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FFP2-Maske besser als Impfung? Virologe mit klarer Ansage

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Von: Jason Blaschke

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FFP2-Masken sind ein wirksamer Schutz vor einer Infektion. Virologe Hendrik Streeck ist der Meinung, dass sie in bestimmten Fällen einer Impfung überlegen sind.

Die Corona-Zahlen in Heidelberg und in ganz Baden-Württemberg steigen seit Wochen kontinuierlich an. Am 13. Februar hatte das Landesgesundheitsamt (LGA) 15.666 neue Covid-Fälle registriert – insgesamt sind in Baden-Württemberg damit 1.728.180 Covid-19-Infektionen bekannt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mit 1.641,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche weiter über der Marke von 1.500 – und die Dunkelziffer von nicht erfassten Infektionen ist hier noch gar nicht berücksichtigt. 

Um der Lage Herr zu werden, schreibt die Corona-Verordnung für Baden-Württemberg strenge Maßnahmen vor, die sowohl Nicht-Geimpfte als auch vollständig Immunisierte und Geboosterte betreffen. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Maskenpflicht, die zum Beispiel im Einzelhandel, im ÖPNV oder in der Schule greift. Anders als noch zu Beginn der Pandemie reicht eine simple Stoff- oder OP-Maske nicht mehr aus – in vielen Bereichen ist die FFP2-Maske mittlerweile Voraussetzung.

Experte mit Ansage zu FFP2-Maske: Studie belegt starken Schutz vor Infektion

Eine Maßnahme, die viele Experten begrüßen. Eine Studie hatte der FFP2-Maske eine starke Wirksamkeit gegen ‚Omikron‘* attestiert – mehr noch, der Schutz soll der Studie zufolge sogar noch besser sein, als vor der Alpha- oder Delta-Variante von SARS-CoV-2. Im eben verlinkten Beitrag informiert HEIDELBERG24* darüber und verrät, womit die Experten die erhöhte Wirksamkeit erklären. Auch Virologe Hendrik Streeck sieht in der FFP2-Maske eine starke Waffe im Kampf gegen das Coronavirus.

NameHendrik Streeck
Geboren7. August 1977, Göttingen
AusbildungCharité – Universitätsmedizin Berlin
BerufMediziner, Virologe
EhepartnerPaul Zubeil

Im Interview mit der WELT kommt der Virologe auf die Maske zu sprechen, als es um das Thema Impfpflicht in Deutschland* geht, worüber Merkur.de derzeit informiert. Es gebe eine „sehr gute Studie von der CDC in den USA“, die gezeigt habe, dass eine FFP2-Maske das Risiko einer Ansteckung um 80 Prozent reduziere, sodass eine Maske einen besseren Effekt als Fremdschutz habe, als eine Impfung. Die besagte Studie hatte ermittelt, wie hoch der Schutz einer FFP2-Maske ist.

Eine FFP2-Maske reduziert das Risiko einer Ansteckung um 80 Prozent, sie ist besser als eine Impfung

Hendrik Streeck, Virologe

Experte mit Ansage zu FFP2-Maske: Deshalb schützt eine Impfung bloß bedingt

Moderator und Streeck merken an, dass das natürlich bloß dann der Fall ist, wenn die FFP2-Maske korrekt getragen wird – heißt: Mund UND Nase müssen bedeckt sein und die Maske muss richtig anliegen, sodass keine Luft über die Ränder nach außen strömt. Doch gerade im medizinischen Bereich sollte laut Streeck eigentlich bekannt sein, wie eine Maske ordnungsgemäß getragen wird. Auch deshalb sieht der Virologe die FFP2-Maske in bestimmten Fällen einer Impfung überlegen an.

Das Problem ist, dass die in der EU zugelassenen Impfstoffe bloß einen bedingten Schutz vor einer Infektion mit der ‚Omikron‘-Variante bieten. Zwar erkranken Geimpfte seltener schwer an Corona, was aber nicht heißt, dass sie das Coronavirus* nicht an andere Personen weitergeben können. Eine neue Studie aus Dänemark hatte Streeck zufolge gezeigt, dass „ein Geimpfter ebenso das Virus weitergeben kann, wie ein Ungeimpfter.“ Weshalb also die Impfpflicht in Deutschland einführen?

Experte über FFP2-Masken: Hier ist das Maske-tragen extrem wichtig

Der beste Schutz, welchen man einführen oder beibehalten könne – in erster Linie im Pflegebereich und im Umgang vulnerablen Gruppen – sei das Maske-tragen. Das Impfen sei wiederum sinnvoll, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. „Wir wissen, dass Ungeimpfte viel eher einen schweren Verlauf haben“, sagt Streeck im WELT-Interview und verweist damit auf die sinkende Zahl an Covid-Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden müssen.

Eine Impfung könne lange Ausfälle unter Pflegekräften verhindern, was das Gesundheitssystem belasten würde. Das Tragen einer FFP2-Maske ist in erster Linie also ein Fremdschutz, die Impfung stattdessen ein Eigenschutz. Die These von Streeck spiegeln auch die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg wider. Zwar steigt die Hospitalisierungsinzidenz an, immer weniger Covid-Patienten in Baden-Württemberg müssen aber intensivmedizinisch behandelt werden – Stand 13. Februar sind es 282 Fälle.

Experte über FFP2-Maske und Impfung: Corona-Zahlen belegen Streecks Aussage

Die Hospitalisierung gibt an, wie viele Menschen binnen einer Woche und auf 100.000 Einwohner gerechnet wegen einer Covid-19-Infektion stationär in eine Klinik aufgenommen werden mussten. Stand 13. Februar liegt der Wert mit 6,7 weiter über der 5er-Marke. Mit Blick auf andere Maßnahmen neben der Maskenpflicht spricht sich Streeck für baldige Lockerungen aus. Regeln wie 2G oder 3G könnten schrittweise abgeschafft werden – aber immer mit Blick auf die Klinikauslastung.

Anders sie FFP2-Maske, die sei wichtig und sollte weiter beibehalten werden, meint der Virologe und mahnt, dass das Tragen einer Maske auch im nächsten Winter wieder nötig sein könnte. Medienberichten zufolge plant die Bundesregierung aktuell einen neuen Stufenplan zur Abschaffung weitgehend aller Corona-Regeln ab 19. März. Lediglich Abstands- und Maskenregeln sollen wohl weiter erhalten bleiben, schreibt der Business-Insider dazu. (jsn) *HEIDELBERG24 und Merkur.de sind ein Teil von IPPEN.MEDIA.

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