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Neue Omikron-Impfstoffe – wer sie entwickelt und ab wann sie verfügbar sind

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Von: Jason Blaschke

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Mehrere Corona-Impfstoffe werden derzeit an Omikron angepasst und sollen ab Herbst zum Einsatz kommen. Das erste Vakzin ist in der Zulassungsphase.

Das Coronavirus ist nach wie vor ein omnipräsentes Thema. Zwar geht die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland seit 24. Juli stetig zurück, Experten gehen aber von einer großen Dunkelziffer nicht registrierter Infektionen aus. Auch deshalb ist der aktuelle Wert mit 288,5 (Stand, 23. August) neuen Infektionen binnen sieben Tagen und auf 100.000 Einwohner gerechnet nur bedingt aussagekräftig. Laut Experten sind zudem Omikron-Subvarianten mit neuen Symptomen bekannt.

MRNA- und Protein-Impfstoff – Unternehmen arbeiten an drei Omikron-Vakzinen

Um der Corona-Pandemie Einhalt zu gebieten, setzt die Politik ab Herbst auf eine Reihe von bekannten Maßnahmen. In Baden-Württemberg ist die Maskenpflicht Thema, auch das Wort Ausgangssperre soll schon gefallen sein. Doch neben Beschränkungen ist primär das Impfen ein wichtiger Baustein, um einer Herbst-Welle vorzubeugen. Große Hoffnung ruht auf allen Omikron-Impfstoffen, den Corona-Vakzinen, die an die neuen Virusvarianten angepasst werden.

NDR-Berichten zufolge tüfteln Biontech und Moderna an einem neuen mRNA-Impfstoff. Der Konzern Novavax an einem Omikron-Vakzin auf Proteinbasis. Alle drei Unternehmen entwickeln sowohl einen Impfstoff, der lediglich auf Omikron abzielt, als auch einen weiteren Impfstoff, der sowohl gegen Omikron als auch gegen die Ursprungsvariante wirkt, berichtet der NDR. Konkrete Daten, ab wann die Omikron-Impfstoffe verimpft werden, gibt es nicht.

Biontech und Moderna beantragen Notfallzulassung für Omikron-Impfstoff

In einer Mitteilung von Biontech und Moderna heißt es aber, dass man bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für einen an die derzeit kursierenden Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Corona-Impfstoff beantragt habe. Und in den kommenden Tagen solle auch ein Antrag für die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) abgeschlossen werden, heißt es in einer Mitteilung vom 22. August, über die zuvor der SPIEGEL berichtet hatte.

Klaus Cichutek, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen (Hessen), rechnet mit einer Zulassung der neuen Omikron-Impfstoffe zwischen Spätsommer und Herbst. Das PEI ist für die Zulassung neuer Impfstoffen zuständig und orientiert sich an den Empfehlungen der EMA. Doch gerade, wer älter als 70 Jahre ist, Vorerkrankungen hat oder in medizinischen Einrichtungen arbeitet, sollte Experten zufolge nicht auf die neuen Impfstoffe warten.

Impfen oder auf Omikron-Vakzin warten? Empfehlung der Stiko eindeutig

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt all jenen, denen eine zweite Booster-Impfung empfohlen wird, sich jetzt mit einem der vorrätigen Corona-Impfstoffe in Deutschland impfen zu lassen. Studien hätten gezeigt, dass auch eine dritte oder vierte Covid-Impfung mit einem der momentanen Impfstoffe zu einer verbesserten Immunreaktion gegen die neueren Omikron-Sublinien führe, fasst der NDR zusammen.

Umgekehrt können jüngere Menschen oder auch frisch Genesene auf einen der angepassten Omikron-Impfstoffe warten, heißt es aus Expertenkreisen. Für einen vollständigen Impfschutz werden aktuell ohnehin nur drei Impfungen empfohlen, die Wirkung einer vierten Corona-Impfung ist gerade bei gesunden, jungen Menschen umstritten. Auch, weil jede Impfung den Körper auf bestimmte Weise belastet, Mehrfachimpfungen sollten daher gut abgewogen werden.

Der Screenshot zeigt die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland.
Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz geht seit Wochen zurück – laut Experten ist der Wert aber nur bedingt aussagekräftig. © Screenshot/RKI

Expertin ist sich sicher – die zweite Booster-Impfung benötigen nicht alle

„Die vierte Impfung benötigt die Normalbevölkerung mit gesundem Immunsystem nicht“, sagte Christine Falk – die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) – vor einigen Wochen im SPIEGEL-Interview. Zudem sei der Immunschutz vor einer schweren Erkrankung an SARS-CoV-2 nach drei Impfungen „relativ lange relativ hoch“, ergänzte dazu ihr Kollege Sebastian Ulbert vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie. (jsn)

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