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Booster-Impfung in Baden-Württemberg: Alle Infos zur 3. Spritze gegen Corona!

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Von: Katja Becher

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Baden-Württemberg - Wegen steigender Corona-Fallzahlen sollen Auffrischimpfungen vorangetrieben werden. Was soll das bringen? Für wen wird das Boostern empfohlen? Und wo gibt es die 3. Spritze?

Der dritte Piks soll halten, was der zweite versprochen hat: Angesichts steigender Corona-Fallzahlen werden die Forderungen nach Booster-Impfungen lauter. Am Samstag (12. November) meldet das Robert-Koch-Institut einen Inzidenz-Höchststand von 277,4 – und setzt die Politik damit weiter unter Druck. Schnelle Abhilfe versprechen sich die Gesundheitsminister von einer Auffrischung für alle, deren zweite Corona-Impfung länger als ein halbes Jahr her ist. „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme“, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Mit der kurz bevorstehenden Alarmstufe hat nun auch Baden-Württemberg eine große Impf-Offensive angekündigt. Wir haben zusammengefasst, für wen die Booster-Impfung gegen das Coronavirus aktuell empfohlen wird und wo man in Baden-Württemberg einen Termin für die 3. Spritze bekommt:

Booster-Impfungen für alle: Bei Ärzten umstritten

Der Vorstoß der Gesundheitsminister von Bund und Ländern ist umstritten. Während sich manche Experten für die Booster-Impfungen aussprechen, bemängeln Ärzteverbände die politische Einmischung und fehlenden Daten zur Wirksamkeit. „Für die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen für Menschen jeglichen Alters gibt es bisher keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz“, sagte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Armin Beck, Bundesvorstandsmitglied des Hausärzteverbands, äußerte sich gegenüber dem RND ebenfalls kritisch: „Die Hausärzte folgen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission, und diese empfiehlt aktuell Drittimpfungen nur für über 70-Jährige und wenige andere Gruppen.

Booster-Impfungen für alle: Stiko will Empfehlungen anpassen

Derzeit überarbeitet die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlungen auch im Hinblick auf die Auffrischimpfungen. Bislang spricht sich das Expertengremium nur für die Impfung von Risiko-Gruppen und Personal in medizinischen Einrichtungen aus. In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme schreibt die Stiko jedoch, es könne sinnvoll sein, zukünftig auch allen anderen eine Booster-Impfung anzubieten. Dabei solle „soweit wie möglich nach absteigendem Lebensalter vorgegangen werden“, denn Durchbruchinfektionen führten bei alten Menschen häufiger als bei Jüngeren zu schweren Erkrankungen.

Booster-Impfung in Baden-Württemberg: Wer kann sich impfen lassen?

Auffrischimpfungen werden in Baden-Württemberg bereits seit dem 1. September durchgeführt. Das Angebot galt zunächst nur für Risiko-Patienten und Personal in medizinischen Einrichtungen. Inzwischen kann sich jeder impfen lassen, dessen letzte Corona-Impfung länger als ein halbes Jahr zurückliegt. Diese Entscheidung hat das Sozialministerium aufgrund der rasch ansteigenden Infektionszahlen getroffen. Bei einer vorherigen Impfung mit Johnson & Johnson ist eine Booster-Impfung auch schon nach vier Wochen möglich.

Boostern in Baden-Württemberg: Was gilt für Genesene?

Wer an Corona erkrankt war, also einen positiven PCR-Test und Symptome hatte, soll mindestens ein halbes Jahr mit der Impfung warten. Menschen, die positiv getestet wurden, aber keine Symptome hatten, empfiehlt das Sozialministerium, vier Wochen nach der Infektion einen PCR-Test zu machen und sich bei negativem Ergebnis impfen zu lassen – allerdings nur mit einer einzelnen Dosis. Dabei gilt der Grundsatz, dass Genesene ihre Infektion und eine folgende Impfung individuell mit einem Arzt besprechen sollten.

Booster-Impfung in Baden-Württemberg: Welche Impfstoffe sind vorgesehen?

Die Booster-Impfungen in Baden-Württemberg werden mit einem der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (BionTech oder Moderna) durchgeführt. Dabei spielt es keine Rolle, mit welchem Impfstoff die erste Serie abgeschlossen wurde. Die Verträglichkeit der dritten Impfung lässt sich laut Sozialministerium schlecht abschätzen. Daten aus Israel deuteten jedoch an, dass die Auffrischimpfungen ähnlich gut vertragen würden wie die bisherigen Impfungen auch.

Booster-Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Moderna (Symbolfoto)
Booster-Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Moderna (Symbolfoto) © Michael Buholzer/dpa

Da auch die Grippe wieder umgeht, besteht zudem eine erhöhte Nachfrage nach Influenza-Impfungen. Auf der Webseite des Sozialministeriums heißt es, es spreche grundsätzlich nichts gegen eine gleichzeitige Impfung gegen Corona und Grippe: „Generell wird aber empfohlen, die Impfungen zeitlich auseinander zu ziehen.

Impf-Termin in Baden-Württemberg: Wo kann ich mich boostern lassen?

Seit dem 30. September sind die Impfzentren in Baden-Württemberg geschlossen. Corona-Impfungen werden nun von Hausärzten durchgeführt. Zudem gibt es Vor-Ort-Impfaktionen in Baden-Württemberg, bei denen auch Auffrischimpfungen angeboten werden; weitere Informationen hierzu gibt es auf der Webseite des Sozialministeriums Baden-Württemberg. Medizinische Einrichtungen wie etwa Alten- oder Pflegeheime haben außerdem die Möglichkeit, mobile Impfteams anzufordern, um Bewohner direkt vor Ort zu impfen.

Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) zeigt sich optimistisch, dass das Angebot angenommen wird. Sollten die Ärzte ihrem Versorgungsauftrag nicht gerecht werden können, so Lucha in einer Pressemitteilung, wolle man unterstützend eingreifen und weitere mobile Impfteams aktivieren, um niederschwellige Impfangebote zu schaffen. (luko)

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