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Novavax-Impfstart in Baden-Württemberg: So klappt es mit der Termin-Vergabe

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Von: Jason Blaschke

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Der Corona-Impfstoff „Nuvaxovid“ von Novavax wird ab 1. März in Baden-Württemberg an die Stadt- und Landkreise verteilt. Zum Impfstart gibt es klare Vorgaben:

Am 25. Februar 2022 sind in Baden-Württemberg die ersten Impfdosen von Novavax angekommen, die seit 1. März im ganzen Land verteilt werden. Viele Experten hoffen, dass der konventionelle, proteinbasierte Impfstoff gegen das Coronavirus all die noch Nicht-Geimpften zu einer Immunisierung bewegen kann, die sich seither aus Skepsis gegenüber der neuen MRNA-Impfstoffe nicht haben impfen lassen. Um das zu erreichen, will die Landesregierung niederschwellige Impfangebote schaffen.

In einer Mitteilung heißt es, dass bei Bedarf wieder mobile Impfteams eingesetzt werden sollen, die zum Beispiel in Kliniken und in anderen medizinischen Einrichtungen das Vakzin verimpfen sollen. „Die Hälfte des Impfstoffs von Novavax, der seit heute in Baden-Württemberg eintrifft, wird explizit für Beschäftigte in der Gesundheits- und Pflegebranche reserviert“, sagte Sozialminister Manne zum Impfstart mit Novavax in Baden-Württemberg.

Mehr als 190.000 Novavax-Dosen für Baden-Württemberg: So klappt es mit der Termin-Vergabe

Für Beschäftige im Gesundheitswesen greift ab Mitte März auch in Baden-Württemberg die Impfpflicht, weshalb sie bevorzugt an eine Dosis „Nuvaxovid“ kommen sollen. Lucha: „Ich hoffe sehr, dass der Impfstoff viele skeptische Menschen noch überzeugen kann, sich impfen zu lassen.“ Ab Dienstag, 1. März, sollen in Baden-Württemberg die bisher gelieferten 192.000 Novavax-Dosen vom Bund an die Stadt- und Landkreise ausgeliefert und von hier aus schnellstmöglich an die Impfstellen verteilt werden.

Hersteller/EntwicklerNovavax
ForschungsnameNuvaxovid (NVX-CoV2373)
ImpfstoffartProteinimpfstoff
ApplikationsformIntramuskuläre Injektion
KrankheitCovid-19 (SARS-CoV-2)

Alle Stadt- und Landkreise wurden vom Land aufgefordert, ein Terminbuchungstool für die Vergabe von Terminen zu schaffen, um eine Impfung mit Novavax möglichst niederschwellig anbieten zu können. Die ersten Tools stehen schon, allerdings kann es gerade zu Beginn der Novavax-Impfungen mit Terminen eng werden, weil aktuell bloß eine begrenzte Menge an „Nuvaxovid“ in Baden-Württemberg zur Verfügung steht und vorrangig Mitarbeiter im Gesundheitswesen immunisiert werden sollen.

Novavax bisher bloß für Ungeimpfte – taugt der Impfstoff auch als Booster?

Der Proteinimpfstoff von Novavax zeigte in ersten Studien eine vergleichbare Wirksamkeit gegen COVID-19, wie die MRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Novavax ab 18 Jahren – zunächst für Erst- sowie die Zweitimpfungen. Als Booster ist „Nuvaxovid“ in Deutschland bisher nicht zugelassen, was an der noch dünnen Studienlage dazu liegt. Stiko-Chef Thomas Mertens meint, dass eine Zulassung dafür erfolgen könnte, sobald mehr Daten vorliegen.

Wie der neue Novavax-Impfstoff wirkt:

Im Labor wird eine Spike-Protein-Kopie von SARS-CoV-2 produziert, die via Injektion verabreicht wird. Die Protein-Kopie wurde im Labor so verändert, dass sie keine Infektion mehr auslösen kann. Trotzdem erkennt der Körper das Protein aber als Erreger und beginnt mit der Bildung von Antikörpern. Die Impfung täuscht somit eine Infektion vor und baut so einen Immunschutz gegen Covid-19 auf. Um eine starke Immunantwort auszulösen, ist Nuvaxovid der Wirkverstärker Matrix M zugesetzt.

Nach einer Impfung mit Novavax können die typischen Impfreaktionen auftreten, dazu gehören: Kopf- und Gliederschmerzen, aber auch Fieber oder Schmerzen an der Einstichstelle. Lediglich in seltenen Fällen können nach einer Impfung mit Novavax gefährliche Nebenwirkungen in Form von allergischen Reaktionen auftreten. Ist das nach einer Immunisierung der Fall, sollten Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen. Solche seltenen Nebenwirkungen sind übrigens auch nach einer MRNA-Impfung möglich.

In Deutschland werden 2022 insgesamt 34 Millionen Impfstoffdosen „Nuvaxovid“ erwartet – allein im ersten Quartal sollen circa vier Millionen Dosen in der Bundesrepublik eintreffen. Laut einer Mitteilung der EU-Kommission sollen die ersten Chargen von Novavax in mehreren Schritten im Februar und März ausgeliefert werden. Von April bis Juni sollen schließlich rund 30 Millionen Impfdosen in die Länder kommen. „Nuvaxovid“ ist nach zwei MRNA- und zwei Vektorimpfstoffen der fünfte zugelassene Impfstoff.

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