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Neuer Corona-Impfstoff ab September: Experten empfehlen Valneva für diese Personengruppen

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Von: Jason Blaschke

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Ab September plant die Bundesregierung eine neue Impfkampagne zur Auffrischung gegen Corona. Auch der „Totimpfstoff“ von Valneva soll verimpft werden.

Das Coronavirus ist in Deutschland nach wie vor ein präsentes Thema – auch, weil die Fallzahlen im Juli wieder stärker angestiegen sind. Laut Robert Koch-Institut (RKI) erreichte die 7-Tage-Inzidenz am 19. Juli mit 814,5 gemeldeten Covid-19-Infektionen in sieben Tagen und auf 100.000 Einwohner gerechnet ihren Juli-Höchststand. Erst seit Ende Juli ist ein rückwärtiger Trend erkennbar, im Moment (Stand, 8. August) liegt der Wert mit 389,3 wieder unter der 400er-Marke.

Impfstoff von Valneva: Wirkprinzip unterscheidet sich von Biontech und Co.

Doch Experten warnen vor gefährlichen Corona-Varianten, die eine neue Welle auslösen und die Infektionszahlen ab Herbst erneut ansteigen lassen könnten. „Noch bevor wir mit der BA.5-Welle durch sind, müssen wir uns vielleicht schon auf die nächste Covid-19-Welle vorbereiten“, twitterte dazu der Molekularbiologe Ulrich Elling, der sich auf die Sequenzierung von Covid-Proben spezialisiert hat. In der Politik will man mit einer Impfkampagne ab Herbst gegensteuern.

Erstmalig soll ab September in Deutschland dann auch der Corona-Impfstoff von Valneva zum Einsatz kommen, der im Unterschied zu den Vakzinen von Biontech, Novavax oder AstraZeneca weder ein mRNA- noch ein Protein- oder Vektorimpfstoff ist. Das Vakzin wird als „Totimpfstoff“ bezeichnet, da es auf der Basis abgetöteter Virusbestandteile wirkt, die mittels eines Verstärkers (Adjuvanz) verimpft werden.

NameValneva SE
BrancheBiotechnologie
HauptsitzSaint-Herblain, Frankreich
Gründung2013
CEOThomas Lingelbach

Valneva-Vakzin ist Teil der neuen Impfkampagne – Lieferung schon im August

Vakzine, wie das von Valneva, werden deshalb auch als Ganzvirusimpfstoffe bezeichnet, da sie nicht wie mRNA-Impfstoffe nur einzelne Fragmente enthalten, sondern das ganze abgetötete Coronavirus in seiner ursprünglichen Form. Schaden können die Erreger nicht mehr, da sie im Labor chemisch abgetötet werden. Bekannte Vakzine wie der Grippe-Impfstoff (Influenza) wirken ebenso. Deshalb ist die Hoffnung groß, dass sich mit Valneva sogar Impfskeptiker überzeugen lassen.

Der MDR berichtet in Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium, dass der Valneva-Impfstoff ab September in Deutschland verimpft und im Rahmen der neuen Impfkampagne zum Einsatz kommen soll. Die Lieferung von einer Million Impfdosen wird noch im August erwartet, weitere im September. In Studien zeigte das Vakzin eine vergleichbare Schutzwirkung, wie das Vektor-Vakzin von AstraZeneca, das in Deutschland kaum noch verimpft wird.

Taugt der Valneva-Impfstoff als Booster? Die Stiko-Empfehlung fehlt bislang

Experten gehen davon aus, dass die Wirkung deshalb etwas schwächer sein wird, als die der mRNA-Impfstoffe. Aber gerade für die bislang noch ungeimpften Menschen ohne Genesung ist eine Valneva-Impfung dennoch Gewinn an Immunität. Doch für Patienten, die schon vollständig geimpft sind, ist das Vakzin eher uninteressant. Auch, weil es bislang noch keine Booster-Empfehlung für Novavax und Valneva gibt, bisher werden die mRNA-Impfstoffe empfohlen.

Ein wichtiger Punkt ist zudem, dass die Wirksamkeit von Novavax und Valneva auf die Omikron-Variante noch nicht ausreichend in Studien untersucht ist. Dem gegenüber stehen die auf Omikron angepassten Impfstoffe von Biontech und Moderna, die auch in der EU kurz vor der EMA-Zulassung stehen. Die beiden neuen Omikron-Impfstoffe von Biontech sollen dann ab Oktober in Deutschland verfügbar sein, berichtet wa.de dazu.

Valneva-Vakzin nicht an Omikron angepasst – Experten raten, nicht zu warten

Der Corona-Impfstoff von Valneva wurde bislang noch nicht an Omikron angepasst uns basiert auf der Ur-Form des Coronavirus. Im September werden in Deutschland somit sechs verschieden Covid-Impfstoffe verfügbar sein, wobei primär die angepassten mRNA-Vakzine in der neuen Impfkampagne die wichtigere Rolle spielen. Mediziner empfehlen aber, nicht auf einen bestimmten Impfstoff zu warten, solle die vierte Immunisierung anstehen.

Speziell Menschen ab 60 Jahren sollten sich „so schnell wie möglich“ boostern lassen, empfehlen die EU-Behörden – auch, wenn in diesen Fällen erst einmal noch die noch nicht angepassten Impfstoffe verwendet werden. Zwar schützen diese schlechter vor einer Infektion, aber recht zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen, wie Studien ergeben haben. Zudem müssen grundsätzlich alle Vakzine nach einer gewissen Zeit aufgefrischt werden, unabhängig ihrer Wirksamkeit.

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