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Hepatitis-Fälle bei Kindern stellen Forscher vor Rätsel – das sind die Symptome

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Von: Marten Kopf

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Die Weltgesundheitsorganisation blickt mit Sorge auf immer neue Fälle von Hepatitis-Infektionen unter Kindern und Jugendlichen. Welche Symptome auf die heimtückische Krankheit hindeuten:

Die Sorge ist groß: Nachdem Mitte April bekannt geworden war, dass Großbritannien einen Anstieg akuter Hepatitis-Fälle bei Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahre verzeichnet, melden Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) nun auch in weiteren europäischen Ländern Fälle der rätselhaften Erkrankung. Auch ein erster Todesfall im Zusammenhang mit der Hepatitis-Erkrankung wurde gemeldet.

ErkrankungHepatitis
Auslösermeist Hepatitis-Viren der Typen A, B, C, D und E
Symptome(akute) Leberentzündung

Hepatitis bei Kindern: Fälle grundsätzlich meldepflichtig

Die Ursache der Hepatitis-Infektionen bei Kindern ist dabei aber nach wie vor völlig unklar. Die sonst meist für solche akuten Krankheitsverläufe verantwortlichen Hepatitis-Viren konnten laut Behörden nämlich durch Laboruntersuchungen ausgeschlossen werden. Darüber hinaus verläuft eine Hepatitis bei Kindern Experten zufolge in der Regel oft ohne Symptome oder nur mit geringer Beeinträchtigung. Das ist in diesen Fällen anders.

Hepatitis (von altgriechisch „hepar“ für „Leber“) ist eine tückische Krankheit. Und aus gutem Grund sind alle Fälle einer akuten Hepatitis in Deutschland meldepflichtig. Auslöser sind typischerweise wenn auch nicht zwingend die Hepatitis-Viren der Typen A, B, C, D und E. Ursachen und Krankheitsverläufe können je nach Variante sehr unterschiedlich aussehen. Allen Formen gemein ist, dass sie die Leberzellen schädigen.

Hepatitis-Symptome: Die gefährlichen Typen B und C

In der Regel verläuft eine Hepatitis bei Kindern ohne Symptome oder nur mit geringer Beeinträchtigung. Bei den in Großbritannien Erkrankten waren nun stark erhöhte Leberenzyme gemessen worden, viele hatten Gelbsucht. Auch von Magen-Darm-Beschwerden war die Rede, etwa Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Fieber sei dagegen meist nicht aufgetreten.

Als besonders gefährlich eingestuft werden die Hepatitis-Varianten B und C. Beide nämlich könnten zu chronischen Krankheitsverläufen führen, deren Symptome oft erst sehr spät erkannt würden, mahnt etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Immerhin gegen Hepatitis B allerdings besteht die Möglichkeit einer Impfung, die die Ständige Impfkommission (STIKO) schon seit 1995 auch empfiehlt.

Hepatitis-Infektion: Das sind die typische Symptome

Typische Symptome einer Hepatitis-Infektion können etwa Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, gelblich verfärbte Haut und gelblich verfärbte Augäpfel (die sogenannte „Gelbsucht“), allgemeines Unwohlsein und Fieber sein. Das Gefährliche: Die Symptome treten oft erst mit wochen-, in einigen Fällen auch monatelanger Verzögerung auf. Während dieser Zeit tragen Betroffene das Virus aber bereits im Körper.

Gewissheit über eine mögliche Infektion kann selbstverständlich nur ein Besuch beim Arzt bringen. Mittels eines Bluttests kann Hepatitis zuverlässig festgestellt werden. Und auch die Behandlungsmöglichkeiten sind heute vielversprechend. Rechtzeitiges Handeln lohnt sich jedenfalls: In Großbritannien musste Stand 21. April immerhin sechs der jungen Patienten gar eine neue Leber transplantiert werden. (mko/dpa)

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