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Maske beim Sport: So gefährlich kann der Mundschutz werden

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Von: Josefine Lenz

Ist es sinnvoll, eine Maske beim Sport zu tragen? Forscher aus Köln haben das Tragen eines Mundschutzes beim Joggen untersucht. Das Ergebnis:

Ob beim Einkaufen, in der Bahn oder in der Fußgängerzone – Maske ist in Zeiten der Corona-Krise zur Pflicht geworden. Viele Menschen tragen den Mundschutz auch beim Autofahren oder beim Spaziergang. Doch wie sieht es eigentlich im Sport aus? Sollte man eine Maske tragen, trotz körperlicher Anstrengung? Die Deutsche Sporthochschule Köln hat sich ebenfalls diese Frage gestellt und Untersuchungen gestartet. Nun kommen die Forscher zu einem interessanten Ergebnis.

KrankheitCoronavirus, Covid-19, SarS-Cov-2
ÜbertragungTröpfcheninfektion
VorsichtsmaßnahmeMaske, Abstand, Hygieneregeln

Maske beim Joggen tragen? – „Atemwegswiderstand ist ein wenig erhöht“

Masken, wie beispielsweise die FFP2-Variante, können die Atmung erschweren. Das bestätigt bereits das Robert-Koch-Institut und empfiehlt deshalb eine maximale Tragezeit von 75 Minuten. Danach sollte eine Pause eingelegt werden. Macht des dann überhaupt Sinn, mit solch einem Mundschutz Sport zu treiben?

Die Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln haben unterschiedliche Masken-Varianten untersucht und sie beim Joggen angezogen. Dabei wird festgestellt, dass eine Maske zwar das Laufen anstrengender macht, aber trotzdem ausreichend Sauerstoff in die Lunge gelangt. „Der Atemwegswiderstand ist ein wenig erhöht“, wird Hans-Georg Predel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin vom Spiegel zitiert. Für den normalen Freizeitsportler sei das Anziehen einer Maske also „unproblematisch“. Lediglich Leistungssportler könnten an ihre Grenzen kommen. Hier sollte lieber auf die Maske verzichtet werden.

Maske beim Sport tragen – darum kann der Mundschutz sinnvoll sein

Predel empfiehlt beim Laufen immer den Blick auf die Herzfrequenz zu werfen. Man sollte den gewohnten Puls als Maßstab nehmen. Wenn durch die Maske der Puls beispielsweise stark erhöht wird, sollte man lieber einen Gang runterschalten und langsamer joggen. Außerdem könne es auch ein wenig Zeit brauchen, bis man sich an die Maske beim Sport anfreundet. Man sollte vorher testen, ob man damit klar kommt, dass die Luft anders zirkuliert als vorher.

Trotzdem: Eine Maske beim Joggen kann sinnvoll sein. Denn wer Sport macht, der atmet stärker Aerosole aus und kann dadurch vermehrt Coronaviren in die Luft geben. Um also andere Menschen vor dem Coronavirus zu schützen, ist auch ein Mundschutz beim Laufen eine gute Möglichkeit. Wenn man sich aber alleine im Wald oder Park befindet, kann aber auch ruhig die Maske weglassen.

Sport in der Corona-Krise – Lieber Stoffmaske oder OP-Maske verwenden

Da man sich nicht in Supermärkten oder den öffentlichen Verkehrsmitteln befindet, können Sportler auch zur herkömmlichen Stoffmaske greifen. Diese haben den Vorteil, dass man sie nach der Verwendung waschen kann. OP- beziehungsweise Einwegmasken sollten nach dem Sport weggeworfen werden. Predel betont außerdem, dass man auf keinen Fall wegen der Maskenpflicht auf das Joggen verzichten sollte. „Es darf nicht dazu führen, dass Leute sagen: Mit der Maske, um Gottes willen, da lasse ich es lieber ganz sein“, sagt er.

Übrigens: Es gibt einer Lifehack für OP-Masken. Einfach die Ohrschlaufen verknoten und die Seiten etwas umklappen – schon sitzt der Mundschutz viel dichter am Gesicht. Forscher haben herausgefunden, dass dadurch der Schutz vor Corona deutlich erhöht wird. (jol)

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