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Corona-Spätfolgen nach milder Omikron-Infektion möglich – diese Symptome sind bekannt

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Von: Jason Blaschke

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Infektionen mit der Corona-Variante „Omikron“ verlaufen oft mild. Mit Blick auf neuste Studien kann es aber trotzdem zu schweren Spätfolgen kommen.

Das Coronavirus ist in Deutschland nach wie vor ein präsentes Thema. Zwar gehen die Infektionszahlen langsam zurück – Experten warnen aber vor der unbekannten Dunkelziffer an Covid-Fällen, die Schätzungen zufolge ähnlich groß ist, wie die Zahl an erfassten Infektionen. Zudem sind neue Varianten wie Omikron „XE“ längst Realität und beschäftigen Forscher auf der ganzen Welt. Noch ist unklar, wie gefährlich neuen Mutationen sind.

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
Mutation/VarianteOmikron (B.1.1.529)

Corona-Spätfolgen auch bei Geimpften möglich – auf typische Symptome achten

Im Interview mit der Bild am Sonntag warnte Gesundheitsminister Karl Lauterbach vor einer „Killer-Variante“, die ansteckend und tödlich zugleich sein könnte – was für scharfe Kritik gesorgt hatte. „Ob es sich dabei um gefährliche Variante handelt, kann heute niemand prognostizieren“, sagte Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) zu Lauterbachs Äußerungen. Experten erinnern zudem an die starke Immun-Quote in Deutschland.

Zwar schützt eine Impfung oder Genesung nicht zu 100 Prozent vor einer erneuten Infektion mit Covid-19, aber recht zuverlässig vor moderaten und schweren Verläufen. Dass aber auch nach einer milden Corona-Erkrankung Spätfolgen möglich sind, ist nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil: Neuste Studien belegen, dass auch Geimpfte sowie Genesene typische Corona-Symptome in der Inkubationszeit ernst nehmen sollten, denn:

Studie zu Corona-Spätfolgen – Forscher finden Veränderungen an Organen

Wer sich im Zuge einer Infektion nicht schont, erhöht das Risiko für Spätfolgen. Das heißt auch: Mit Fitness und Sport nach einer Corona-Infektion sollten es frisch Genesene langsam angehen lassen. Der NDR berichtet, dass viele Menschen nach einer Covid-Infektion an Atemlosigkeit, Erschöpfung und Herzproblemen leiden. Mit Blick auf frühe Varianten wie Alpha oder Delta konnten Forscher nachweisen, dass Infektionen organische Folgen haben können.

Konkret bezieht sich der NDR auf eine Studie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, in der Experten nachgewiesen haben, dass noch zehn Monate nach einer milden Infektion Veränderungen an Herz, Lunge und Niere zu sehen waren. Zudem habe es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine Beinvenenthrombose, berichteten die Studienautoren. Eine aktuelle Studie zu Corona-Spätfolgen in Folge einer Infektion kommt aus Großbritannien.

Spätfolgen nach milden Corona-Verläufen – Gehirn-Größe kann sich verringern

Im Vereinigten Königreich haben mehrere Forscher entdeckt, dass schon eine milde Covid-Infektion das Gehirn angreifen kann. Die in der Studie untersuchten Probanden – die an der Alpha-Variante von SARS-CoV erkrankt waren – zeigten dabei charakteristische Veränderungen in der grauen Hirnsubstanz. Zudem habe die Größe des Gehirns abgenommen, berichten die Studienautoren. Doch ob die Schäden von Dauer sind, konnte nicht beantwortet werden.

Dazu seien weitere Untersuchungen nötig. Fakt ist aber schon heute, dass auch milde Corona-Verläufe nicht zu unterschätzen sind. Im Interview mit kreiszeitung.de* warnt eine Expertin vor Spätfolgen und bezeichnet Long Covid als eine neue „Volkskrankheit“, die auch in Deutschland nicht zu unterschätzen ist. Die Expertin schätzt, dass rund fünf Prozent der Betroffenen geimpft sind, was erst einmal wenig klingt, aber:

Jördis Frommhold, Chefärztin, steht vor der Median-Klinik.
Informiert und sensibilisiert die Menschen über/für Long Covid: Doktor Jördis Frommhold © Bernd Wüstneck/dpa

Expertin spricht über Corona-Spätfolgen – Long Covid „nimmt an Fahrt auf“

„Gerade nimmt die Krankheit noch mal richtig Fahrt auf.“ Allein in Deutschland seien schon heute etwa eine Million Menschen von Long Covid betroffen. Bekannte Symptome für Covid-Spätfolgen sind nach Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Müdigkeit, Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Aber auch Schlafstörungen, Muskelschwäche und Schmerzen sind möglich.

Speziell im Kindesalter kann mit einer Corona-Infektion zudem das „PIMS“-Syndrom auftreten, das sich mit Fieber, Hautausschlag, Magen-Darm-Beschwerden sowie Anzeichen einer Herzerkrankung bemerkbar machen kann. Das Fazit: Auch nach einer Infektion mit Corona sollten Betroffene wachsam sein und Symptome für Covid-Spätfolgen ernst nehmen. Auch sollte sich frisch Genesene nicht sofort wieder körperlich verausgaben. *kreiszeitung.de und HEIDELBERG24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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