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Corona-Symptome – aber negativer Test? Was jetzt zu tun ist

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Von: Jason Blaschke

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Nicht immer sind Antigen-Schnelltests zu 100 Prozent zuverlässig. Skeptisch sollte man werden, wenn der Test trotz typischer Corona-Symptome negativ ausfällt:

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland stagnieren, bewegen sich aber weiter auf einem hohen Niveau. Laut Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin sind aktuell (Stand 28. März) 20.323.779 bestätigte Fälle bekannt – das sind 67.501 mehr, als am Vortag. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mit 1.700,6 weiter über der Marke von 1.500 neuen Infektionen binnen sieben Tagen und auf 100.000 Einwohner gerechnet. Experten vermuten, dass die Dunkelziffer etwa doppelt so groß ist, denn:

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungChina
MutationOmikron (B.1.1.529)
erstmals nachgewiesenSüdafrika

Corona-Symptome und trotzdem negativer Schnelltest – ein möglicher Grund

Vom RKI werden bloß die positiven PCR-Tests erfasst. Wer also seinen positiven Schnelltest nicht mittels PCR bestätigt, fließt nicht in die Statistik mit ein. Hinzu kommen noch die asymptomatischen Fälle, die oft nicht oder zumindest nicht sofort erkannt werden. Was aber tatsächlich auch passieren kann, ist, dass Menschen mit typischen Corona-Symptomen in der Inkubationszeit negativ auf Covid-19 getestet werden.

Dass ein Antigen-Schnelltest negativ ausfällt, obwohl die betroffene Person Corona-Symptome ausweist, kann laut WDR mehrere Gründe haben. Ein möglicher Grund dafür ist ein vollständiger Impfschutz oder eine Genesung von Covid-19, denn: Bei Genesenen oder eben Geimpften bekämpft der Körper das Coronavirus schneller, als bei Ungeimpften. Dafür verantwortlich sind die Corona-Antikörper, die durch eine Genesung oder Impfung hervorgerufen werden.

Negativer Schnelltest und trotzdem Corona-Symptome: So reagiert man richtig

In Folge vermehrt sich das Coronavirus bei Personen mit Antikörpern langsamer, sprich: Auch die Viruslast im Körper ist zumindest zu Beginn einer Infektion geringer. Ein Geimpfter oder Genesener kann also schon infiziert sein und Symptome zeigen, obwohl der Schnelltest negativ ist. Selbst- oder auch Schnelltest schlagen immer erst dann an, wenn in Nase oder Rachen eine bestimmte Viruslast nachweisbar ist.

Ein Antigen-Test kann also nicht immer zweifelsfrei nachweisen, ob man infiziert ist oder nicht. Die gute Nachricht: Fällt der Test negativ aus, ist die Viruslast gering und eine Person selten ansteckend. Allerdings sind grundsätzlich alle Corona-Tests immer nur eine Momentaufnahme – schon innerhalb weniger Stunden kann sich der Infektionsstatus ändern. Auch deshalb empfehlen Experten, sich regelmäßig zu testen, wenn man Symptome ausweist – mindestens einmal täglich.

Typische Corona-Symptome:

Die typischen Corona-Symptome von Geimpften und Ungeimpften unterschieden sich meist bloß in ihrer Intensität und Häufigkeit. Betroffene plagt in vielen Fällen Husten, Schnupfen, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, Fieber oder auch ein allgemeines Schwächegefühl. Wer geimpft oder genesen ist, spürt die Symptome oft auch bloß leicht oder gar nicht. In bestimmten Fällen – zum Beispiel vor einem Familientreffen – kann ein Schnelltest auch für asymptomatische Personen sinnvoll sein.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BfGA)

Ist Omikron das Problem? Forscher untersuchten mehrere Antigen-Schnelltests

Laut WDR kommt es gerade bei Omikron öfters vor, dass Schnelltests falsch-positiv oder falsch-negativ anschlagen. Grund ist, dass die Tests entwickelt wurden, als Alpha und Delta noch die dominanten Varianten waren. Zwar können laut einer Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) die meisten Antigen-Schnelltests auch Omikron nachweisen, allerdings weniger genau, wie Alpha oder eben Delta. Zudem kommt eine neue Studie zu einem überraschenden Ergebnis.

WDR-Berichten zufolge untersuchten Forscher der Universität München ebenfalls mehrere handelsübliche Antigen-Schnelltests in ihrer Wirkung auf die Corona-Varianten Delta und Omikron. Anders als die Experten vom PEI kommen die Münchner Forscher aber zu dem Ergebnis, dass acht der untersuchten Tests eine Omikron-Infektion schlechter nachweisen können, als Delta.

Corona-Symptome richtig deuten und behandeln – wichtige Hinweise beachten

Wie gut die Corona-Selbsttests von Aldi, Lidl und Co. in der Untersuchung abgeschnitten haben, berichtet HEIDELBERG24 in einem separaten Artikel. Unabhängig davon, ob ein Test positiv ist oder nicht, müssen Betroffene die Beschwerden nicht aushalten. Milde bis moderate Corona-Symptome können mit Medikamenten behandelt werden, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Sollten sich die Beschwerden verschlimmern, ist ein Arztgespräch ratsam.

Viele Praxen bieten speziell für Patienten mit Corona-Symptomen auch Telefonsprechstunden an und leiten Betroffene bei Bedarf an eine Corona-Schwerpunktpraxis weiter. Ein Arzt kann übrigens auch dann einen PCR-Test veranlassen, wenn kein positiver Test vorliegt. Laut der aktuellen Testverordnung sind typische Corona-Symptome oder auch der Kontakt zu einer infizierten Person als Begründung für einen PCR-Test ausreichend.

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