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Zweite Corona-Boosterimpfung ab 60 empfohlen – „so schnell wie möglich“

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Von: Jason Blaschke

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Mit Blick auf die Corona-Zahlen raten die zwei Gesundheitsbehörden der EU, allen Menschen über 60 Jahren eine zweite Corona-Boosterimpfung anzubieten.

Das Thema Coronavirus ist aktuell wieder stark präsent. Anlass dafür ist die neue Corona-Variante BA.2.75 in Deutschland sowie die zuletzt wieder rasant gestiegenen Fallzahlen. Innerhalb vor nur einem Monat hat sich die 7-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) fast verdoppelt. Zum Vergleich: Am 11. Juni hatte der Wert in Deutschland noch bei 383,4 gelegen, aktuell (Stand, 11. Juli 2022) sind es schon 661,4 neue Infektionen binnen sieben Tagen und pro 100.000 Einwohner.

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungChina
neuste MutationOmikron (BA.2.75)
erstmals nachgewiesenIndien

EU-Behörden fordern zweite Corona-Boosterimpfung – „keine Zeit zu verlieren“

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sowie die EU-Arzneimittelbehörde EMA sind aufgrund der aktuellen Corona-Fallzahlen in vielen EU-Staaten alarmiert und empfehlen mehr Tempo mit Blick auf die zweite Corona-Boosterimpfung. Alle Menschen ab 60 Jahren in der EU sollten so schnell wie möglich ein Impfangebot bekommen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, warnt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides auf Twitter.

In einer Mitteilung beider EU-Gesundheitsbehörden ruft Kyriakides laut der BILD alle Mitgliedsstaaten zum Handeln auf. Im Hinblick auf eine erneute Zunahme der Coronavirus-Fälle und der Krankenhauseinweisungen mit Beginn des Sommers „fordere ich alle auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen.“ In Deutschland empfiehlt die Stiko die zweite Corona-Boosterimpfung für alle ab 70 Jahren sowie für bestimmte Personengruppen.

Zweite Corona-Boosterimpfung in Deutschland: Stiko-Empfehlung ab 70 Jahren

Dazu zählen neben den Menschen ab 70 Jahren etwa Beschäftige in Alten- und Pflegeheimen oder Personen mit Vorerkrankungen wie einer Immunschwäche. Dass ECDC sowie EMA jetzt mit einer neuen Empfehlung voranpreschen, hat für Deutschland zunächst einmal keine Auswirkungen. Erst, wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung anpassen sollte, würde der Stein ins rollen kommen, denn:

Normalerweise richten sich die Mediziner in Deutschland nach den Stiko-Empfehlungen – inwieweit und vor allem wie schnell man bei der Stiko reagieren wird, ist Stand 11. Juli 2022 noch unklar. Auch, weil die zweite Corona-Boosterimpfung unter Experten strittig ist, was die Sinnhaftigkeit anbelangt. Hinzu kommt noch, dass immer bedacht werden muss, dass eine Impfung unser Immunsystem fordert und Nebenwirkungen nach der Corona-Boosterimpfung auftreten können.

Deutscher Hausärzteverband empfiehlt eine „positive Impfkampagne“

Und der Deutsche Hausärzteverband sieht aktuell noch ein anderes Problem mit Blick auf die Immunisierung in der Bevölkerung. Im Blick hat der Verband die „Impflücken bei der ersten und dritten Covid-19-Impfung“ in Deutschland, die schnell geschlossen werden müssten, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt im Gespräch mit rnd.de zum aktuellen Stand. Der Verband empfiehlt der Regierung in Berlin daher eine „positive Impfkampagne“, die nicht nur die zweite Boosterimpfung einschließt.

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