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Long-Covid: Neues Symptom – Coronaviren können Augen schädigen

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Von: Jason Blaschke

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In einer Studie konnten Forscher aus Münster nachweisen, dass sich das SARS-CoV-2-Virus in der Netzhaut vermehren und diese sogar schädigen kann.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) gehen die bestätigten Corona-Fälle in Deutschland tendenziell immer weiter zurück. Stand 25. April 2022 registrierte die Behörde 24.200.596 Fälle – das sind 20.084 mehr, als am Vortag. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter und liegt mit 790,8 unter der Marke von 800 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Ein Anlass zur Entwarnung ist diese positive Trendwende aus Sicht von Experten aber noch nicht.

Corona-Zahlen in Deutschland sinken: Neue Varianten machen aber Sorgen

Zum einen infizieren sich nach wie vor viele Menschen täglich neu mit SARS-CoV-2, zum anderen machen neue Corona-Varianten wie XE Sorgen. Hinzu kommt, dass viele Corona-Infektionen nicht mehr offiziell erfasst werden und die Dunkelziffer nach Meinung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach doppelt so groß sein könnte. Er war es auch, der im Interview vor einer möglichen „Omikron-Killer-Variante“ im Herbst gewarnt und dafür viel Kritik geerntet hatte.

Eines der Hauptargumente der Kritiker war, dass sich aktuell noch nicht präzise prognostizieren lässt, wie sich die Situation rund um das Coronavirus weiter entwickelt. „Deutschland weist zudem eine hohe Impf-Quote und viele Genesene auf, was ein guter Basis-Schutz ist“, sagte Virologe Hendrik Streeck zur Corona-Vorhersage von Karl Lauterbach. Fakt ist aber, dass eine Infektion nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

Corona-Spätfolgen nicht unterschätzen – Studien liefern neue Erkenntnisse

Neuste Studien zeigen, dass Corona-Spätfolgen auch nach milden Krankheitsverläufen auftreten können – Stichwort: Long Covid. Typische Symptome von Long Covid sind laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Müdigkeit, Erschöpfung, eingeschränkte Belastbarkeit, Kurzatmigkeit, Konzentrations- sowie Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, Muskelschwäche- und schmerzen.

Es gibt aber auch Spätfolgen, die sich mit ganz anderen Symptomen äußern. Dazu gehört etwa das PIMS-Syndrom im Kindesalter, über das HEIDELBERG24 mit einem Experten gesprochen hatte. In einer neuen Studie haben Forscher vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin (MPI) und Experten der Universität Münster ein wichtiges Organ genauer untersucht, das bisher wenig in Zusammenhang mit Long Covid stand.

Sehstörungen nach Corona-Infektion – Infizierte klagen über neues Symptom

Viele Betroffene würden während oder nach Corona-Infektionen über Sehstörungen klagen. Deshalb habe man beschlossen, den Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2 und der Netzhaut zu untersuchen, heißt es zur Begründung in einer Mitteilung der Max-Planck-Gesellschaft. Verschiedene Studien an Covid-19 verstorbenen Patienten hätten schon gezeigt, dass das Coronavirus in der Netzhaut nachweisbar ist.

Wie gefährlich das aber werden kann, war zunächst unklar. Die Betonung liegt auf „war“, denn: Mit der Studie aus Münster gibt es dazu neue Erkenntnisse. Laut RTL News wurden in der Studie netzhautähnliche Zellen – sogenannte Organiode – aus menschlichen Stammzellen verwendet, um die Infektion der Augen durch SARS-CoV-2 weiter zu untersuchen. Dabei machten die Experten gleich zwei interessante Entdeckungen.

Neue Studie enthüllt: Coronaviren können Augen schädigen – Long Covid

Die in der Studie eingesetzten Coronaviren konnten die Organoide nicht bloß infizieren, sondern sich sogar in ihnen vermehren. Das sei der erste Nachweis, dass sich SARS-CoV-2 in menschlichen Netzhautzellen repliziere, sagte Studien-Co-Autor Thomas Rauen zu den neuen Erkenntnissen. Die neuen Daten aus der Studie seien „Grund zur Annahme, dass sogenannte Symptome von Long Covid degenerative Erkrankungen der Netzhaut einschließen können“.

Konkret bedeutet das, dass Coronaviren die Augen schädigen können, weshalb es aus Sicht der Experten wichtig sei, die Netzhaut im Zuge von Long Covid zu überwachen. Auch zeigt die Studie aus Münster auf, wie wichtig es ist, typische Corona-Symptome in der Inkubationszeit ernst zu nehmen. Speziell in der aktuellen Situation sind hier auch die Symptome der neuen Corona-Varianten BA.2 und BA.3 interessant, über die Merkur.de berichtet.

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