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Wann ist Omikron-Impfstoff verfügbar? Valneva-Chef mit wichtiger Botschaft

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Von: Jason Blaschke

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Der Impfstoff ‚VLA2001‘ von Valneva könnte aus Sicht von Experten eine Alternative zu mRNA- oder Vektor-Vakzinen sein. Und es gibt noch einen Vorteil.

Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg lassen sich impfen oder ihren vorhandenen Impfschutz auffrischen. Insgesamt sind 8.043.114 Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, teilte das Landesgesundheitsamt am 1. Februar mit. Das entspricht einer Impfquote von 81,7 Prozent. Eine Booster-Impfung hätten bislang 5.875.284 Menschen in Baden-Württemberg erhalten, heißt es aus Stuttgart. Doch um der Pandemie Einhalt zu gebieten, ist laut Experten eine höhere Impfquote erforderlich.

Weil bundesweit sind (Stand 1. Februar) mindestens 61,6 Millionen Personen (74,1 % der Gesamt­bevölkerung) vollständig geimpft – zu wenige, um von einer ausreichenden Herdenimmunität zu sprechen. Auch deshalb appellieren Politiker und Experten an all die noch Ungeimpften, sich noch immunisieren zu lassen. Ein Hoffnungsträger ist in dieser Hinsicht der Impfstoff ‚VLA2001‘ von Valneva, der anders als Biontech oder AstraZeneca weder ein mRNA- noch ein Vektorimpfstoff ist.

Impfstoff von Valneva: Bald in Deutschland verfügbar? Der aktuelle Stand

Das Vakzin von Valneva wird gerne auch als ‚Totimpfstoff‘ bezeichnet und ist ein Impfstoff der alten Schule. Der Grund: Das Vakzin enthält das komplette Sars-CoV-2-Virus (inaktiv), daher auch die Bezeichnung. Das Wirkprinzip dahinter ist schon lange bekannt – und wird schon in anderen Vakzinen erfolgreich eingesetzt. Die Hoffnung ist, dass der Valneva-Impfstoff all die noch Ungeimpften zu einer Immunisierung bewegen könnte, die sich bisher aus Skepsis gegenüber der ‚neuen‘ Vakzine nicht haben impfen lassen.

Hersteller/EntwicklerValneva
ForschungsnameVLA2001
ImpfstoffartTotimpfstoff
ApplikationsformIntramuskuläre Injektion
KrankheitCovid-19 (SARS-CoV-2)

Auch deshalb sind viele Länder – wie auch Deutschland – an ‚VLA2001‘ sehr interessiert. „Wir sind mit mehreren Ländern in Kontakt zu entsprechenden Impfstoff-­Tendern“, sagt Thomas Lingelbach – CEO von Valneva – im Gespräch mit ‚Der Aktionär‘ zum aktuellen Stand der Dinge. Dabei macht der Valneva-Chef auch klar, dass sein Unternehmen – anders als Biontech/Pfizer oder Moderna – zu den kleineren Impfstoff-Firmen zähle, die geringe Kapazitäten hätten, als die ganz großen Pharmariesen.

Impfstoff von Valneva: Chef Lingelbach nennt diesen „Unsicherheitsfaktor“

„Daher konzen­trieren wir uns derzeit auf die EU, Großbritannien und Bahrain.“ Ein gewisser Unsicherheitsfaktor ist für Lingelbach die Omikron-Variante von SARS-CoV-2. Der Grund: Als Valneva mit der Impfstoffentwicklung begann, dominierten noch die Alpha- und die Delta-Variante das Infektionsgeschehen. Zwar hatte erst kürzlich eine Studie Valneva eine starke Wirkung gegen die Omikron-Mutation attestiert, doch gerade solche ersten Untersuchungen müssen immer mit Vorsicht betrachtet werden.

Viele andere Impfstoffentwickler arbeiten aktuell schon an Impfstoff-Updates – allen voran Biontech/Pfizer sowie Moderna, deren mRNA-Vakzine sich vergleichsweise schnell an neue Virusvarianten anpassen lassen. Auch Valneva habe schon auf Omikron sowie einen möglichen Omikron-spezifischen Impfstoff reagiert, sagt Lingelbach. Man habe bei Valneva schon damit begonnen, eine für Omikron-spezifische Virusbank aufzubauen. Ein angepasster Impfstoff ist somit auch für Valenva ein großes Thema.

Impfstoff von Valneva: Omikron-Vakzin schon nächsten Monat? Klare Ansage!

„Wir sind der Meinung, dass wir spätestens Anfang März an einem Punkt sind, wo wir theoretisch mit der Produktion eines Omi­kron-spezifischen Impfstoffs beginnen könnten, wenn es notwendig und gewünscht wäre“, verrät Lingelbach noch im Gespräch mit ‚Der Aktionär‘ zu einem möglichen Omikron-spezifischen Impfstoff. Die Frage ist bloß, ob dieser tatsächlich noch gebraucht wird. In Deutschland gehen Experten davon aus, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle noch im Februar erreicht wird.

So wirkt der Valneva-Impfstoff:

Der Impfstoff ist in der EU noch nicht zugelassen, die Wirkungsweise ist aber bekannt. Per Impfung werden abgetötete Coronaviren verabreicht, die sich nicht mehr vermehren und auch keine Infektion mehr auslösen können. Grundsätzlich alle Totimpfstoffe benötigen immer einen Wirkverstärker, welcher die Reaktion des Immunsystems noch mal zusätzlich erhöht. Anders als mRNA-, Vektor- oder Proteinimpfstoffe ist kein Spike-Protein nötig.

In Ländern wie Israel fährt man deshalb eine andere Strategie und setzt auf eine vierte Impfung. Allerdings ist unklar, ob eine solche zweite Booster-Impfung für Jedermann tatsächlich sinnvoll ist. Eine erste Studie hatte kürzlich gezeigt, dass sich der Nutzen einer 4. Impfung in Grenzen hält und lediglich für ältere und immungeschwächte Menschen interessant werden könnte. Hinzu kommt, dass viele Menschen auf der Welt nach wie vor noch keine einzige Impfung bekommen konnten – gerade in ärmeren Ländern.

Impfstoff von Valneva: Deshalb wird Booster-Impfung dringend empfohlen

Hoffnung machen stattdessen Studien, die zeigen, dass auch die ‚ursprünglichen‘ Vakzine gut vor Omikron schützen. HEIDELBERG24 hatte erst vor wenigen Wochen geschrieben, dass zum Beispiel auch der Impfstoff von Novavax eine gute Schutzwirkung vor der Omikron-Variante haben soll. Zudem kann eine Booster-Impfung zuverlässig vor schweren Omikron-Verläufen bewahren und wird daher von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen – auch für Kinder und Jugendliche. (jsn)

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