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Speichelprobe oder Nasenabstrich? Dieser Corona-Test ist besser

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Von: Jason Blaschke

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Antigen-Schnelltests gibt es in Form von Nasenabstrich- und Speicheltests. In einer Studie konnten Experten ermitteln, welche Variante genauer ist.

In Zeiten explodierender Corona-Fallzahlen haben Schnelltests für Menschen mit typischen Corona-Symptomen einen essenziellen Stellenwert. Innerhalb von rund 15 Minuten zeigt ein Schnelltest an, ob eine Person mit SARS-CoV-2 infiziert ist oder nicht. Zwar ist es nicht ausgeschlossen, dass ein Antigen-Schnelltest trotz Symptome negativ ist, in der Regel liefern die Tests aber zuverlässig ein Ergebnis, sofern die Viruslast ausreichend ist.

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungChina
MutationOmikron (B.1.1.529)
erstmals nachgewiesenSüdafrika

US-Forscher vergleichen zwei Testarten – und machen erstaunliche Entdeckung

Dass die allermeisten Schnelltests auch „Omikron“-Infektionen gut erkennen können, hatte Anfang 2022 eine Analyse von mehreren Produkten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ergeben. Seit der Untersuchung sind in Deutschland einige neue Tests auf dem Markt, die sogenannten Speichel- oder auch „Lolli“-Tests. Wie der Name schon verrät, wird bei solchen Tests der Tupfer in den Mund statt – wie sonst in die Nase – eingeführt.

Viele Menschen empfinden die Speicheltests als deutlich angenehmer, als die nasalen Produkte. In einer Studie wurde untersucht, ob sich die beiden Testarten auch in ihrer Sensitivität (Genauigkeit) unterscheiden. Experten der Universität Maryland/USA hatten schon im Mai 2020 angefangen, gesunde Freiwillige mittels Speichelprobe zu testen. Dabei zeigte sich, dass alle positiv auf das Coronavirus Getesteten typischerweise einen oder zwei Tage später Symptome zeigten.

Speicheltests könnten mit Blick auf neue Corona-Mutationen von Vorteil sein

„Deshalb fragten wir uns, ob Speichel besser geeignet ist, präsymptomatische Patienten zu erfassen, als die Nasenabstriche“, meint Donald K. Milton, Professor für Arbeits- und Umweltgesundheit an der Universität von Maryland. Zuvor hatte der MDR über die US-Studie berichtet. Um der Frage nachzugehen, untersuchten die Forscher Daten aus einer anderen Studie, in der Kontaktpersonen von Infizierten alle 2 oder 3 Tage Speichel- und Nasenabstrich-Proben abgeben mussten.

Nasen- als auch Speichelproben lieferten in der Studie vergleichbare Viruserkennungsraten – allerdings variierte die Empfindlichkeit der Test im Verlauf der Studie teils stark. Die US-Experten fanden heraus, dass es bei Speicheltests im direkten Vergleich zu nasalen Tests eine zwölfmal größere Wahrscheinlichkeit eines Virusnachweises gibt. Gerade mit Blick auf neuartige Corona-Mutationen wie „Deltakron“ sehen die Forscher die Erkenntnis als wichtig an, denn:

Aussagekraft der US-Studie beeinträchtigt – trotzdem wichtige Erkenntnisse

Neue Corona-Varianten mit möglicherweise kürzen Inkubationszeiten können eher noch im Speichel als in der Nase nachgewiesen werden, besonders „bei größer angelegten Screenings in Schulen oder am Arbeitsplatz als Mittel zur Verbesserung der Screening-Raten sowie zur Früherkennung“, urteilt Milton. Dass die Speichelproben leichter zu entnehmen und für die zu testenden Personen angenehmer sind, sei ein weiterer Vorteil.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass laut MDR einige Faktoren die Aussagekraft der Studie beeinflussen. Konkret muss mit Blick auf die US-Studie bedacht werden, dass ausschließlich Kontaktpersonen untersucht wurden, die in der Studie bloß „milde Infektionen“ gezeigt hätten, heißt es. Einige der milden Infektionen hätte man ohne die engmaschigen Testprotokolle in der Studie vielleicht gar nicht erkannt, betonen die Experten aus Maryland.

Trotz Einschränkungen – Studie zu Testverfahren mit wichtiger Quintessenz

Bloß 14 Kontaktpersonen seien in der Studie positiv auf Corona getestet worden, heißt es. Trotzdem sehen die Autoren der Studie ihre Erkenntnisse als wichtigen Hinweis für Speichelproben-Tests an. Die Quintessenz ist, dass es sich lohnen kann, an der neueren Entwicklung von Speichelschnelltests mit besserer Sensitivität und Spezifität zu arbeiten. Geforscht wird derzeit übrigens auch an einem Corona-Impfstoff auf Basis von Pflanzen, der in Kanada schon zugelassen ist.

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