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Corona-Selbsttest: Lagerung, Anwendung und Auswertung – Fehler vermeiden

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Von: Jason Blaschke

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Corona-Selbsttests sind bloß aussagekräftig, wenn sie richtig verwendet werden. Anwendungsfehler oder eine falsche Aufbewahrung sollte man vermeiden.

Seit 30. Juni 2022 greift eine neue Corona-Testverordnung in Deutschland, die die kostenlosen Bürgertests stark einschränkt. Denn anders als bisher haben nicht mehr grundsätzlich alle Anspruch auf die Kostenübernahme vom Staat. Für einen Großteil der Bürger sind die Corona-Tests nicht nur in BW ab sofort kostenpflichtig, es gibt nur wenige Ausnahmen. Kinder unter fünf Jahren etwa oder Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben oder arbeiten, zählen dazu.

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungChina
Neuste MutationOmikron (BA.2.75)
erstmals nachgewiesenIndien

Corona-Selbsttests richtig anwenden: HNO-Arzt nennt beliebte Fehler

Für die meisten anderen Menschen wird eine Zuzahlung von drei Euro pro Test fällig oder aber man ist gleich Selbstzahler – und so ein Schnelltest auf das Coronavirus auf eigene Kosten kann ziemlich teuer sein. Beträge zwischen zehn und 20 Euro sind dafür nicht selten. Kein Wunder, dass betroffene Menschen lieber einen Corona-Selbsttest vorziehen, welchen es zum Teil schon für unter zwei Euro in Filialen von Aldi, Lidl und Co. zu kaufen gibt.

Solche Corona-Selbsttests sind letztlich nichts anderes als Schnelltests an der Bürgertest-Station und eignen sich genauso gut, um eine Covid-Infektion nachzuweisen – vorausgesetzt, der Selbsttest wird richtig angewendet. Zwar sind die Corona-Tests leicht zu handhaben, Anwendungsfehler können aber zu falschen Ergebnissen führen, erklärt HNO-Mediziner Bernhard Junge-Hülsing im Gespräch mit rnd.de dazu.

Anwendung von Corona-Selbsttests wichtig: Experte kennt wichtigen Tipp bei Lagerung

Los geht es schon bei der richtigen Lagerung der Testsets – gerade jetzt im Sommer. „Sie können ganz normal bei Raumtemperatur aufbewahrt werden“, sagt Junge-Hülsing. Extreme Temperaturen, etwa im Gefrierschrank oder der Sonne, sollte man vermeiden. In Studien wurde nachgewiesen, dass eine falsche Lagerung die Genauigkeit negativ beeinflussen kann. So kann es passieren, dass ein Corona-Test trotz typischer Symptome negativ ist.

Genauso wichtig, wie die korrekte Lagerung, ist auch die Durchführung – hier sollten sich Anwender genau an die Vorgaben halten, die der Hersteller im Beipackzettel angibt. Auch Hygiene spielt eine wichtige Rolle: Die Arbeitsfläche sollte sauber und die Hände des Testers gewaschen sein. Damit die Teströhrchen nicht umfallen, empfiehlt Junge-Hülsing im rnd.de-Gespräch, Wäscheklammern an den Corona-Teströhrchen zu befestigen.

Nasenabstrich bei Corona-Selbsttest – Anwender sollten in beide Nasenlöcher

Sind alle Vorbereitungen getroffen, beginnt der eigentliche Test. Die meisten Corona-Selbsttests von Aldi, Lidl und Co. müssen über die Nase angewendet werden – sprich, man benötigt einen nasalen Abstrich. Und hier kann schon der nächste Anwendungsfehler passieren, weiß Junge-Hülsing. Denn viele Selbsttest-Anwender gehen bloß in ein Nasenloch – für ein genaues Testergebnis sollte aber in beiden Löchern abgestrichen werden.

Geht man nur in ein Nasenloch, „bekommt man womöglich zu wenig Sekret an den Tupfer“, sagt der Experte. Das macht sich primär dann bemerkbar, wenn der Kontrollstrich an der Testkassette blasser ist. Junge-Hülsing: „Ist dessen Farbe nur sehr blass, spricht das für wenig Sekret.“ Ist dieser Anwendungsfehler passiert, sollten Betroffene besser noch einen Corona-Selbsttest machen, damit ein falsch-positives oder falsch-negatives Ergebnis minimiert wird.

Einem Jugendlichen wird ein Nasenabstrich für einen Corona-Test entnommen.
Der Tupfer sollten immer in beiden Nasenlöchern geführt werden – sonst könnte der Corona-Test ungültig sein. © Philipp von Ditfurth/dpa

HNO-Arzt nennt größtes Fehlerpotenzial – Corona-Selbsttest richtig ablesen

Im Zweifelsfall kann ein PCR-Test Klarheit schaffen, der nach ärztlicher Anordnung nach wie vor kostenfrei ist. Das größte Potenzial für Fehler sieht Junge-Hülsing übrigens in der Auswertung der Corona-Selbsttests. Einige Anwender würden davon ausgehen, dass ein Strich bei C für ein positives Testergebnis steht – das sei falsch. Ausschlaggebend ist, ob bei T ein Strich zu sehen ist oder nicht. Ist nur der C-Strich zu sehen, ist der Selbsttest negativ.

Bloß, wenn sowohl bei C als auch T ein Strich ist, ist das Selbsttest-Ergebnis positiv. Und: „Wenn bei C gar kein Strich ist, ist der Test nicht verwertbar.“ Wenn also nur der T-Strich zu sehen ist, hat das nichts zu heißen, denn dann ist dieser Corona-Selbsttest ohnehin ungültig. Unabhängig davon, wie das Ergebnis ausfällt, sollte der Corona-Selbsttest richtig entsorgt werden. Denn anders, als viele denken, wird der Testmüll nicht getrennt, sondern kommt in eine Tonne.

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