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Neuer Omikron-Impfstoff: Wer sich damit impfen sollte

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Von: Jason Blaschke

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Ab Herbst soll der erste an Omikron angepasste Corona-Impfstoff auch in Deutschland ausgeliefert werden – doch nicht für alle eignet sich die Impfung:

Trotz der kontinuierlich sinkenden 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist das Coronavirus nach wie vor ein präsentes Thema. „Ich gehe davon aus, dass wir ab Oktober Schwierigkeiten bekommen werden“, sagte Bundes­gesundheits­minister Karl Lauterbach (SPD) am 24. August nach einer Kabinettssitzung, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Stand 29. August liegt die 7-Tage-Inzidenz mit 242,8 unter der 250er-Marke.

Biontech produziert Omikron-Impfstoff schon: Möglicher Liefertermin bekannt

Jedoch mahnen Experten, dass die Corona-Inzidenzen nicht mehr allzu aussagekräftig sind, weil längst nicht mehr alle Infektionen mittels PCR-Test erfasst werden. Ab Herbst sollen deshalb die Corona-Auflagen wieder angezogen werden. Am 24. August wurde im Bundeskabinett eine neue Maskenpflicht ab Herbst beschlossen, die in Flugzeugen, im ÖPNV, aber auch in Kranken- und Pflege-Einrichtungen gelten soll.

Zudem setzten Politiker und Experten auf die Corona-Impfstoffe oder genauer gesagt auf die angepassten Omikron-Vakzine, die von Biontech, Moderna und Novavax produziert werden. Der Omikron-Impfstoff von Biontech wird bereits von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geprüft, laut Biontech könnte der neue Impfstoff ab Oktober 2022 in Deutschland ausgeliefert werden, eine EMA-Genehmigung vorausgesetzt.

Neue Omikron-Impfstoffe ab Herbst: Impfempfehlung bisher aber nur für Ältere

Die Frage ist nur, für wen die angepassten Vakzine von Biontech und Co. überhaupt noch infrage kommen? Laut impfdashboard.de, Bundesgesundheitsministerium und Robert Koch-Institut sind mittlerweile etwas mehr als 76 Prozent der Menschen in Deutschland grundimmunisiert, rund 62 Prozent haben einen oder sogar schon zwei Booster bekommen. Hinzu kommt, dass nach mehr als zwei Jahren Coronavirus-Pandemie viele Menschen genesen sind.

Auch viele Geimpfte waren in der Omikron-Welle bereits infiziert, besitzen somit einen Impf- und Genesenen-Schutz. Ob für sie ab Herbst überhaupt eine erneute Immunisierung in Betracht kommt, ist fraglich. Eine offizielle Empfehlung von der dafür zuständigen Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es nicht. Stand 29. August empfiehlt die Stiko eine vierte Corona-Impfung ohnehin bloß für Personen ab 60 Jahren sowie für Risikopatienten.

Biontech-Chef Uğur Şahin nennt möglichen Zeitraum für Omikron-Boosterimpfung

Biontech-Chef Uğur Şahin empfiehlt im Hinblick auf neuste Untersuchungen einen Abstand von sechs bis acht Monaten zur letzten Covid-19-Impfung. Menschen, welche sich noch nicht mit der Omikron-Variante infiziert haben, könnten diesen Zeitraum vermutlich verkürzen, erklärt Şahin. Wie der Tagesspiegel berichtet, geht der Biontech-Chef davon aus, dass es zeitnah genauere Angaben von der Stiko geben werde.

Stand 29. August hat sich das Expertengremium noch nicht zu den Omikron-Impfstoffen geäußert. In mehreren Medienberichten ist allerdings von vielen Personengruppen die Rede, für die eine erneute Impfung interessant werden könnte. Das RND berichtet etwa, dass auch junge, gesunde Menschen von einem Omikron-Impfstoff profitieren könnten. Hintergrund sei, dass bei einigen die letzte Impfung schon Monate zurückliege.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland im Zeitraum 29.07.22 bis 29.08.22.
Seit Ende Juli sinkt die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland (Grafik: RKI) kontinuierlich. © Robert Koch-Institut

Corona-Boosterimpfung mit Omikron-Vakzin: Wer auf neue Vakzine warten kann

Mit einem an Omikron angepassten Corona-Impfstoff könnten auch diese Personen ihren Immunschutz noch einmal steigern, heißt es im RND-Bericht. Und auch mit Blick auf potenzielle Langzeitfolgen nach einer Corona-Erkrankung erscheint eine Boosterimpfung nach einer gewissen Zeit sinnvoll. Bei der vierten Corona-Impfung empfiehlt die Stiko einen Abstand von sechs Monaten – möglich, dass bei einem Omikron-Booster ein ähnlicher Zeitrahmen veranschlagt wird.

Auf jeden Fall könnte es gerade für Jüngere sinnvoll sein, auf einen der Omikron-Impfstoffe zu warten, berichtet der NDR und beruft sich auf die überwiegende Experten-Meinung zu der Thematik. Einig sind sich die meisten Fachleute aber darin, dass immer ein zeitlicher Abstand zur letzten Genesung oder Impfung eingehalten werden sollte, bevor man sich erneut immunisieren lässt. Wie sinnvoll ein doppelter Booster grundsätzlich ist, wird immer wieder debattiert. (jsn)

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