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Corona-Maske: Belastung für den Körper? Experten machen spannende Entdeckung

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Von: Jason Blaschke

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Wer oft und lange eine FFP2-Maske trägt, kennt vielleicht das Gefühl, schlechter Luft zu bekommen oder schnell zu ermüden. Forscher haben das untersucht.

Trotz nach wie vor beunruhigender Corona-Zahlen in Heidelberg sowie in ganz Baden-Württemberg sollen die Maßnahmen schon bald gelockert werden. Die Begründung dafür: Zwar sind Corona-Werte wie die 7-Tage-Inzidenz oder die Anzahl der neuen Covid-19-Infektionen hoch, die Lage in Kliniken sei aber stabil, meinen Experten. Mit ein wichtiger Grund dafür ist, dass zwar immer mehr Menschen an Corona erkranken, aber meist weniger schwer und oft eine ambulante Behandlung ausreicht.

Auch deshalb soll es ersten Informationen zufolge schon ab Februar Lockerungen in Baden-Württemberg geben. Im Gespräch ist, wieder zurück in die ‚Warnstufe‘ zu wechseln, sodass die 2G- und 2G-Plus-Regel weitestgehend wegfällt. Und: Auch Clubs sowie Bars könnten wieder öffnen. Klar ist aber schon jetzt, dass nicht alle Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus sofort aufgehoben werden. Eine Auflage, welche die Menschen wahrscheinlich noch länger begleiten wird, ist die Maskenpflicht.

Studie zum Tragen von Corona-Masken: Experten loben Wirksamkeit der Maßnahme

Erst vor wenigen Wochen hatte eine Studie die gute Wirksamkeit von FFP2-Masken in Bezug auf „Omikron“ nachgewiesen und so noch einmal deren Wichtigkeit in der Pandemie bescheinigt. Und auch Experten wie der Virologe Hendrik Streeck sprechen sich in Interviews für die Beibehaltung der FFP2-Masken aus – zumindest in gewissen Bereichen. Erst vor einigen Tagen hatte Streeck die FFP2-Maske als wirksame Maßnahme in Medizin und Pflege bezeichnet und auf die gute Studienlage verwiesen.

Vieles spricht also dafür, die Maskenpflicht als Maßnahme noch etwas länger beizubehalten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass in Deutschland viele Menschen das Tragen einer Maske als anstrengend oder unangenehm empfinden. Daher liegt die Frage nahe, ob sich das Maske-Tragen mit der Zeit negativ auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirken kann? Immerhin wäre das die logische Folge, wenn Menschen das Gefühl haben schlechter Luft zu bekommen oder schneller zu ermüden.

Masken-Studie: Tübinger Forscher machen überraschende Entdeckung

Um die Masken-Frage zu beantworten, haben Forscher der Universitätsklinik Tübingen in einer Studie analysiert, inwieweit sich das Tragen von Masken auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirkt. Für ihre Studie untersuchten die Experten an gleich vier Tagen insgesamt 39 Studienteilnehmer, die unter körperlicher Aktivität unterschiedliche Masken verwenden mussten. Laut einer Mitteilung des Uniklinikums nahmen an der Studie 20 Männer und 19 Frauen aus allen Altersgruppen teil.

Alle Studienteilnehmer mussten an je einem Tag ohne Maske, mit Stoffmaske, mit medizinischer Maske oder mit FFP2-Maske mit Ausatemventil trainieren – und zwar bis zu einer submaximalen Belastung, welche einer Herzfrequenz von 150 Schlägen entspricht. Die Tübinger Forscher kontrollierten die Atemfrequenz sowie den Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut der Teilnehmer. Das Ergebnis nach der Studie überraschte die Experten, denn: Es zeigten sich keine Veränderungen.

Studie zum Masken-Tragen: Probanden machen Entdeckung – und vermuten Grund

Sowohl Sauerstoff- als auch Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut veränderten sich unter der Maske gar nicht. Und auch mit Blick auf die Atemfrequenz und die im Training gemessene Leistung konnten die Forscher aus Tübingen keine Veränderungen feststellen – unabhängig davon, welche Art von Maske getragen wurde. „Selbst bei anstrengender körperlicher Aktivität hat das Maskentragen keine relevante Veränderung physiologischer Parameter zur Folge“, sagte Studienautor Benjamin Steinhilber.

Unterschiede zeigten sich lediglich nach der Untersuchung im Gespräch mit den einzelnen Probanden. Die erklärten, sie fühlten sich erschöpft, weil die Anstrengung beim Atmen mit einer Maske größer gewesen sei, als sie nach ihrem Befinden gefragt wurden. Die Tübinger Forscher weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Studie die Auswirkungen des Maske-Tragens jeweils bloß über kürzere Zeiträume untersucht habe. Eine Folgestudie soll jetzt längere Zeiträume untersuchen.

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