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Corona-Infektion: Wohnung putzen und Wäsche waschen – das raten Experten

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Von: Katja Becher

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Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, fragt sich oft, wie gründlich man Wohnung und Kleidung nun waschen bzw. putzen sollte. Das raten Experten:

Aufgrund der hochansteckenden Omikron-Variante infizieren sich aktuell immer mehr Menschen mit dem Coronavirus. Viele Genesene haben nach ihrer Erkrankung den Drang, Wohnung und Haus einmal von oben bis unten zu desinfizieren – auch, um weitere Mitglieder des Haushalts zu schützen. Doch wie gründlich muss man Kleidung und Wohnung nach einer Corona-Infektion wirklich reinigen?

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
dominierende VarianteOmikron (B.1.1.529)

Corona-Infektion im Haushalt: Was muss man beim Putzen beachten?

Wenn mehrere Menschen in einem Haushalt leben und eine Person an Corona erkrankt, sollte sich das betroffene Haushaltsmitglied grundsätzlich in einem Zimmer isolieren und auf Abstand bzw. Corona-Maske achten. Doch was ist nach der überstandenen Infektion, zum Beispiel mit der Omikron-Variante, zu beachten?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt in diesem Zusammenhang, vor allem oft berührte Oberflächen mit einem Reinigungsmittel täglich zu säubern. Dazu zählen zum Beispiel Lichtschalter und Türklinken, aber auch Smartphones und Bad-Oberflächen. Laut BZgA würden das Coronavirus zwar hauptsächlich über die Luft übertragen – allerdings könnten auch durch Husten oder Sprechen Virus-Partikel auf Oberflächen haften bleiben.

Wohnung gründlich putzen nach Corona-Infektion? „Völlig überflüssig“

Nach einer Corona-Infektion das ganze Haus zu schrubben und zu desinfizieren hält Peter Walger vom Vorstand der deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene hingegen für „völlig überflüssig“. Auf diesem Wege würden keine Infektionen übertragen, zitiert ruhrnachrichten.de den Facharzt. „Die Übertragung des SARS-CoV-2-Virus geschieht im Wesentlichen über die Atmung.“

Es gebe praktisch keine Hinweise darauf, dass es „einen relevanten indirekten Übertragungsweg über unbelebte Oberflächen“ gebe, wird Walger weiter zitiert. Eine Ausnahme stellten nur sogenannte „respiratorische Sekrete“ dar, in die man nicht hineinfassen sollte. So rät der Experte laut Bericht zum Beispiel im Umgang mit Corona-kranken Kindern, sich häufig die Hände zu waschen.

Wohnung reinigen nach Corona-Infektion: Wie viel bringt Desinfektionsmittel?

Wie die BZgA (infektionsschutz.de) erklärt, ersetzen Desinfektionsmittel keine Reinigung der Wohnung. Schon bei einer gründlichen Reinigung der Wohnung mit haushaltsüblichen Putzmitteln würden demnach 90 Prozent aller Oberflächenkeime entfernt und auch Schmutzpartikel optimal gelöst. Desinfektionsmittel im privaten Haushalt seien nicht sinnvoll – außer ein Arzt oder das Gesundheitsamt rate zum Einsatz.

Grundlegend wird dabei jedoch empfohlen, unterschiedliche Putzlappen für Küche, Bad und Toilette zu verwenden und diese häufig zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen. Schon mit diesen einfachen Hygienemaßnahmen liesse sich die Zahl von krankmachenden Keimen und Viren im eigenen Zuhause eindämmen.

Wäsche waschen während und nach Corona-Infektion: Das raten Experten

Auch bei Textilien fragen sich viele Menschen mit einem Corona-Fall im Haushalt, wie sie nun mit der Wäsche umgehen sollten. Laut Verbraucherzentrale NRW sollte die Wäsche bei mindestens 60 Grad mit einem Vollwaschmittel gewaschen werden. Laut Verbraucher-Experten empfiehlt es sich auch, die „kontaminierte“ Wäsche des Corona-Erkrankten separat zu waschen und direkten Hautkontakt zu vermeiden. Tipps zum Wäschewaschen im Fall einer Corona-Infektion gibt auch Merkur.de.*

Im Fall von empfindlicher Kleidung, etwa aus Seide oder Wolle, würden laut Verbraucherzentrale auch niedrigere Temperaturen ausreichen. Auch Waschmittel für Wolle und Seide würden demnach mit „waschaktiven Substanzen“ Viren zerstören. Von Waschmittel, die eine besondere Hygiene versprechen, raten die Verbraucher-Experten hingegen ab. Die darin enthaltenen desinfizierenden Substanzen könnten Allergien auslösen und würden das Abwasser stark belasten. (kab) *HEIDELBERG24 und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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