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Coronavirus: Infektion mit Omikron – wann die ersten Symptome auftreten

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Von: Fabienne Schimbeno

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Omikron ist nach wie vor die vorherrschende Corona-Variante in Deutschland. Über die Inkubationszeit wird viel spekuliert. Studien liefern aber erste Erkenntnisse:

Das Coronavirus hat die Menschen auch zwei Jahre nach Ausbruch noch immer fest im Griff. Grund dafür ist die hochansteckende Omikron-Variante, die seit Monaten weltweit grassiert. Viele Leute fragen sich, ab wann die ersten Symptome nach einer Infektion auftreten. Studien zeigen: Die Inkubationszeit bei Omikron ist deutlich kürzer als bei einer normalen Corona-Infektion:

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungChina
MutationOmikron (B.1.1.529)

Inkubationszeit bei Corona: Varianten können voneinander abweichen

Die Inkubationszeit meint die Zeit zwischen der Infektion mit dem Erreger und dem tatsächlichen Ausbruch der Krankheit. Für das Coronavirus gilt laut Robert-Koch-Institut (RKI) eine Inkubationszeit von fünf bis sechseinhalb Tagen. Bei Varianten kann der Zeitpunkt, an dem Corona-Symptome auftreten bzw. die Krankheit ausbricht jedoch abweichen.

Die Alpha- und Delta-Variante sollen eine eineinhalb bis zwei Tage kürzere Inkubationszeit als der sogenannte Wildtyp, das heißt, der Typ, der im ersten Pandemiejahr 2020 wütete, haben. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) festhält, kann man je nach Variante also von einer Inkubationszeit von vier bis sechs Tagen ausgehen.

Fälle aus Norwegen und USA zeigen: Inkubationszeit bei Omikron deutlich kürzer

Ganz anders sieht das bei der hochansteckenden Omikron-Variante aus: Wie ein Fall aus Norwegen zeigt, haben sich bei einem Superspreader-Event Ende 2021 rund drei Viertel der Gäste mit Omikron infiziert. Einer der Teilnehmer soll zuvor aus Südafrika, dem Land, in dem die Omikron-Variante das erste Mal auftrat, zurückgekehrt sein – das geht aus einem Bericht der Fachzeitschrift Eurosurveillance hervor. Die Inkubationszeit nach der Feier soll drei Tage betragen haben.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Beobachtung aus den USA: Im November und Dezember 2021 hat sich ein Haushalt mit sechs Personen aus dem Bundesstaat Nebraska mit Corona infiziert. Eines der Mitglieder war zuvor auf einer Konferenz in Nigeria, weswegen die Behörden von einer Omikron-Infektion ausgingen. Die Vermutung bestätigte sich. Alle sechs Parteien wiesen eine Inkubationszeit von 73 Stunden, also etwa drei Tagen, auf – eine der Personen soll sogar bereits geimpft gewesen sein, vier waren bereits genesen.

Omikron: Hendrik Streeck wies bereits 2021 auf verkürzte Inkubationszeit hin

Die Studienlage zur Inkubationszeit der Omikron-Variante ist nach wie vor dünn. In Deutschland gehen Experten ebenfalls von einer verkürzten Inkubationszeit aus: Jörg Timm, Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Düsseldorf, zum Beispiel, behauptete auf einer Videokonferenz des Science Media Centers (SMC), dass die Zahlen auf eine kürzere Inkubationszeit der Omikron-Variante hindeuteten. Belastbare Aussagen seien aber noch nicht möglich, so Timm gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Virologe Hendrik Streeck wies bereits Ende 2021 auf eine verkürzte Inkubationszeit von Omikron hin: In einem Interview mit RTL sprach er über den Zusammenhang zwischen steigender Fälle und einer kürzeren Inkubationszeit: „Was wir hier sehen ist, dass die Inkubationszeit bei Omikron verkürzt ist. Dadurch müssen wir einen explosionsartigen Anstieg der Fälle erwarten“, so Streeck.

Corona-Infektion: Ab wann bin ich ansteckend?

Wie das RKI noch mal deutlich darauf hinweist, ist die Inkubationszeit nicht gleichzusetzen mit der Zeit, in der man ansteckend ist. „Als sicher gilt, dass die Ansteckungsfähigkeit in der Zeit kurz vor und nach Symptombeginn am größten ist und dass ein erheblicher Teil von Übertragungen bereits vor dem Auftreten erster klinischer Symptome erfolgt“, so das Institut.

Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten, sollten sich daher in Isolation begeben, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Man gehe zwar davon aus, dass die Ansteckungsfähigkeit nach zehn Tagen deutlich abnimmt, nichtsdestotrotz kann der Zeitraum von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen. Schwer erkrankte Personen oder Menschen mit Immunschwäche können zum Beispiel wesentlich länger ansteckend sein.

Omikron: Welche Folgen hat eine verkürzte Inkubationszeit für die Pandemie?

Eine verkürzte Inkubationszeit bei der Omikron-Variante wirkt sich, wie Hendrik Streeck bereits verdeutlichte, auf den Anstieg der Fall-Zahlen aus. Nichtsdestotrotz blicken Forscher der Entwicklung der Corona-Variante positiv entgegen: Virologe Klaus Stöhr, zum Beispiel, bewertet die Inkubationszeit sowie den weniger schweren Verlauf von Omikron als „Zeichen der Anpassung an den Menschen“. Mit Blick auf die Entwicklung der Viren sei ein Ende der Pandemie absehbar, so Stöhr Anfang 2022 bei Phoenix.

Ab 20. März 2022 sollen viele Corona-Auflagen wegfallen – in einigen Bereichen auch die Maskenpflicht. In Augen vieler Experten ist das ein Fehler, der fatale Folgen haben könnte. Zuletzt hatten die Corona-Fallzahlen in Deutschland wieder angezogen – und das, obwohl sich die Lockerungen noch in Grenzen gehalten hatten. Eine neue Corona-Variante könnte dem sogenannten „Freedom Day“ zusätzlich einen Strich durch die Rechnung machen. (fas mit dpa)

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