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Hepatitis-Ausbruch in Deutschland: Erstes Kind infiziert – droht neue Virus-Welle?

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Von: Marten Kopf

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Insbesondere in Großbritannien gibt es Dutzende Fälle akuter Hepatitis unter Kindern und Jugendlichen, die bislang Rätsel aufgeben. Auch in Deutschland ist nun die erste Infektion aufgetreten.

Gehäuft auftretende Leberentzündungen (Hepatitis) ohne klare Ursache bei Kindern sorgten zuletzt für Aufmerksamkeit – nun ist auch ein erster Fall in Deutschland bekannt. Er entspreche der Falldefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Erkrankungsbeginn liege aber bereits im Januar, schreibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in einer Publikation vom Dienstagabend (26. April).

ErkrankungHepatitis
Auslösermeist Hepatitis-Viren der Typen A, B, C, D und E
Symptome(akute) Leberentzündung

RKI zu Hepatitis-Fällen: Bitte um erhöhte Aufmerksamkeit in Deutschland

Nähere Angaben macht das RKI dazu nicht, beschwichtigt aber, von Fachgesellschaften und Kinderkliniken lägen keine weiteren Hinweise auf Fälle oder Häufungen in Deutschland vor. Ärzte würden dennoch um erhöhte Aufmerksamkeit und das Melden von Verdachtsfällen gebeten. Eine ungewöhnliche Häufung schwerer Hepatitis-Fälle bei Kindern war Mitte April zunächst aus Großbritannien bekannt geworden.

Die typischen Auslöser solcher Infektionen, die Hepatitis-Viren A bis E, wurden aber nicht gefunden. Laut RKI-Bericht sind aus Großbritannien inzwischen über 110 Fälle bekannt. Aus Ländern der EU und aus den USA seien vereinzelt ebenfalls Erkrankungen gemeldet worden, auch ein erster Todesfall im Zusammenhang mit der Hepatitis-Erkrankung wurde mittlerweile gemeldet.

Fälle ungeklärter Hepatitis: Mögliche Verbindung zu Adenoviren

Bei den meisten Kindern wurden Adenoviren nachgewiesen. Diese häufig vorkommenden Viren seien für die Experten die wahrscheinlichste Ursache, heißt es im RKI-Bericht. Der Hepatitis-Erreger führe in der Regel zu leichter Erkrankung, etwa mit erkältungsähnlichen Symptomen, Erbrechen und Durchfall. Leberentzündungen seien jedoch „eine bekannte seltene Komplikation“, die meist Immungeschwächte betreffe.

Andrea Ammon, Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), hatte – ebenfalls am Dienstag – während einer Pressekonferenz in Stockholm ebenfalls von einem möglichen Zusammenhang mit Adenoviren gesprochen, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass die genaue Infektionsursache bei den Hepatitis-Erkrankung nach wie vor nicht geklärt sei.

Rätselhafte Hepatitis bei Kindern: Neue Virus-Variante?

Bei den Fällen in Großbritannien könnte laut Bericht eine neue Virus-Variante zirkulieren, die das Krankheitsbild verursacht. Durch Pandemie-Effekte könnten gerade jüngere Kinder besonders empfänglich sein, heißt es vonseiten des RKI weiter. Die Zahl der bisher bekannten Fälle in der EU halten die RKI-Experten dagegen für schwer einzuordnen.

Zwar berichteten einzelne Länder über mehr betroffene Kinder als eigentlich zu erwarten, eine große Rolle könne aber auch die erhöhte Aufmerksamkeit spielen. Zudem sei die Falldefinition auch noch wenig spezifisch. Womöglich könnte sich im Nachhinein zeigen, dass einige Fälle doch nicht Teil des Ausbruchs seien. (mko/dpa)

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