1. Heidelberg24
  2. Verbraucher
  3. Medizin & Vorsorge

Corona: US-Studie überrascht – Schützt Cannabis vor Infektion?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jason Blaschke

Kommentare

Eine neue US-Studie zeigt: Cannabis kann im Kampf gegen das Coronavirus helfen – oder besser zwei wichtige Bestandteile der grünen Hanfpflanze.

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Heidelberg und ganz Deutschland steigt weiter rapide an. Stand 14. Januar 2022 sind Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge 7.835.451 Covid-19-Fälle bestätigt. Allein in Baden-Württemberg sind aktuell schon mehr als eine Million Infektionen nachgewiesen – Tendenz steigend. Mit ein Grund für das rasante Tempo in der Corona-Pandemie ist die neue Coronavirus-Variante Omikron, die sich weltweit immer mehr ausbreitet und andere Virusvarianten verdrängt.

Auch in Deutschland gehen Experten davon aus, dass Omikron schon bald die dominanteste Variante sein wird. Um die Lage in Griff zu bekommen, appellieren Experten und Politiker, sich gegen das Coronavirus impfen und boostern zu lassen. Zwar gewährleisten die in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion mit Omikron – die Impfung kann aber einen schweren Verlauf verhindern. Zudem infizieren sich Geimpfte seltener, als Nicht-Geimpfte.

Neue Corona-Studie: So wirkt Cannabis auf das Spike-Protein von Sars-CoV-2

Weltweit suchen Forscher nach Möglichkeiten, das Coronavirus zu bekämpfen. Eine neue US-Studie zeigt nun, dass – kein Scherz – Hanf ein Helfer im Kampf gegen die Pandemie sein kann. Die Bild schreibt über einen Bericht von US-Forschern der Oregon State University, die in einer Studie entdeckt haben, dass ganz bestimmte Cannabis-Bestandteile verhindern, dass das Coronavirus in die menschlichen Zeilen eindringen kann. 

Konkret geht es um zwei Bestandteile der Hanfpflanze: Cannabigerolsäure (CBGA) und Cannabidiolinsäure (CBDA). Sowohl CBGA als auch CBDA binden sich an das Spike-Protein von Sars-CoV-2, welches in Folge schlechter an das menschliche Enzym ACE2 in der Zellmembran binden kann. Das Coronavirus kann sich im Körper also schlechter vermehren, was eine Infektion verhindern oder weniger schlimm im Verlauf werden lässt.

Neue Corona-Studie: Die Cannabis-Bestandteile haben einen großen Vorteil

CBGA und CBDA seien in Hanf und in vielen Hanfextrakten reichlich vorhanden, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Die zwei Bestandteile der Cannabis-Pflanze sind – anders als das bekannte THC – zudem nicht psychoaktiv. Und: Für CBGA und CBDA ist ein gutes Sicherheitsprofil in Bezug auf die Wirkung auf Menschen nachgewiesen. Das heißt: Beide Cannabis-Bestandteile sind sehr gut verträglich und verursachen wenig bis keine Nebenwirkungen.

Der wichtigste Unterschied zwischen CBD und THC

THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) sind nicht die einzigen, aber die zwei wichtigsten Bestandteile der Hanfpflanze. THC wirkt aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung psychoaktiv und verursacht einen Rauschzustand. Es ist in Deutschland als Betäubungsmittel gelistet und muss vom Arzt verordnen werden, sofern es als Medikament – im Zuge einer schweren Erkrankung (zum Beispiel Krebs oder Epilepsie) – eingenommen wird.

CBD wirkt stattdessen ganz anders auf die Rezeptoren und ist aufgrund seiner Zusammensetzung nicht psychoaktiv und verursacht keinen Rauschzustand. Die Wirkung von CBD ist noch nicht komplett erforscht – der Cannabis-Bestandteil soll aber auch gegen eine Vielzahl von Beschwerden wie Übelkeit oder Schlafstörungen helfen. CBD ist in Deutschland kein Betäubungsmittel und kann legal in der Apotheken oder in Online-Shops gekauft werden.

Nach Informationen von Bild wurde die Wirkung von Cannabis auf das Coronavirus in der US-Studie allerdings bloß an der Alpha- und Beta-Variante untersucht. „Unsere Daten zeigen, dass CBDA und CBGA gegen die zwei untersuchten Varianten wirksam sind“, heißt es in der Mitteilung der Oregon State University weiter. Ob die beiden Bestandteile der Hanfpflanze auch gegen die Delta- und Omikron-Variante helfen, ist nicht bekannt.

Neue Corona-Studie: Cannabis-Produkte können in Deutschland gekauft werden

Die US-Forscher hoffen aber, „dass sich der Trend auf andere bestehende und zukünftige Varianten ausweitet“. Die Forschung der Experten beschränkte sich laut Bild übrigens nicht bloß auf Cannabis. In der Studie zum Coronavirus wurden eine ganze Reihe von pflanzlichen Stoffen in ihrer Wirksamkeit auf Covid-19 untersucht. Neben Hanf waren das Rotklee, wilde Yamswurzel, Hopfen und drei Süßholz-Arten. Aber die große Frage ist:

Sollten wir jetzt auf die Impfung pfeifen und stattdessen zum Joint greifen? NEIN! Der Grund: Die US-Studie zeigt ganz klar, dass das Kiffen nicht vor Corona schützt. Im Gegenteil, die Hitze bewirkt, dass die temperaturempfindlichen Bestandteile CBGA sowie CBDA zerstört werden. „Für die antivirale Wirkung würde das nicht funktionieren“, heißt es in der Mitteilung der US-Forscher. Wer sich aber für Cannabis interessiert, kann die nicht-psychoaktiven Bestandteile legal in Deutschland erwerben.

Neue Studien zum Coronavirus: Experten setzten nicht bloß auf Impfstoffe

Das psychoaktive THC ist in Deutschland als Betäubungsmittel (BTM) gelistet, nicht psychoaktive Bestandteile gelten stattdessen als Nahrungsergänzungsmittel und können zum Beispiel in der Apotheke oder auch in Online-Shops legal gekauft und konsumiert werden. Neben der antiviralen Wirkung werden der Cannabis-Pflanze auch zahlreiche andere Wirkungen nachgesagt. So soll sie die Stimmung positiv beeinflussen oder auch gegen Schmerzen und Übelkeit helfen.

Neben der Wirkung von Cannabis auf das Coronavirus nimmt die Forschung auch zunehmend andere Substanzen ins Visier. Ziel ist es, neben der Corona-Impfung noch andere Waffen in Kampf gegen das Virus einzusetzen. Berichten von echo24.de* zufolge wird das Corona-Medikament ‚Molnupiravir‘ in Deutschland* schon verabreicht, obwohl noch keine EMA-Zulassung vorliegt. In Zukunft sollen noch weitere Medikamente das Portfolio der Medizin im Kampf gegen Corona erweitern.

Auch interessant

Kommentare