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Möbelhändler insolvent: Tausende Kunden erhalten ihr Geld nicht zurück

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Von: Josefine Lenz

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Das Möbelhaus „Made.com“ ist insolvent. Hunderte Mitarbeiter sind bereits arbeitslos und tausende Kunden werden auf ihren Kosten sitzen bleiben:

Jetzt also doch! Anfang November beantragt der Möbelhändler „Made.com“ aus Großbritannien Insolvenz. Auf der Webseite steht zu diesem Zeitpunkt bereits, dass das Unternehmen keine weiteren Bestellungen mehr aufnehmen kann. Nun berichtet „The Guardian“, dass einige Kunden auf ihren Kosten sogar sitzen bleiben.

Möbelhändler insolvent: Tausende Kunden erhalten ihr Geld nicht zurück

„Wir sind uns bewusst, dass dies für alle unsere Kund*innen frustrierend ist, und wir bedauern diese Situation aufrichtig und zutiefst. Wir werden alles tun, was wir können, um das bestmögliche Ergebnis für unsere Kund*innen, Lieferant*innen und Mitarbeiter*innen zu erzielen“, heißt es noch im Herbst 2022 auf der Webseite von Made.com. Nun steht jedoch fest, dass es für tausende Kunden keine gute Lösung geben wird.

Der vor zwei Jahren erst an die Börse gegangene Konzern ist komplett pleite. Wie aus einem Bericht von „The Guardian“ hervorgeht, sollen 30.000 Kunden ihr Geld für bereits bestellte Ware nicht mehr zurückerhalten. Neben Kunden gehören auch Lieferanten, Mitarbeiter und Aktieninhaber – wie Facebook und Google – zu den Betroffenen. Der Schaden belaufe sich auf rund 13,5 Millionen Euro (beziehungsweise zwölf Millionen Pfund).

Made.com insolvent: Kunden bleiben auf ihren Kosten sitzen, Mitarbeiter verlieren ihren Job

Made.com habe nicht mehr die Mittel, um die Kunden auszubezahlen. Lediglich 1,9 Millionen Pfund seien durch Kreditkartenrückbuchungen an Kunden getätigt worden. Der Hauptkreditgeber Silicon Valley Bank erhalte aber seine 3,8 Millionen Pfund zurück.

Außerdem sollen bereits zahlreiche Angestellte von Made.com ihren Job verloren haben. Den Berichten zufolge seien bereits 300 Mitarbeiter arbeitslos, die restlichen würden aber voraussichtlich auch ihren Arbeitsplatz verlieren. Grund für die Insolvenz seien das gesunkene Konsumverhalten und Störungen in der Lieferkette.

Wer auf die Webseite von „Made.com“ gehen möchte, wird weitergeleitet
Wer auf die Webseite von „Made.com“ gehen möchte, wird weitergeleitet © IMAGO/Cavan Images/Screenshot „Made.com“/Next

Made.com-Webseite nicht mehr aufrufbar – Kunden werden weitergeleitet

Wer übrigens jetzt auf die Webseite von Made.com gehen will, wird an den Shop „Next“ weitergeleitet – ebenfalls ein Möbelkonzern aus Großbritannien. Auf der Seite heißt es: „Made.com wird bald zurückkehren. In der Zwischenzeit shoppe Möbel bei Next“.

In den vergangenen Monaten hatte Made.com der Nachrichtenagentur PA zufolge angegeben, Investitionen von 70 Millionen Pfund (rund 81 Millionen Euro) zu benötigen, um sich über die nächsten anderthalb Jahre hinweg halten zu können. Für die Insolvenzverwaltung ist die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) beauftragt worden. Viele Unternehmen gehen derzeit pleite, so auch ein deutscher Seifenhersteller, der bereits seit 170 existierte. (jol)

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