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Mysteriöse Hepatitis-Fälle: WHO meldet erstes Todesopfer – Kind stirbt an Erkrankung

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Von: Teresa Knoll

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Experten rätseln noch immer über die mysteriösen Hepatitis-Fälle bei Kindern. Ein Zusammenhang mit dem Coronavirus wird untersucht. Doch die Zeit drängt – denn es gibt ein erstes Todesopfer.

Seit Anfang April wurden die meisten Leberentzündungen aus Großbritannien gemeldet. In der Zwischenzeit kamen mehrere Fälle aus europäischen Ländern und den USA dazu. Was genau die Hepatitis-Fälle bei den Kindern auslöst, ist noch nicht bekannt. Die Lage ist nun schlagartig noch ernster geworden, denn eines der erkrankten Kinder ist mittlerweile gestorben.

ErkrankungHepatitis
Auslösermeist Hepatitis-Viren der Typen A, B, C, D und E
Symptome(akute) Leberentzündung

Mysteriöse Hepatitis-Fälle: 17 Lebertransplantationen, ein Todesfall

Normalerweise verläuft Hepatitis bei Kindern ohne Symptome und mit wenig Beeinträchtigungen. In den jüngsten Fällen wurden jedoch stark erhöhte Werte an Leberenzymen und Gelbsucht festgestellt. Bisher sind laut WHO aus zwölf Staaten Fälle gemeldet worden, in denen Kinder unter 16 Jahren an der „akuten Hepatitis unbekannten Ursprungs“ erkrankten.

Zwei Drittel der infizierten Kinder stammen aus Großbritannien. Mittlerweile brauchen 17 der kleinen Patienten eine Lebertransplantation. Nach dem Bericht der WHO vom Samstag ist in Deutschland noch kein Krankheitsfall bekannt. Der genaue Auslöser muss noch erforscht werden. Für ein Kinde jedoch kam nun jede Hilfe zu spät – es starb an den Folgen der Erkrankung. In welchem Land, teilte die WHO nicht mit.

Hepatitis-Infektion bei Kindern: Zusammenhang mit Corona?

Die jungen Patienten wiesen typische Symptome einer Hepatitis-Infektion auf. Das Mysteriöse: Die meisten Hepatitis-Infektionen werden durch die Virustypen Hepatitis A bis E ausgelöst. Diese konnten die Experten aber bisher ausschließen. In 74 der jungen Patienten wurden Adenoviren gefunden, die in der Regel mit Erkältungen in Verbindung gebracht werden.

Ein Zusammenhang mit dem Coronavirus wird im Moment untersucht. Möglicherweise spielt eine Zweifachinfektion mit Adenoviren und dem Coronavirus eine Rolle. Da sich die Kinder wegen der Corona-Maßnahmen weniger mit Adenoviren anstecken konnten, sind sie dafür anfälliger. Hepatitis als Nebenwirkung einer Covid-Impfung wird ausgeschlossen, denn die meisten der jungen Patienten seien nicht geimpft.

Hepatitis-Infektion: Typ B und C besonders gefährlich

Typischerweise treten bei einer Hepatitis-Infektion Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, allgemeines Unwohlsein und Fieber auf. Ebenso kann Gelbsucht ein Symptom sein: Dabei verfärben sich Haut und Augen gelblich. Diese Anzeichen machen sich oft jedoch erst nach Wochen oder sogar Monaten bemerkbar. Bei Verdacht auf Hepatitis sollte man sich sofort an einen Arzt wenden.

Als besonders gefährlich gilt die Infektion mit den Virustypen B und C. Auch hierbei werden die Symptome meist erst spät erkannt. Beide Typen können zu chronischen Krankheitsverläufen führen. Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung, die die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 1995 auch empfiehlt.

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