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Affenpocken in BW: Quarantäne und Isolation – wie lange die Infektion andauert

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Von: Marten Kopf

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Baden-Württemberg - Nach dem ersten nachgewiesenen Fall von Affenpocken in Freiburg häufen sich auch im Südwesten die Fragen rund um die Virusinfektion. Zum Beispiel zur Dauer der Infektion.

Im Grunde sind wir ja leidgeprüft: Seit über zwei Jahren zwingt uns das Coronavirus nun schon zu streckenweise einschneidenden Einschränkungen im öffentlichen Leben. Und kaum traut sich die Bevölkerung nach und nach wieder zurück in einen „normalen“ Alltag, kommt der nächste Spielverderber daher. Diesmal sind es die Affenpocken. Und die Frage aller Fragen lautet natürlich: Rollt da die nächste Pandemie auf Baden-Württemberg zu?

Erkrankung\tAffenpocken
KlassifikationVirus
Übertragungenger Kontakt mit Infizierten, Tröpfcheninfektion

Affenpocken: Erster nachgewiesener Fall in Baden-Württemberg

Die kurze – und glücklicherweise wahrscheinlichste – Antwort lautet wohl: nein. Zwar werden europaweit immer mehr Infektionen mit der durchaus gefährlichen Krankheit nachgewiesen, und auch in Baden-Württemberg ist inzwischen ein erster Fall der Affenpocken aufgetreten, allerdings sind die Übertragungswege andere als beim Coronavirus.

Affenpocken verbreiten sich in aller Regel nämlich nicht über die Luft, sondern werden per Tröpfcheninfektion weitergegeben; typische erste Symptome der Affenpocken sind etwa Hautveränderungen oder Fieber. Nun verläuft die Krankheit, so einschüchternd der Name auch klingen mag, mitunter harmlos. Aber eben nicht immer. Weshalb die weitere Ausbreitung selbstredend dringend verhindert werden muss.

Krankheitsverlauf bei Affenpocken: 21 Tage Quarantäne

Wie lange der eigentliche Krankheitsverlauf andauert und wie schwer die Infektion tatsächlich verläuft, hängt dabei wie so oft von sehr unterschiedlichen Faktoren ab. Zum einen davon, ob bereits ein Schutz gegen Pocken besteht. Tatsächlich nämlich kann eine Impfung gegen Pocken das Immunsystem auch gegen Affenpocken erheblich unterstützen.

Zum anderen sind körperliche Verfassung und Art der Therapie ausschlaggebend. Um die Verbreitung der Viren zu verhindern, verfügte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine Quarantänezeit von 21 Tagen für mit Affenpocken Infizierte. Die relativ lange Zeitspanne hängt auch damit zusammen, dass Symptome oft erst nach 5 bis 21 Tagen auftreten, weshalb sie auch für Angehörige und Kontaktpersonen empfohlen wird, die von einer möglichen Infektion noch gar nichts bemerken.

Dauer der Affenpockeninfektion: Isolation bis zum Abfall der Krusten

Mit der tatsächlichen Krankheitsdauer, während derer Symptome auftreten, hat die Quarantäne nicht zwangsläufig zu tun, sie ist eher aus Gründen der Vorsicht auf drei Wochen angesetzt. Natürlich aber können Affenpocken sich – auch und gerade nach Schweregrad des Krankheitsverlaufs – so lange bemerkbar machen.

Die Empfehlung zur Quarantäne sprach Lauterbach übrigens gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) aus. Und das kennen wir spätestens seit Corona. Und das RKI empfiehlt eine Isolierung von Infizierten bis zum Abfall der Krusten, aber mindestens von 21 Tagen, so sagt es RKI-Chef Lothar Wieler. Die Erkrankung nämlich geht unter anderem mit Hautveränderungen einher, die verschiedene Stadien durchlaufen. Letztlich verkrusten die Stellen. (mko/dpa)

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