Mehr Sicherheit, aber …

Corona: Zwei Masken gleichzeitig tragen und mehr Schutz erhalten? Forscher klären auf

Können zwei Masken einen höheren Schutz vor einer Corona-Infektion bieten, wenn sie gleichzeitig getragen werden? Forscher aus den USA geben Antworten:

Seit dem 25. Januar dürfen Bürger in Baden-Württemberg nur noch FFP2- und OP-Masken tragen, wenn sie einkaufen gehen und mit Bus und Bahn fahren. Grund: Diese Mundschutz-Varianten sollen besser vor dem Coronavirus schützen als Stoffmasken. Besonders FFP2-Masken gelten als sicherere Option, da sie nicht nur Tröpfchen, die beim Reden und Husten entstehen, zurückhalten, sondern auch die Luft filtern. Doch was passiert, wenn man einfach zwei Masken gleichzeitig trägt? Würde das nicht sogar besser schützen?

MaskeOP- oder Einweg-Maske
SchutzDritte und geringer Schutz für Träger
KennzeichnungCE-Kennzeichen

Corona: Zwei Masken tragen und doppelten Schutz erhalten? Studie aus den USA liefert Ergebnisse

Diese Fragen haben sich auch die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention, kurz CDC, gestellt. Es werden dafür mehrere Versuche durchgeführt, um die Wirksamkeit von zwei Masken herauszufinden. Das Ergebnis stellten sie am 10. Februar vor.

Eine übergezogene Alltagsmaske drückt die OP-Maske ans Gesicht und kann so deren Filterleistung erhöhen.

Wie die Wissenschaftler herausfanden, kann das Tragen zweier Masken einen deutlich höheren Schutz vor Corona bieten. In den Versuchen sind eine Stoff- und eine OP-Maske übereinander getragen worden (immer in dieser Reihenfolge). Die Forscher haben untersucht, wie viel Schutz eine einzelne Maske und die Kombination aus beidem bietet. Außerdem analysieren sie in einem zweiten Versucht mehrere Varianten: Einmal zieht ein Infizierter die Masken auf, einmal ein Gesunder, und dann beide. Für die Tests sind Elastomer-Kopfformen und dreilagige Masken benutzt worden. Aus den Kopf-Dummys werden Aerosole gesprüht. Die Menge entspricht den Partikeln, die beim Husten entstehen.

Corona: Bieten zwei Masken mehr Schutz als eine?

Laut der Studie von CDC halten eine OP-Maske und eine Stoffmaske rund 43 Prozent der Luftpartikel zurück. Trägt man beide Mundschutz-Varianten gleichzeitig, blockieren sie 92,5 Prozent der Partikel. Bei dem zweiten Versuch kommen die Forscher auf diese Ergebnisse:

VersuchZurückhaltung der Partikel (in Prozent)
Infizierter trägt Masken-Kombination82,2
Gesunder trägt Masken-Kombination83,0
Beide tragen eine Masken-Kombination96,4

Die CDC testen außerdem, ob es einen Unterschied macht, wenn man die OP-Maske an den Ohren verknotet. Auch hier kommen die Forscher zu sehr ähnlichen Ergebnissen wie bei der Masken-Kombination. Wenn beispielsweise zwei Personen jeweils verknotete Maske tragen, verringt sich die Ansteckungsgefahr um 95,9 Prozent.

Corona: Forscher warnen vor doppelter Masken-Nutzung – Atmung erschwert

Wer jetzt aber gleich seine alten Stoffmasken aus der Schublade kramen und sie über die OP-Maske ziehen will, der sollte das unter Umständen lieber lassen. Denn die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass es einige Kritikpunkte an der doppelten Masken-Technik gibt.

Zunächst ist nur die Kombination aus dreilagigen OP- und Alltagsmasken getestet worden – und auch nur Stoff- AUF Einwegmasken. Wie es sich andersrum oder beispielsweise Stoff auf Stoff verhält, ist nicht erforscht. Zudem gibt es auf dem Markt zahlreiche unterschiedliche Mundschutz-Varianten, weshalb schnell ein falsches Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung entstehen könnte, nur weil doppelte Masken getragen werden.

Des Weiteren sind die Versuche unter Laborbedingungen durchgeführt worden. „Die Ergebnisse dieser Simulationen sollten weder auf die Wirksamkeit aller medizinischen Verfahrensmasken oder Stoffmasken verallgemeinert noch als repräsentativ für die Wirksamkeit dieser Masken beim Tragen in realen Umgebungen interpretiert werden“, heißt es in dem Bericht von CDC. „Diese Befunde sind möglicherweise nicht auf Kinder verallgemeinerbar, da sie kleiner sind, oder auf Männer mit Bärten und anderen Gesichtshaaren, die die Passform beeinträchtigen“, heißt es weiter. Es wird außerdem davor gewarnt, dass die Doppel-Maskierung die Atmung erschweren könne. Diese Problematik gibt es auch bei der FFP2-Maske, die deshalb nur wenige Stunden getragen werden sollte.

Die Forscher weisen darauf hin, dass die richtige Passform das A und O ist. Sitzt die Maske nicht dicht genug, entweicht viel Luft und es droht eine mögliche Corona-Infektion. Experte Frank Drewnick vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz empfiehlt genau aus diesem aber das Tragen beider Masken. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagt er: „Wenn man etwas, wie zum Beispiel eine gut sitzende Alltagsmaske darüber zieht, drückt es die OP-Maske an da Gesicht heran. Dadurch filtriert die OP-Maske besser, als wenn man sie alleine nutzt.“ Der Experte warnt aber auch davor, dass die Atmung erschwert wird. (jol)

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer/dpa

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