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Deltakron-Alarm: Experte warnt vor neuer Corona-Welle – „Situation wie vor einem Jahr“

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Von: Jason Blaschke

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Wie gefährlich wird „Deltakron“ für Deutschland? Die Meinungen gehen auseinander – ein Experte warnt vor zu starken Lockerungen und einer neuen Welle.

Seit Wochen steigen die Corona-Werte in Deutschland wieder stärker an. Laut Robert Koch-Institut sind (Stand 21. März) 18.772.331 bestätige Fälle bekannt – das sind 92.314 mehr, als am Sonntag. Die 7-Tage-Inzidenz nähert sich mit 1.714,2 der Marke von 2.000 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen weiter an. Seit Beginn der Pandemie sind 126.929 Menschen in Deutschland laut RKI an oder mit einer Coronavirus-Infektion verstorben.

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungChina
neue MutationDeltakron
erstmals nachgewiesenGroßbritannien

Neue „Deltakron“-Variante in Deutschland: Das ist bisher zur Mutante bekannt

Langsam beginnt der Sommer und damit die Hoffnung, dass wie 2021 die Infektionszahlen sinken, wenn sich das Leben mehr nach draußen verlagert – eine neue Corona-Variante könnte aber genau das Gegenteil bewirken. Erstmals wurde die neue Coronavirus-Mutante „Deltakron“ auch in Deutschland nachgewiesen und könnte das Infektionsgeschehen beeinflussen, warnen Experten. Viel ist über die neue Mutation noch nicht bekannt.

Deltakron ist eine Kombination aus „Delta AY.4“ und „Omikron BA.1“ und wird deshalb auch als „Hybridvariante“ bezeichnet. Erstmals wurde die Mutante in Großbritannien mittels Sequenzierung nachgewiesen – mittlerweile ist sie auch in zahlreichen anderen EU-Staaten präsent. Das Problem ist, dass PCR- oder auch Schnelltests immer nur zeigen, ob eine Person infiziert ist – die Variante lässt sich erst im Labor bestimmen.

Neue Corona-Varianten nicht zu unterschätzen: Experte erklärt größte Gefahr

Auch deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass die Dunkelziffer an „Deltakron“-Fällen in Deutschland größer sein könnte. Da kommt die Frage auf: Wie gefährlich ist das Hybridvirus aus Delta und Omikron? Experten gehen mittlerweile davon aus, dass die in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe auch vor schweren Verläufen und Langzeitfolgen schützen – trotzdem warnen Experten davor, neue Variante zu unterschätzen.

Eine neue Corona-Variante allein sollte „Grund genug sein, möglichst schnell flächendeckend zu impfen“, meint Epidemiologe Timo Ulrich im Gespräch mit Watson und warnt vor einer noch ganz anderen Gefahr. „Je mehr Viren wir zurzeit zirkulieren lassen, desto mehr erhöhen wir das Risiko, dass sich solche Varianten weiterhin verbreiten.“ Sprich: Es ist nicht die eine neue Corona-Mutation, die ein Anlass zur Sorge ist.

Je mehr Viren wir zurzeit zirkulieren lassen, desto mehr erhöhen wir das Risiko, dass sich solche Varianten weiterhin verbreiten.

Timo Ulrich, Epidemiologe

Naht gefährliche Pandemie-Phase? Experte warnt und spricht von „Herbstwelle“

„Um den Sommer müssen wir uns in erster Linie deshalb Sorgen machen, weil die Omikron-Welle wegen der BA.2-Untervariante und unserem fahrlässigen Verhalten mit einem ‚Freedom Day‘ ab 20. März sehr stark verbreitert wird.“ Die Sommerentspannung könne dann schnell in einer „Plateauphase“ umschlagen, die Folge: Eine neue Corona-Welle im Herbst und Winter, die ähnliche Ausmaße annehmen könnte, wie 2021.

„Mit konstant hohen Zahlen durch Neuinfektionen, Krankenhauseinweisungen und Todeszahlen, auf die dann eine Herbstwelle aufsetzen könnte“, warnt Ulrich im Watson-Gespräch. Ganz wichtig: Bisher sind das alles bloß Spekulationen, die auf Erfahrungswerten beruhen. Manche Experten stellen auch mildere Prognosen auf.

Meinungen zur „Deltakron“-Gefahr gehen auseinander – „nicht in größter Sorge“

„Wäre das eine Variante, die sich wirklich schneller ausbreitet und sehr krank macht, gäbe es mittlerweile schon viel mehr Proben“, meint zum Beispiel Luca Cicin-Sain, der am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung die Abteilung virale Immunologie leitet, im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er sei deshalb nicht in „größer Sorge“. Trotzdem gilt: Wer Corona-Symptome aufweist, sollte sich umgehend testen lassen.

Eine Untersuchung der Corona-Schnelltests durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte kürzlich ergeben, dass die in Deutschland erhältlichen Produkte auch zuverlässig andere Corona-Varianten erkennen, als bloß Alpha oder Delta. Übrigens: Wer mit Covid-19 infiziert ist, muss nicht zwingend einen Arzt aufsuchen. Die Möglichkeit, sich telefonisch krankschreiben zu lassen, wurde erst vor einer Woche verlängert.

Leichte Corona-Symptome richtig behandeln – diese Medikamente im Haus haben

Leichte bis mittlere Corona-Symptome können zudem mit rezeptfreien Medikamenten behandelt werden. Mediziner empfehlen, bei Fieber und Schmerzen auf Präparate wie Ibuprofen oder Paracetamol zurückzugreifen. Nasensprays und Lutschtabletten können zudem typische Corona-Beschwerden wie Halsschmerzen oder Schnupfen lindern.

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