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Maskenpflicht beim Einkaufen: Diese Einzelhandels-Riesen haben die Regel gekippt

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Von: Marten Kopf

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Baden-Württemberg - Laut Gesetz darf wieder maskenlos eingekauft werden. Theoretisch dürften Händler die Maske aber trotzdem vorschreiben. Hier aber fällt die Maskenpflicht definitiv:

Nach langen Einschränkungen durch das Coronavirus können sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands darauf einstellen, ab kommender Woche endlich wieder ohne Maske einkaufen zu dürfen. Die staatliche Pflicht dazu fällt überwiegend weg, wenn die Geschäfte am Montag öffnen. Möglich macht das ein neues Infektionsschutzgesetz, das ab dem 3. April deutliche Lockerungen vorsieht.

BundeslandBaden-Württemberg
LandeshauptstadtStuttgart
Einwohnerzahl11.103.043 (Stand: 31. Dezember 2020)
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen)

Neue Corona-Verordnung: Maskenpflicht per Hausrecht?

Zwar zeigte sich Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, mit den anstehenden Änderungen erkennbar unzufrieden, durchsetzen konnten er und seine Amtskollegen aus anderen Bundesländern sich mit ihren Bedenken aber nicht. Und auch eine sogenannte Hotspot-Regelung wird im Südwesten vorerst nicht zur Anwendung kommen, die ist derzeit nur in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern geplant.

Und so dürften Kunden ab Montag, dem 4. April, vielerorts wieder maskenlos shoppen können. Prinzipiell könnten Händler von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und ein Maskentragen weiter vorschreiben. Dies sei nicht auszuschließen, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE). „In welchem Umfang dies praktiziert wird, werden die nächsten Wochen zeigen.“

Corona in BW: Diese Geschäfte verzichten auf Maskenpflicht

Wie aus Angaben mehrerer Ketten hervorgeht, dürfte ein Großteil aber darauf verzichten. Aus Branchenkreisen heißt es, so eine firmenspezifische Maskenpflicht sei kaum durchsetzbar. Und tatsächlich bestätigen diverse Einzelhändler den Wegfall der Maskenpflicht schon ganz konkret. Dazu gehören etwa die Lebensmittelketten Globus und Aldi.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus erklärt ein Aldi-Sprecher: „Überall dort, wo die Verordnungen eine Maskenpflicht als Schutzmaßnahme vorsehen, werden wir diese gesetzliche Vorgabe selbstverständlich umsetzen. Wird keine Maskenpflicht vorgeschrieben, behalten wir uns eine Empfehlung an Mitarbeiter und Kunden vor, weiterhin freiwillig eine Maske zu tragen.“

Wegfall der Maskenpflicht: Mund-Nasen-Schutz auf freiwilliger Basis

Auch Edeka kündigt an, die Maskenpflicht ab kommender Woche nicht grundsätzlich aufrechtzuerhalten. „Da fehlen uns die Möglichkeiten der Kontrollen“, so eine Sprecherin der Supermarktkette am Donnerstag (31. März) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Man könne nicht erwarten, „dass wir mithilfe des Hausrechts weiterhin eine Maskenpflicht durchsetzen“.

Das Unternehmen empfehle aber das freiwillige Tragen einer medizinischen Maske, um andere Kunden und Mitarbeiter zu schützen. Einige Lebensmittelhändler und Drogerie-Ketten halten sich dagegen bedeckt und erklären nur, dass man die staatlichen Vorgaben stets umsetze. Wie es nächste Woche bei ihnen konkret weitergeht, ließen zum Beispiel Rewe, Lidl und dm offen.

Neue Corona-Verordnung: Auflagen nur noch in Hotspots

Auch der Möbelhändler Ikea und die Bekleidungskette Ernsting‘s family wollen ab Montag die Maskenpflicht aufheben, empfehlen aber ihren Besuchern, weiterhin den Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Bei der Kaufhauskette Woolworth und der Buchhandelskette Thalia müssen Kunden ab kommender Woche auch nicht mehr grundsätzlich Maske tragen, ebenso wenig beim Textilhändler Primark, bei Mediamarkt/Saturn, Deichmann und C&A.

Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz sind den Ländern ab Sonntag dann nur noch wenige Alltagsvorgaben zu Masken (etwa in Kliniken und Pflegeheimen) möglich. Auch in Arztpraxen und Apotheken soll weiter eine Maskenpflicht gelten. Weitergehende Auflagen zu Masken im Handel können sie in regionalen Hotspots verhängen, wenn das Landesparlament eine drohende kritische Corona-Lage feststellt. (mko/dpa)

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