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Ist neuer Valneva-Impfstoff der Schlüssel gegen Omikron? Studie erstaunt

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Von: Jason Blaschke

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Der Impfstoff von Valneva könnte das nächste Vakzin gegen das Coronavirus sein, das in der EU zugelassen wird – eine neue Studie ist vielversprechend.

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen seit Wochen an. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet, dass aktuell (Stand: 26. Januar) insgesamt 9.035.795 Covid-Fälle übermittelt wurden. Das sind 164.000 mehr, als gestern. Die 7-Tage-Inzidenz steigt weiter an und wird vom RKI mit 940,6 angegeben. Schon bald könnte der Corona-Wert die Marke von 1.000 knacken. Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen sich binnen einer Woche und pro 100.000 Einwohner neu mit SARS-CoV-2 infiziert haben.

Mit der wichtigste Grund für die Explosion der Corona-Fallzahlen ist die grassierende ‚Omikron‘-Variante. Von Tag zu Tag infizieren sich immer mehr Menschen in Deutschland mit der Mutation. Experten gehen davon aus, dass ‚Omikron‘ bald die dominanteste in Deutschland vorkommende Variante sein wird. Um die Wucht einer ‚Omikron‘-Welle abzumildern, raten Experten dazu, sich schnell gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Doch viele noch ungeimpfte Menschen sind skeptisch.

Valneva: Der erste Corona-Totimpfstoff soll schon bald zugelassen werden

Skeptisch gegenüber der neuen Impfstoffe, die als mRNA- oder Vektorimpfstoffe bezeichnet werden. Beide Impfstoffarten sind neu und noch nicht lange bekannt. Viele Menschen haben deshalb Bedenken – zum Beispiel was die Nebenwirkungen der Impfstoffe in Deutschland angeht. Zwei neue Impfstoffe könnten bald für die Menschen eine Option sein, die eine Impfung mit mRNA- oder den Vektorimpfstoffen ablehnen. Die Rede ist von Novavax und Valneva, die beide auf einer anderen Wirkungsweise beruhen.

Hersteller/EntwicklerValneva
ForschungsnameVLA2001
ImpfstoffartTotimpfstoff
ApplikationsformIntramuskuläre Injektion
KrankheitCovid-19 (SARS-CoV-2)

Der Impfstoff ‚Nuvaxovid‘ von Novavax ist schon seit Ende 2021 in der EU zugelassen und soll ab Ende Februar auch in Deutschland verimpft werden. Neue Details zum Novavax-Impfstart in Baden-Württemberg sind Berichten von HEIDELBERG24 zufolge bekannt – mittlerweile ist auch geklärt, wer zuerst mit Novavax geimpft werden soll, wenn die Nachfrage zu Beginn größer sein sollte, als die Menge an Impfstoff. Das Vakzin könnte auch deshalb interessant werden, weil es wohl auch gegen ‚Omikron‘ hilft.

Valneva: Starker Schutz vor Covid-19? So wirkt der neue Impfstoff

Richtig gehört, eine Studie hatte Novavax eine gute Wirkung auf ‚Omikron‘ bescheinigt, was das Vakzin auch für all die Menschen interessant machen könnte, die zuerst mit anderen Impfstoffen immunisiert wurden. Doch Novavax ist nicht der einzige Impfstoff, der aktuell wegen seiner Wirkung auf die ‚Omikron‘-Variante Schlagzeilen macht. Auch das Vakzin, welches als Nächstes in der EU zugelassen werden könnte, soll in seiner Wirkung auf ‚Omikron‘ verblüffen – es geht um Valneva, einen Totimpfstoff.

Anders als Novavax oder die mRNA-/Vektorimpfstoffe arbeiten Totimpfstoffe nicht mit Proteinen oder anderen Bestandteilen der Erreger, sondern mit ganzen Viren. Richtig gehört, der Impfstoff von Valneva enthält das komplette Sars-CoV-2-Virus – natürlich inaktiviert (abgetötet), sodass es im Körper keinen Schaden mehr anrichten kann. Der große Vorteil von solchen Totimpfstoffen ist, dass sie unserem Immunsystem mehr Angriffsziele bieten, als Vakzine, die bloß auf das Spike-Protein setzen.

