Mehr als 55.000 neue Fälle

Omikron: Neue Varianten auf dem Vormarsch – wie gefährlich sind BA.4 und BA.5?

Die in Portugal immer häufiger auftretenden Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 könnten sich auch in Deutschland ausbreiten. Wie gefährlich sind die neuen Subtypen?

Mehr als 55.000 neue Fälle in den vergangenen Tagen: die neuen Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 sind in Portugal auf dem Vormarsch. Noch Ende April waren es gerade mal um die 10.000 Fälle pro Tag. Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery warnt nun vor einer Ausbreitung der neuen Coronavirus-Varianten in Deutschland:

KrankheitCoronavirus
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungChina
SubvariantenBA.4 und BA.5

Neue Omikron-Varianten BA.4 und BA.5: Montgomery warnt – „Corona ist noch nicht vorbei“

Bereits im Januar bzw. Februar 2022 wurden die beiden Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 in Südafrika entdeckt. Experten betrachteten die Subtypen zunächst eher gelassen. In Portugal machen die neuen Virus-Varianten aber inzwischen mehr als 80 Prozent aller neuen Fälle aus. Das geht aus Berichten des Gesundheitsministeriums hervor.

„Corona ist noch nicht vorbei – das belegt der heftige Ausbruch von Omikron in Portugal“, sagt Montgomery am Dienstag (31. Mai) gegenüber der „Rheinischen Post“. BA.5 werde sich auch in Deutschland ausbreiten. Viele Menschen – auch Geimpfte – würden erkranken. Geimpfte hätten aber deutlich mildere Symptome. Das sind übrigens typische Long-Covid-Symptome nach einer Omikron-Infektion.

Neue Omikron-Varianten BA.4 und BA.5: Wie ist die Situation in Deutschland?

In Großbritannien wurde die neuen Virus-Varianten bereits als besorgniserregend eingestuft. Laut „Ärzteblatt“ liegen von BA.4 aber bislang nur 115 bestätigte oder Verdachtsfälle vor, von BA.5 sind es gerade mal 80 Fälle, die von den Gesundheitsämtern verzeichnet werden (Stand: 20. Mai 2022).

In Deutschland wächst der Anteil der an BA.5 erkrankten Personen: Das Robert Koch-Institut berichtete kürzlich von einer Zunahme der Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 auf niedrigem Niveau. Dominant ist weiter BA.2 mit 96,4 Prozent. Der Anteil von BA.5 verdoppelte sich etwa von 1,2 auf 2,5 Prozent.

Karl Lauterbach: „Die besonders ansteckende Variante BA.4/BA.5 ist auch bei uns auf dem Vormarsch“

„Je klüger wir uns jetzt verhalten, umso weniger drastische Maßnahmen brauchen wir in Herbst und Winter. Freiwillig Maske tragen, wo auch immer viele Menschen zusammenkommen“, sagt Weltärztechef Montgomery am Dienstag.

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach meldet sich mit einer Warnung zu Wort: „Die besonders ansteckende Variante BA.4/BA.5 ist auch bei uns auf dem Vormarsch. Dies könnte im Herbst die nächste Welle werden“, schreibt der SPD-Politiker auf Twitter. Erst im April hatte Karl Lauterbach vor einer „Killer-Variante“ im Zusammenhang mit Omikron gewarnt.

Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery warnt vor einer Ausbreitung der Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 in Deutschland.

Omikron-Variante BA.5 – diese Symptome sind bekannt

Während die Omikron-Varianten BA.1 und BA.2 meistens nur Schnupfen und Kopfschmerzen verursachen, sieht es bei BA. 5 anders aus. Hier treten laut Virologen vermehrt Husten auf. Die Symptome seien ähnlich wie bei einer Bronchitis. Weitere Untersuchungen laufen derzeit aber noch.

Neue Omikron-Varianten BA.4 und BA.5: ECDC rät zur Wachsamkeit

Andere geben jedoch Entwarnung. Am 27. April 2022 postet Virologe Christian Drosten auf Twitter: „In besonders betroffenen Gegenden kommt es derzeit schon zu Zunahmen der Krankenhausaufnahmen, allerdings ist die Gesamtzahl weiter beruhigend niedrig“. Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schreibt: „Derzeit gibt es keinen Hinweis auf eine Änderung des Schweregrades für BA.4/BA.5 im Vergleich zu früheren Omicron-Linien“.

Nichtsdestotrotz rät das ECDC allen europäischen Ländern zur Wachsamkeit. Wann immer eine neue Variante eine andere verdrängt, deute das darauf hin, dass diese ansteckender sei als ihre Vorgänger. „Vieles deutet darauf hin, dass das Vorhandensein dieser Varianten in den kommenden Wochen und Monaten zu einem erheblichen Gesamtanstieg der COVID-19-Fälle in der EU führen könnte“, so das ECDC.

Neue Omikron-Varianten BA.4 und BA.5: Impfung kann schützen

Auch wenn BA.4 und BA.5 nicht gefährlicher sind als andere Coronavirus-Varianten, könnten die Krankenhauseinweisungen infolge stark ansteigender Fallzahlen wieder zunehmen. Um dem entgegenzuwirken, ist eine Auffrischungsimpfung unbedingt vonnöten.

Gerade die vulnerablen Gruppen sollten sich ihre vierte Impfung unbedingt abholen. Erst kürzlich zeigte eine Studie, wie sinnvoll die vierte Corona-Impfung ist. Auch Weltärztechef Montgomery rät: „Impfen, jetzt erst recht! Und nicht Freiheit gegen Sicherheit ausspielen“. (fas mit dpa)

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa

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