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Ärzte besorgt wegen RSV-Welle: Wie man sich und seine Familie schützen kann

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Von: Pauline Wyderka

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Deutsche Intensivstationen sind am Limit. Das RS-Virus grassiert unter Kleinkindern und Babys. Besonders wichtig ist darum die Prävention. Wie man sich und seine Kleinsten schützt:

Das RS-Virus hält die Kinderstationen seit Monaten in Atem. Doch warum gibt es derzeit so viele Fälle unter unseren Kleinsten? Woher kommt dieses Virus und warum scheinen wir so wenig darauf vorbereitet? Eins ist immerhin klar: Neu ist es nicht. Das Humane Respiratorische Synzytial-Virus ist tatsächlich schon länger bekannt. Die meisten stecken sich nur an, ohne es zu merken. Nicht so jedoch Säuglinge und kleine Kinder. Die haben meist noch nicht die nötige Immunabwehr aufgebaut.

Infektionswelle durch RS-Virus: Die Kleinsten trifft es am schlimmsten

Tatsächlich ist RSV bei Kindern unter zwei Jahren laut lungeninformationsdienst.de der häufigste Auslöser für akute Infektionen der unteren Atemwege. Warum befinden sich dann die Intensivstationen derart im Ausnahmezustand? Experten wie der Kinder-Intensiv- und -Notfallmediziner Florian Hoffmann mutmaßen laut dpa, dass sich durch Corona-Maßnahmen ausgefallene Infektionswellen der letzten Jahre jetzt nachholen. Viele Kinder, die nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen seien, kämen es jetzt, ohne eine Immunität aufgebaut zu haben.

Während die Erkrankung für die meisten Erwachsenen komplett harmlos ist, trifft es eben genau die Kleinsten. Ohne Immunität können schnell Komplikationen auftreten, die einen Krankenhausaufenthalt nötig machen. Viele Intensivstationen sind ja aber nun voll! Da hilft nur noch eines: Sich und seine Kinder schützen und dabei vielleicht sogar noch das Gesundheitssystem entlasten, denn Kinderärzte schlagen Alarm – Intensivstationen in Rheinland-Pfalz sind besipielsweise schon am Limit.

Infektionswelle durch RS-Virus: So schützt Du Dich und Deine Kleinsten

Die schlechte Nachricht: Eine Impfung gibt es bisher nicht. Die gute: Immerhin für Risikogruppen wie vorerkrankte Kleinkinder und Frühchen gibt es auch ein Antikörpermedikament zur Prophylaxe mit Namen Palivizumab. Hochrisiko Babys bekommen das Medikament während der Saison einmal im Monat verabreicht. Nach dem ersten Mal steigt bereits die Schutzwirkung, erst nach der zweiten Dosis ist jedoch das „Wirkmaximum“ erreicht, wie der Lungeninformationsdienst schreibt.

Davon abgesehen ist der beste Schutz denkbar einfach und gilt weitgehend für alle Altersgruppen, allen voran jedoch Babys und Kleinkinder. Dazu gehört: fernhalten von Personen mit Erkältungssymptomen oder Fieber. Auch Menschenansammlungen sollten Säuglinge nach Möglichkeit eher fernbleiben, wie kinderaerzte-im-netz.de rät. Das bedeutet leider, dass Menschen mit einem besonderen Risiko bei größeren Ansammlungen Vorsicht walten lassen sollten.

Ein Baby klammert sich an einen Finger seiner Mutter (Symbolfoto)
Ein Baby klammert sich an einen Finger seiner Mutter (Symbolfoto) © Fabian Strauch/dpa

Infektionswelle durch RS-Virus: Dann zum Arzt

Die Erreger überleben laut RKI bis zu 20 Minuten auf den Händen, 45 Minuten auf Papiertüchern und Stoffen und sogar mehrere Stunden auf Kunststoffoberflächen. Darum gilt auch im Falle des RS-Virus: Händewaschen, in die Armbeuge husten und niesen sowie Gegenstände im Umfeld des Kindes reinigen. Ist es doch passiert und das Kind ist infiziert, heißt es zunächst: keine Panik, aber die Symptome im Auge behalten.

Bei einer Ansteckung kommt es zunächst zu Erkältungssymptomen wie laufender Nase, Husten und leichtem Fieber. Werden die Symptome jedoch schwerwiegender, wie schnelle Atmung, Keuchen oder merkwürdige Geräusche beim Atmen, sollte man sich umgehend mit einem Arzt in Verbindung setzen, rät auch Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Sprecher des Bundesberufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Deutschland auf kinderaerzte-im-netz-de.

Infektionswelle durch RS-Virus: Prävention so wichtig wie eh und je

Vor allem derzeit ist die Prävention entscheidend: Kliniken deutschlandweit schlagen Alarm, denn die Intensivstationen für Kinder sind überlastet. Auch das Klinikum Mannheim klagt darüber, keine Betten mehr frei zu haben.

Während das RS-Virus grassiert, fallen immer noch Corona-Maßnahmen: So endete in Baden-Württemberg 2022 die Isolationspflicht für positiv Getestete. Darum ist die Einhaltung der AHA-Regeln in der Öffentlichkeit nach wie vor äußerst wichtig, um sich und andere zu schützen – sei es vor dem Coronavirus oder RSV. (paw)

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