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Krebs: Mega-Entdeckung an der Uni Konstanz – „Lockdown“ für Tumorzellen

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Von: Daniel Hagen

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Konstanz - Forscher der Universität haben eine große Entdeckung in der Krebsforschung gemacht. Ein spezieller Hemmstoff könnte verhindern, dass ein Tumor in den Körper streut.

Auch nach jahrzehntelanger Forschung gehört Krebs zu den schlimmsten Krankheiten der Welt. Die Erkrankung lässt sich nicht verhindern und nur bei frühem Erkennen gut behandeln. Für zahlreiche Menschen kommt die Diagnose aber zu spät – nämlich dann, wenn der Tumor bereits im Körper gestreut hat. Forschern der Uni Konstanz ist eine Entdeckung gelungen, die Betroffenen Mut machen kann.

NameUniversität Konstanz
BundeslandBaden-Württemberg
RektorinKatharina Holzinger
Studenten11.230 (WS 2020/21)

Fast eine halbe Million neue Krebs-Erkrankungen pro Jahr in Deutschland

Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum sind im Jahr 2018 rund 498.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkrankt. Experten vermuten, dass diese Zahl im Jahr 2022 auf über 510.000 steigen könnte. Ursache dafür ist die gestiegene Lebenserwartung. Während bei Frauen in rund 30 Prozent der Fälle die Brustdrüse von Krebs befallen wird, ist es bei Männern zu 24,6 Prozent die Prostata.

Besonders schlimm wird es aber, wenn der Tumor – also eine fehlerhafte Neubildung von Gewebe im Körper – zu spät erkannt wird und dessen Zellen streuen. Dann bilden sich sogenannte Metastasen in anderen Regionen des Körpers. Da die Tumorzellen auch über das Blut verteilt werden, können sie am Ende wirklich überall landen und Schaden anrichten. Daher ist es unglaublich wichtig, den Krebs so früh wie möglich zu entdecken.

Forscher der Uni Konstanz entdecken Hoffnung im Kampf gegen Krebs

Eine Entdeckung von Forschern der Universität Konstanz könnte Betroffenen in Zukunft neue Hoffnung geben. Das Team um den Biologen Christof Hauck hat nämlich einen neuartigen Hemmstoff gefunden, der die Tumorzellen unbeweglich macht und damit eine Streuung im Körper verhindert. Passend zur aktuellen Situation wurde der Stoff „Lockdown“ genannt.

„Es mag noch ein ferner Traum sein, aber die Möglichkeit, die Metastasierung von Tumoren zu stoppen, wäre ein wesentlicher Fortschritt. Gerade in Situationen, in denen der Primärtumor chirurgisch entfernt werden kann, hängt das mögliche Auftreten von Metastasen wie ein Damoklesschwert über den Patienten“, sagt Tanja Grimm, Erstautorin der Studie.

„Lockdown“ könnte bald in der Krebs-Behandlung eingesetzt werden

Das Finden des Hemmstoffs „Lockdown“ ist für die Forscher der Universität Konstanz eine regelrechte „Nadel im Heuhaufen“ gewesen. In aufwändigen biochemischen Tests sind mehr als 55.000 Verbindungen getestet worden, von denen am Ende nur eine handvoll in der Lage war, das gewünschte Enzym zu blockieren.

Tanja Grimm und einer Kollegin aus dem Fachbereich Chemie gelingt es anschließend, den gewünschten Hemmstoff herzustellen. Dieser klebt die Tumorzellen so fest, dass sie nicht mehr wandern können. Substanzen wie „Lockdown“ könnten ab jetzt genutzt werden, um Wirkstoffe zu entwickeln, die die Bildung von Metastasen im Körper blockieren – solange der Krebs früh genug gefunden wird. (dh)

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