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Tomatengrippe in Indien: Neues Virus breitet sich aus – das sind die Symptome

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Von: Teresa Knoll

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In Indien haben Forscher eine Krankheit entdeckt, die ähnliche Symptome wie das Coronavirus hat: die Tomatengrippe. Bisher haben sich nur Kinder infiziert.

Die Schreckensnachrichten reißen nicht ab: Kaum haben wir uns mehr oder weniger an Corona gewöhnt, scheinen sich die Affenpocken bei Mensch und Tier auszubreiten. Jetzt warnen Experten vor der nächsten Krankheit: Die Tomatengrippe (englisch: tomato flu) wurde in Indien vor allem bei Kindern entdeckt. Sie hat ähnliche Symptome wie COVID-19, die beiden Virusinfektionen sind aber nicht verwandt.

Tomatengrippe in Indien: Patienten sind jünger als neun Jahre

Forscher berichten im Lancet Respiratory Medicine Journal über das Virus. Bisher sind vor allem Personen im indischen Bundesstaat Kerala betroffen. Seit Mai sind dort 82 Fälle dokumentiert worden, aber das Virus hat sich auch in die benachbarten Bundesstaaten ausgebreitet. Krankenhäuser haben noch einmal 26 Infektionen gemeldet.

Das Interessante daran: Die Betroffenen sind ausschließlich Kinder. In Kerala sind die Patienten nicht älter als fünf Jahre, die anderen sind im Alter zwischen eins und neun. Lebensgefährlich ist die Krankheit nicht. Sehr weit hat sich das Virus noch nicht ausgebreitet, aber das Gesundheitsamt in Kerala beobachtet, wie sich die Infektion weiter entwickelt.

Tomatengrippe in Indien: Ähnliche Symptome wie Corona und Affenpocken

Den Namen hat die Krankheit übrigens nicht, weil man sich irgendwie über Tomaten ansteckt. Vielmehr hat es damit zu tun, dass sich am Körper rote Pusteln bilden, wie es auch bei den Affenpocken und teilweise bei einer Coronainfektion der Fall ist. Diese Pusteln können so groß wie Tomaten werden. Gegen die Affenpocken gibt es mittlerweile eine Impfung.

Ein Heilmittel gibt es für die Tomatengrippe (auch: Tomatenfieber) noch nicht. Ansonsten geht die Infektion mit ähnlichen Symptomen wie Corona einher: Es kann zu Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Hautausschläge, Erbrechen, Durchfall, Gelenkschwellungen und Gelenkschmerzen kommen. Die beiden Virusinfektionen sind allerdings nicht miteinander verwandt.

Tomatengrippe in Indien: Nachwirkung vom Dengue-Fieber?

Wie die Wissenschaftler im Artikel schreiben, könnte die Tomatengrippe eher eine Nachwirkung des Chikungunya- oder Dengue-Fieber sein als eine Virusinfektion. Ebenso könnte es sich um eine neue Variante der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handeln. Dafür spricht, dass die Betroffenen alle Kinder sind, da sich zwar auch jeder mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit infizieren kann, sie aber vor allem bei Kindern unter zehn Jahren ausbricht.

Die Tomatengrippe ist zwar selbstlimitierend, endet also irgendwann von selbst, sie ist laut den Forschern aber auch sehr ansteckend. Da sie mit Symptomen einhergeht, die denen anderer Krankheiten ähneln, wird eine ähnliche Behandlung empfohlen: Infizierte sollten sich 5 bis sieben Tage in Isolation begeben. Auch ist eine gute Hygiene wichtig und dass die betroffenen Kinder nicht ihr Spielzeug oder andere Gegenstände mit gesunden Kindern teilen. (resa)

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