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FFP2-Masken im Test: Warnung vor Drogerie-Produkte – „wenig geeignet“

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Von: Jason Blaschke

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Das Tragen einer FFP2-Maske ist in vielen Bereichen Pflicht. Aber: Nicht alle Produkte sind zu empfehlen, wie eine Analyse der Stiftung Warentest zeigt.

Im Supermarkt, in Bus und Bahn oder auch am Arbeitsplatz – in vielen Bereichen ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht. Und auch in Baden-Württemberg regelt die Corona-Verordnung, dass zum Beispiel im Handel, in Kultur- und Freizeiteinrichtungen oder auch in Alten- und Pflegeheimen ein Mund-Nasen-Schutz nach FFP2-Standard getragen werden muss. Im Grunde kein Problem, denn immerhin gibt es die FFP2-Masken mittlerweile in fast allen Supermärkten und Drogerien günstig zu kaufen.

Und dass sich das Tragen einer FFP2-Maske lohnt, hatte erst kürzlich eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts ergeben, über die HEIDELBERG24 geschrieben hatte. Die Forscher fanden heraus, dass FFP2-Masken sogar noch besser vor ‚Omikron‘ schützen, als vor der Alpha- oder Delta-Variante. Alleine die Tatsache spricht dafür, gerade in Innenräumen statt einer Stoff- oder OP-Maske eine der sichereren FFP2-Maske zu tragen, die zum Teil sogar mehrfach verwendet werden können.

FFP2-Masken im Test: Experten kritisieren zwei Punkte an mehreren Produkten

Große Discounter wie Aldi oder Lidl bieten die Masken mittlerweile sogar für unter einen Euro pro Stück an. Und auch die beiden in Deutschland größten Drogerie-Unternehmen Rossmann und DM haben die FFP2-Masken fest im Sortiment. Aber sind die günstigen Produkte aus Discounter und Drogerien wirklich so gut, wie die teureren Produkte aus Apotheken oder Reformhäusern? Eine große Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt, dass es zum Teil ganz gewaltige Unterschiede gibt.

Die gute Nachricht vorweg: In Sachen Filterleistung hatten die Experten nichts zu bemängeln. Von einigen Testern kritisiert wurde stattdessen die Passform einzelner Produkte und der Atemkomfort von drei der insgesamt zehn getesteten Masken. In Tests wurde das Ausatmen mit einer Art „künstlichen Lunge“ simuliert und mithilfe eines Sensors gemessen, heißt es dazu im Testbericht der Stiftung Warentest zur FFP2-Maske, welcher im Februar 2021 auf test.de erstmals erschienen ist.

FFP2-Masken im Test: Zwei Drogerie-Produkte als „wenig geeignet“ eingestuft

Im Juli 2021 schickte die Stiftung Warentest nach zehn FFP2-Masken im Februar weitere zehn Masken ins Labor, um die Produkte mit Blick auf Filterleistung, Trage- und Atemkomfort, Passform und Schadstoffe auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Und die neue Untersuchung brachte überraschende Ergebnisse zutage. Im ersten Testlauf im Februar wurde von der Stiftung Warentest nur eine FFP2-Maske ohne Einschränkung empfohlen: Das Modell 3M 9320+, welches auf Amazon für mehr als 1,50 Euro pro Stück erhältlich ist. 

Know-how zur FFP2-Maske

FFP ist eine englische Abkürzung und steht für „filtering face piece“, was auf Deutsch so viel wie „filterndes Gesichtsteil“ bedeutet. FFP2-Masken umschließen Mund und Nase und sollen – anders als die einfachen OP-Masken – auch den Träger vor Aerosolen in der Luft schützen, die das Coronavirus übertragen können. FFP2-Masken bestehen aus mehreren Lagen mit einem Filtervlies und haben ein Kopf­band oder Ohrsch­laufen sowie einen form­baren Bügel, der eine optimale Anpassung an die Nase ermöglichen soll

Quelle: Stiftung Warentest

In der zweiten Überprüfung im Juli befanden die Tester zwei weitere Masken für „geeignet“: die ‚Lindenpartner FFP2-Maske NR LP2‘ und die ‚Moldex FFP NR D 2400+ Classic‘. Die Masken würde ein hoher Tragekomfort sowie eine gute Filterleistung auszeichnen, so die Tester. Wenig begeistert war die Stiftung Warentest von zwei Drogerie-Produkten, die im Test als „wenig geeignet“ eingestuft wurden. Es geht um die ‚Mivolis FFP2-Atemschutzmaske‘ von DM und die ‚Altapharma FFP2-Maske‘ von Rossmann.

FFP2-Masken im Test: Auch ein günstiges Produkt können die Tester empfehlen

Beide Drogerie-Produkte bestechen laut Stiftung Warentest zwar mit einer hohen Filterleistung, bieten aber wenig Atemkomfort. Doch gerade, wenn die FFP2-Maske über längere Zeit getragen werden muss, ist eine gute Sauerstoffversorgung wichtig. Deshalb wurden beide Produkte von der Stiftung Warentest auch als „wenig geeignet“ eingestuft. Erfreulich ist, dass nach der zweiten im Juli veröffentlichten Testung auch ein günstiges Produkt als „geeignet“ eingestuft wurde.

Die ‚Uvex FFP2 NR silv-Air lite 4200‘ verkauft der Hersteller für etwa einen Euro pro Stück. Im Unterschied zum Testsieger 3M 9320+ schnitt die Uvex in der Kategorie Atem­kom­fort bloß mit „Mittel“ ab. Wer die FFP2-Maske zudem nur für kurze Zeit trägt, kann auch zum günstigen Produkt greifen. Alle 20 von der Stiftung Warentest untersuchten Produkte weisen eine hohe Filterleistung auf und schützen somit gut vor einer Covid-19-Infektion über Aerosole in der Luft.

FFP2-Masken im Test: Verbraucher sollten auf ein wichtiges Merkmal achten

Wer die Maske allerdings über einen längeren Zeitraum trägt, sollte auch die Faktoren Passform und Atemkomfort berücksichtigen. Eine gute, leichte Atmung ist wichtig, damit der Körper mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Und eine FFP2-Maske schützt nur gut, wenn sie auch richtig getragen wird. Die Passform ist also ebenfalls ganz entscheidend. Übrigens: Auch FFP2-Masken aus Stoff sind zulässig, wenn sie der europäischen Norm entsprechen und korrekt gekennzeichnet sind.

Die vier besten von der Stiftung Warentest untersuchten FFP2-Masken sind:

*Alle Preise sind Stand 11. Februar, 11 Uhr

Gesundheitsminister Karl Lauterbach greift übrigens auch zum Testsieger. Auf Twitter textet er: „Ich empfehle auch nichts und gebe keine Noten. Trotzdem möchte ich erwähnen: nutze diese Maske auch.“ Dazu teilt Lauterbach einen Beitrag der taz, in welchem die Testsieger-Maske vorgestellt wird. Wie gut übrigens die Antigen-Schnelltests von Aldi, Lidl und Co. im Test abschneiden, verrät die HEIDELBERG24-Redaktion im eben verlinkten Serviceartikel für Verbraucher in Deutschland.

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