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Vorsicht bei Paxlovid-Rezept – Frist beachten!

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Von: Jason Blaschke

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Rezept
Der Konzern Pfizer entwickelte das Medikament Paxlovid. Der Wirkstoff wird auch in Deutschland eingesetzt. © Christin Klose/dpa-tmn

Paxlovid von Pfizer ist ein neues Corona-Medikament, das Ärzte seit Ende Februar per Rezept verordnen können. Was Patienten dazu wissen sollten.

Nach wie vor steigen die Corona-Fallzahlen in Heidelberg sowie in ganz Deutschland weiter an. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind bundesweit derzeit (Stand 1. März) 14.867.218 bestätige Fälle bekannt – das sind 122.111 mehr, als am Vortag. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter leicht und liegt mit 1.213,0 aber immer noch über der Marke von 100.000 neuen Infektionen binnen einer Woche. In Deutschland gehen viele Experten davon aus, dass die Dunkelziffer an Covid-Infektionen noch weitaus größer ist.

Auch deshalb, weil viele Infizierte ihr positives Schnelltest-Ergebnis nicht mehr mittels PCR-Test bestätigen lassen – zudem werden viele Infektionen auch nicht mehr erkannt, gerade, wenn Infizierte keine Symptome aufweisen. Immer mehr rücken stattdessen die Corona-Werte in Vordergrund, die in der derzeitigen Situation aussagekräftiger sind, als die allgemeine Inzidenz oder die Zahl von Infizierten. Das ist zum einen die Belegung der Krankenhaus-Betten, zum anderen die Zahl der Covid-Intensivpatienten.

Neues Corona-Medikament Paxlovid in Deutschland – das kann der Wirkstoff

Fakt ist aber, dass mit steigenden Infektions- und Ansteckungsraten auch die Gefahr einer Infektion im allgemeinen stark zunimmt. Zwar verlaufen Infektionen mit der Omikron-Variante in der Regel schwächer, als mit Alpha oder Delta, doch gerade für Patienten, die älter oder vorerkrankt sind, sind auch Omikron-Infektionen eine potenziell große Gefahr. Hier soll ab sofort ein neues Präparat mit Namen Paxlovid helfen, das speziell für die ambulante Behandlung entwickelt wurde.

MedikamentPaxlovid
HerstellerPfizer Inc.
EntwicklungsnamePF-07321332
WirkstoffklasseProteaseinhibitor
WirkmechanismusHemmung viraler 3C-like-Protease

Paxlovid ist ein sogenanntes Virostatikum, das die Vermehrung von SARS-CoV-2-Viren hemmt. Das heißt: Das Medikament muss im Frühstadium der Infektion eingenommen werden, damit es eine Wirkung erzielt und einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf im Körper verhindert. Paxlovid von Pfizer ist also in erster Linie für ältere oder chronisch kranke Menschen interessant sein, die sich mit Covid-19 infiziert haben und bislang milde Symptome aufweisen, die ambulant behandelt werden können. 

Paxlovid wird auf Rezept verschrieben – doch Patienten müssen Frist beachten

Ein Arzt kann das Corona-Medikament auf Rezept verordnen, das der Patient anschließend ganz normal in einer Apotheke einlösen kann. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten – sowohl für die Ärzte und Apotheker, als auch für die Patienten. Der wichtigste Punkt für Patienten ist die Rezept-Frist von fünf Werktagen, die unbedingt beachtet werden sollte. Laut DAZ.online sind alle Ärzte zudem verpflichtet, die Gültigkeit auf der Rezept-Verordnung zu vermerken.

Wichtig ist zudem, dass alle Patienten das Corona-Medikament genau nach der Anweisung ihres Arztes einnehmen. Der Hersteller Pfizer gibt im Beipackzettel an, dass Patienten zweimal täglich drei Tabletten über (maximal) fünf Tage einnehmen sollen. Wird das Präparat Paxlovid korrekt eingenommen, schützt es laut Pfizer „sehr erfolgreich“ vor schweren Krankheitsverläufen. Studien hatten gezeigt, dass schwere Covid-Verläufe zu etwa 90 Prozent verhindert werden, wenn Paxlovid zum Einsatz kommt.

Mögliche Nebenwirkungen von Paxlovid

Wie unter anderen Medikamente auch kann Paxlovid unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, die aber in der Regel nach Ende der Therapie zumeist von alleine wieder abklingen. Dazu gehören: beeinträchtigter Geschmackssinn, erhöhter Blutdruck, Durchfall oder Muskelschmerzen. Wenn ein Patient zudem an einer Nierenerkrankung leidet oder Leberschäden aufweist, muss die Dosierung von Paxlovid möglicherweise angepasst werden.

Quelle: Pfizer Pharma GmbH

Über die genaue Wirkung der Anti-Corona-Pille Paxlovid hatte HEIDELBERG24 vor wenigen Wochen informiert. Ein wichtiger Punkt ist, dass Paxlovid – anders als die in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe – nicht über Virusbestandteile, wie das Spike-Protein, wirkt, sondern über Enzym-Hemmer. Der Vorteil ist, dass das neue Corona-Medikament aus diese Weise weniger anfällig für neue Mutationen ist, die in der Vergangenheit oft ein Problem mit Blick auf die Wirksamkeit der Impfstoffe waren.

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