland nun Corona-Infektionen mit digitaler Hilfe aufzuspüren?

Stuttgart - Es klingt so bestechend: Die App soll die Nachverfolgung von Coronavirus-Infektionen durch einen digitalen Check-in erleichtern. Mit der „Luca-App“ können Nutzer und Nutzerinnen zum Beispiel beim Betreten eines Ladens einen QR-Code per Smartphone scannen und wenn sich später herausstellt, dass eine positiv auf Covid-19 getestete Person zur gleichen Zeit im Laden war, wird man benachrichtigt. Die Besucher eines Cafés, eines Restaurants, einer Kulturveranstaltung, aber auch eines Fußballspiels oder eines ähnlichen Events können sich mit Luca einchecken und für den Fall einer Corona-Warnung ihre Kontaktdaten hinterlassen.

Luca-App: Per QR-Code einchecken – Daten werden verschlüsselt

Die Idee der Luca-App erlangt vor allem durch den prominenten Rapper Smudo von den Fantastischen Vier Bekanntheit. Der Clou bei der App ist, dass die Daten verschlüsselt sind und weder der Luca-Betreiber noch der Anbieter sie einsehen können. Die Ämter dürfen erst bei einem Corona-Ausbruch in einem Cluster auf die Daten zugreifen. Dadurch können sie ihre Nachverfolgung deutlich effizienter starten, als dies über analoge Kontaktformulare möglich wäre.

Der Vorteil der App: Die Nutzer können sich nicht nur mit Hilfe eines QR-Codes auf dem Smartphone einchecken. Es gibt auch Lösungen für Besucher, die ohne Handy unterwegs sind. Die Gastgeber oder Veranstalter können die Daten in diesem Fall auch händisch über ein Kontaktformular aufnehmen und sie verschlüsselt abspeichern.

Luca-App: Berliner Start-Up will die Kontaktnachverfolgung erleichtern

Das Berliner Start-up neXenio entwickelt und betreibt die Luca-App. Es soll Tempo in die Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter bringen. Das System ist für Gastgeber und Gäste kostenlos. In den Nordseeinseln, Sylt, Föhr und Amrum ist Luca bereits im Einsatz und an die Gesundheitsämter angeschlossen. Die schleswig-holsteinische Datenschutzbehörde hat das Konzept vor dem Einsatz auf den Inseln geprüft und nichts beanstandet. Eine weitere Möglichkeit, die bei der Nachverfolgung helfen kann, ist die Corona-Warn-App.

Luca-App: App bald auch in Baden-Württemberg im Einsatz?

Im Vergleich zu Mecklenburg-Vorpommern hat Baden-Württemberg noch keine Lizenz erworben. Der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Stefan Brink unterstützt jedoch das Projekt und gibt grünes Licht für die App - Sie erfülle die hohen Datenschutzstandards. „Nach einem Jahr Pandemie müssen wir mehr bieten als Schwarz und Weiß, als Öffnen oder Lockdown“, macht auch Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, deutlich. „Wir müssen alle technischen Möglichkeiten voll ausschöpfen, die wir mittlerweile haben. Und die, die wir nicht haben, müssen wir mit Hochdruck vorantreiben.“ Er setzt auf Wege aus dem Lockdown, einer davon ist die Luca-App:

In Baden-Württemberg testen bereits drei Kommunen die Luca-App. Ob die App auch landesweit zum Einsatz kommt, ist noch unklar. Es gibt noch keine einheitliche Lösung der Regierungschefs zu der Luca-App. Der Handelsverband (HDE) hat sich aber bereits diese Woche für eine einheitliche Lösung zur Kontaktverfolgung ausgesprochen. Der Verband appelliert an die Kunden die digitalen Möglichkeiten, wie beispielsweise die Luca-App auch zu nutzen.

In Stuttgart möchte man, so Oberbürgermeister Frank Nopper „beherzt alle Möglichkeiten nutzen, die sich uns bieten. Diese App kann zum Türöffner für Handel und Kulturbetriebe werden“. Der Verwaltungsstab habe entschieden, dass das Gesundheitsamt in Zukunft auf Daten aus der App zurückgreifen wird. Auch weitere Städte in Baden-Württemberg, wie Freiburg und Karlsruhe sind der Luca-App zugetan. (sik) 

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