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Hepatitis-Fälle bei Kindern steigen: Unbekanntes Virus im Umlauf?

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Von: Marten Kopf

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Die Zahl der Fälle akuter Hepatitis bei Kindern in Europa steigt weiter an. Inzwischen melden zwölf Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes Infektionen, darunter auch Deutschland.

Nach dem Auftauchen einer akuten Hepatitis bei zuvor gesunden Kindern in Großbritannien steigen die Fallzahlen auch im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Die Ursache aber bleibt nach wie vor ein Rätsel. Zwölf EWR-Länder haben mittlerweile Verdachts- oder bestätigte Fälle verzeichnet, wie aus einer am Donnerstag (28. April) veröffentlichten Risikoeinschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorgeht.

ErkrankungHepatitis
Auslösermeist Hepatitis-Viren der Typen A, B, C, D und E
Symptome(akute) Leberentzündung

Hepatitis-Fälle bei Kindern: Erster Fall in Deutschland gemeldet

Aus Deutschland meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) die Hepatitis-Infektion eines fünfjährigen Kindes: Es sei im Januar mit Symptomen einer akuten Hepatitis ins Krankenhaus eingeliefert worden und habe zuvor unter Magen-Darm-Beschwerden gelitten. Das Kind sei positiv auf Adenoviren, aber negativ auf das Coronavirus getestet worden. Weitere Angaben dazu gibt es nicht.

Neben 111 Fällen in Großbritannien gab es zudem auch jeweils zwölf Fälle in den USA und in Israel sowie einen in Japan. Bislang hätten sich die meisten der jungen Patienten von der Ansteckung erholt, aber einige hätten ein akutes Leberversagen erlitten, was eine Transplantation erforderlich gemacht habe. Auch ein erster Todesfall im Zusammenhang mit der Hepatitis-Erkrankung ist mittlerweile bekannt.

Rätselhafte Hepatitis-Infektionen: Neue Virus-Variante?

Wie ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Dienstag (26. April) sagte, ist die genaue Ursache hinter den Hepatitis-Fällen noch unklar. Die bisherigen Untersuchungen deuteten auf eine Verbindung zu Infektionen der Kinder mit Adenoviren hin. Bei den Fällen in Großbritannien könnte eine neue Virus-Variante zirkulieren, die das Krankheitsbild verursacht.

Die sonst typischen Auslöser solcher Infektionen, die Hepatitis-Viren A bis E, wurden dagegen nicht gefunden. Zum EWR zählen die 27 Länder der Europäischen Union sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Fälle gab es demnach bislang in Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien und Spanien.

Akute Hepatitis: Risiko nicht abschätzbar

Die Inzidenz ist nach ECDC-Angaben sehr gering, auch wenn keine systematische Überwachung stattfindet. Da der Erreger weiter unbekannt sei, lasse sich das Risiko für die kindliche Bevölkerung derzeit aber nicht genau abschätzen. Gerade jüngere Kinder könnten durch Pandemie-Effekte besonders empfänglich sein, heißt es vonseiten des RKI.

In der Regel verläuft eine Hepatitis bei Kindern ohne Symptome oder nur mit geringer Beeinträchtigung. Bei den in Großbritannien Erkrankten waren nun stark erhöhte Leberenzyme gemessen worden, viele hatten Gelbsucht. Auch von Magen-Darm-Beschwerden war die Rede, etwa Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Fieber sei dagegen meist nicht aufgetreten. (mko/dpa)

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