Valneva: Studien-Knaller – Impfstoff soll stark gegen ‚Omikron‘ wirken

Das heißt nicht, dass der Impfstoff von Valneva wirksamer ist, als die Impfstoffe von Biontech, Moderna oder Novavax. Aber: Genau wie im Fall von Novavax ist das Wirkungsprinzip Totimpfstoff schon lange bekannt und könnte daher auch wieder eine Option für die Skeptiker der neueren Generation Impfstoffe sein. Doch noch ein weiteres wichtiges Detail macht Valneva als neuen Impfstoff sehr interessant: die Wirksamkeit gegen die ‚Omikron‘-Variante des Coronavirus, die verblüfft.

Unterschied von Novavax und Valneva

Der Impfstoff von Valenva enthält das inaktive Sars-CoV-2-Virus, daher auch die Bezeichnung ‚Totimpfstoff‘. Das Vakzin von Novavax enthält im Vergleich zu Valneva im Labor nachgebaute Eiweiß-Bestandteile des Coronavirus – das Spike-Protein. Der Impfstoff von Novavax ist deshalb auch kein ‚Totimpfstoff‘, sondern gehört zur Gruppe der Impfstoffe, die auf Basis von Proteinen wirken – auch Proteinimpfstoffe genannt. Über die Wirkungsweise aller anderen Impfstoffe informiert HEIDELBERG24 im eben verlinkten Artikel.

Aus neuen Labordaten von Valneva geht hervor, dass sich in allen untersuchten Serum-Proben neutralisierende Antikörper gegen ‚Omikron‘ gefunden haben. Die Wirkung nach drei Dosen liegt laut Konzern bei fast 87 Prozent– ein Rekord mit Blick auf die exakte Wirksamkeit von anderen Impfstoffen gegen ‚Omikron‘. Neue Studien belegen zwar auch eine gute Wirksamkeit von Biontech und Moderna auf ‚Omikron‘, dieser ist aber deutlich geringer, als der Schutz vor der Alpha- oder Deltavariante.

Valneva: besser verträglich als andere Impfstoffe? Experte äußert sich

Valneva-Chefmediziner Juan Carlos Jaramillo: „Wir sind äußerst zufrieden mit diesen Ergebnissen, welche das Potenzial für einen Breitbandschutz unseres inaktivierten, adjuvantierten Ganzvirus-Impfstoffs und seine Fähigkeit bestätigen, die derzeit auf der Welt zirkulierenden besorgniserregenden Varianten zu bekämpfen.“ Die Ergebnisse würden frühere Erkenntnisse aus der Phase-3-Studie ergänzen. Der Impfstoff von Valenva scheint also gut wirksam gegen die ‚Omikron‘-Variante zu sein.

Aber ist er aufgrund seines Wirkungsprinzips auch verträglicher, als andere Vakzine? „Eine pauschale Aussage, wäre falsch“, erklärt Professor Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe an der Universität Hamburg, auf Anfrage der Bild zum neuen Valneva-Impfstoff. Dass man die Technik schon lange kenne, sei kein Grund, auf mehr Sicherheit zu spekulieren. Vielmehr müsse man jedes Vakzin für sich individuell betrachten und bewerten, was Wirksamkeit, Verträglichkeit und Nebenwirkungen betreffe.

Valneva: Der Hersteller rechnet mit der baldigen Zulassung von der EMA

Wann der Impfstoff von Valneva in der EU zugelassen wird, ist noch nicht bekannt. Berichten der Tagesschau zufolge wartet die für die Zulassung zuständige Europäische Arzneimittelagentur (EMA) noch auf zusätzliche Daten von Valneva. Der Hersteller selbst ist aber guter Dinge und rechnet damit, dass sein Impfstoff noch im ersten Quartal (Endet im März) zugelassen werde. Der EMA seien alle verfügbaren Daten übermittelt worden, teilte das Unternehmen der Agentur Reuters dazu mit. (jsn)

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